Klimaschutz in Elbe-Elster: Wie Bürger auf den neuen Klimapreis reagieren

Der Landkreis Elbe-Elster präsentiert den neuen EE‑Wert‑Preis für Klimaanpassung: Von links: Manager für Klimaschutz Holger Krüger, Sachgebietsleiter Klaus Oelschläger, Marketingkoordinatorin Janine Niederstraßer mit dem EE‑Wert‑Preis in der Hand sowie Social‑Media‑Mitarbeiter Philipp Strelitz.
Isabell Hartmann- Landkreis Elbe-Elster lobt erstmals den Zukunftspreis EE‑Wert Life für Privatpersonen aus.
- Gesucht werden alltagsnahe Maßnahmen zu Kühlung, Wassersparen, Entsiegelung und Begrünung.
- Teilnahme ist freiwillig und offen für Eigentümer und Mieter – Wirkung zählt, nicht die Größe.
- Preisgeld: 1000 Euro. Bewerbung noch bis zum 31. August 2026 über www.wirtschaft-ee.de/eewert.html.
- Ziel ist Anerkennung statt Kontrolle – kleine, verknüpfte Schritte sollen sichtbar werden.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Landkreis Elbe‑Elster will 2026 erstmals Privatpersonen auszeichnen, die sich mit kleinen, alltagsnahen Maßnahmen an den Klimawandel anpassen. Mit dem Zukunftspreis EE‑Wert Life im Wert von 1000 Euro soll sichtbar werden, was Menschen im ländlichen Raum bereits tun – vom Regenwassersammeln über Fassadenbegrünung bis hin zu energieeffizienten Lösungen.
Die Entscheidung knüpft an eine strategische Neuausrichtung des Landkreises an: Hitzeperioden, Wasserknappheit und steigende Energiekosten treffen die Region zunehmend, und viele Menschen reagieren bereits mit pragmatischen Schritten.
Klaus Oelschläger, Sachgebietsleiter Kreisentwicklung, beschreibt, wie anspruchsvoll Klimaanpassung im Alltag geworden ist. „Viele Menschen handeln längst pragmatisch, aber ihre Ideen bleiben unsichtbar“, sagt er. Die allgemein anerkannte Notwendigkeit zum nachhaltigen Handeln verliere an Akzeptanz, viele staatliche Vorgaben würden als Belastung empfunden.
Wie der Elbe-Elster Klimaanpassung fördern will
Der Landkreis wolle deshalb nicht mit neuen Regeln reagieren, sondern mit Anerkennung. „Wir wollen Menschen sichtbar machen, die sich engagieren – Pioniere, die bisher kaum in der Öffentlichkeit standen.“ Die oft verkopfte Nachhaltigkeitsdebatte solle auf alltagsnahe Beispiele heruntergebrochen werden.
Holger Krüger, Klimaschutzmanager der Kreisverwaltung, betont, dass Klimaanpassung im ländlichen Raum nur gelingt, wenn viele kleine Maßnahmen zusammenwirken: Schatten durch Bäume, Regenwassernutzung, Entsiegelung, Begrünung oder Energieprojekte wie Balkonkraftwerke. „Klimaanpassung muss an den Lebensrealitäten der Menschen ansetzen – bei Kosten, Möglichkeiten und sehr unterschiedlichen Voraussetzungen“, sagt er.
Ein Baum könne 20 bis 25 Kilowatt Kühlleistung erreichen, ergänzt Klaus Oelschläger – „ein Effekt, der im Alltag oft unsichtbar bleibt“. Der Preis soll solche Ansätze hervorheben. Mitmachen können alle Einwohner, unabhängig von Eigentum oder Mietverhältnis. Entscheidend ist die Wirkung, nicht die Größe des Projekts. Die Kriterien sind bewusst offengehalten, die Prüfung erfolgt ohne formale Kontrolle. Der Wettbewerb soll motivieren und niedrigschwellig bleiben.
Wie solche Maßnahmen im Alltag aussehen, wird in Gesprächen mit Bürgern aus Herzberg, Falkenberg und den umliegenden Dörfern deutlich. Ihre Reaktionen fallen sehr unterschiedlich aus – von Skepsis über Desinteresse bis hin zu vorsichtigem Interesse.
Das tun Menschen aus Elbe-Elster für den Klimaschutz
Ulrike Bieletzki aus einem Dorf bei Herzberg hat mit ihrem Mann mehrere Regentonnen aufgestellt. „Wir gießen fast alles mit Regenwasser“, sagt sie. Für sie ist das selbstverständlich, eine einfache Maßnahme, die sich bewährt hat. Trotzdem sieht sie den neuen Preis kritisch.
Sie fragt sich, ob nicht andere Themen wichtiger wären – etwa die Frage, wie man jungen Menschen in der Region mehr bieten kann. „Für die Jugend sollte es Preise geben“, sagt sie. „Für Leute, die Ideen haben, wie man junge Menschen hier hält.“ Bewerben will sie sich nicht.
Auch A. Brand aus Herzberg nutzt Regenwasser für ihre Pflanzen. Ihr Grundstück ist stark gepflastert, vieles versickert, und zu Hause betreibt sie eine eigene Kläranlage. Von der Idee des Preises ist sie insgesamt nicht überzeugt. Eine Bewerbung kommt für sie nicht infrage.
Ganz anders sieht es Ralf Hübler. Vor einigen Jahren hat er seine Hausfassade energetisch gedämmt – mit Keramik. „Das reduziert den Wärmeverlust enorm und verhindert auch sommerliche Überhitzung“, sagt er. In seinem Garten nutzt er torffreie Erde und eigenen Kompost. Für ihn sind solche Maßnahmen Teil eines bewussten Umgangs mit Ressourcen. Ob er sich bewerben will, weiß er noch nicht. „Vielleicht schon“, sagt er und lacht. „1000 Euro wären doch nicht schlecht.“
Kerstin Jahn aus Falkenberg wiederum denkt vor allem über Energie nach. Ihre Wohnung wird mit Nachtspeicheröfen beheizt – teuer und ineffizient. Sie hätte gern ein Balkonkraftwerk, denn der Balkon zeigt nach Süden und würde sich gut eignen, um Strom zu sparen. Auch Solarpaneele auf dem Miethaus wünscht sie sich. Den Preis findet sie „keine schlechte Idee“, ist aber unsicher, ob sie sich bewerben würde.

Kerstin Jahn aus Falkenberg/Elster denkt über ein Balkonkraftwerk nach – ihr Südbalkon wäre ideal, um Strom zu sparen.
Isabell HartmannDie Stimmen verdeutlichen, wie unterschiedlich die Ausgangslagen im Landkreis sind: Manche setzen auf Regenwasser, andere dämmen ihre Häuser, wieder andere wünschen sich mehr Unterstützung für Jugend oder Mieter. Gleichzeitig wird durch die Einschätzungen der Kreisverwaltung klar, dass Klimaanpassung im Alltag längst stattfindet – oft pragmatisch und aus Kostendruck.
EE-Wert Life
Preisgeld: 1000 Euro.
Wer kann mitmachen? Alle Einwohnerinnen und Einwohner des Landkreises Elbe‑Elster. Eigenbewerbungen sind ausdrücklich möglich.
Bewerbungsfrist: noch bis zum 31. August 2026.
Informationen & Unterlagen: www.wirtschaft-ee.de/eewert.html
