Pfingstrock 2026 in Herzberg
: Dieser Ruf macht das Festival einzigartig

Zwischen Blumenbeeten und Indie‑Rock entfaltet das Pfingstrock in Herzberg/Elster eine Nähe, die große Festivals kaum noch bieten. Warum so viele wiederkommen, zeigt sich erst im Garten selbst.
Von
Kai Roeper
Herzberg
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Das Pfingstrock hat 2026 auch wieder gezeigt, warum es vom Rolling-Stone-Magazin als Geheimtipp bezeichnet wurde. Das konnte man besonders bei einem Aspekt beim Festival feststellen.

Das Pfingstrock hat 2026 auch wieder gezeigt, warum es vom Rolling-Stone-Magazin als Geheimtipp bezeichnet wurde. Das konnte man besonders bei einem Aspekt beim Festival feststellen.

Kai Roeper
  • Pfingstrock in Herzberg/Elster bietet Nähe und familiäre Atmosphäre im Botanischen Garten.
  • Veranstalter ist der Verein Botanikrocker e. V., über 50 Freiwillige unterstützen seit 2013.
  • Am Pfingstwochenende (23./24. Mai 2026) traten u. a. Razz, Deville, Lonely Spring und Michèl auf.
  • Besucher loben faire Preise, überschaubare Größe und Qualität – vielfach als Geheimtipp genannt.
  • Etwa 1500 Gäste kamen, dazu Pfingströckchen im Stadtpark – Kinder sammeln dort Bühnenerfahrung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am Pfingstwochenende (23./24. Mai 2026) fand in Herzberg/Elster erneut das Pfingstrock-Festival statt. Und wieder zeigte sich, dass das Event kein weiterer Festivalaufguss für die große Masse ist. Vielmehr wirkt es wie ein familiäres Projekt mitten in der Provinz und doch mit einem Ruf, der bereits vom Rolling Stone als Geheimtipp beschrieben wurde.

Anders als es mittlerweile bei den großen Festivals der Fall ist, wird das Pfingstrock nicht von einem Konzern, sondern von einem eingetragenen Verein veranstaltet. Daniel Tietze organisiert das Festival mit mehr als 50 Freiwilligen des Botanikrocker e. V. Seit 2013 finden die Konzerte in Herzberg statt und werden inzwischen vom eigens dafür gegründeten Verein durchgeführt. „Wir wollen den Spagat hinbekommen und hier etwas bieten, was es so in der Region sonst nicht gibt“, beschreibt Tietze den Anspruch.

Dieser Charakter wird auch durch den Ort verkörpert. Gespielt wird im Botanischen Garten in Herzberg. Die Location ist eine kleine, grüne Idylle und ermöglicht ein familiäres, nahbares Gefühl, nicht nur dabei zu sein, sondern mittendrin.

Bei welchem Festival steht sonst eine Abiturklasse mit einem eigenen Verkaufsstand? Lina Eiffler, Simon Tanneberger und Johnny Lehmann vom Phillip-Melanchthon-Gymnasium in Herzberg verkaufen dort vegane und vegetarische Speisen. Lina erklärt: „Unser Lehrer ist in die Organisation beim Pfingstrock involviert. Vergangenes Jahr war schon eine Klasse hier, jetzt soll sich das etablieren. Da haben wir natürlich sofort zugesagt und mitgemacht.“

Pfingstrock in Herzberg: Festival mit familiärer Atmosphäre

Neben dem Pfingstrock findet im benachbarten Stadtpark am Sonntag auch das Pfingströckchen statt. Dort können junge Musiker erste Bühnenerfahrung sammeln. Neben den Kindern aus Kita und Musikschule tritt aber auch immer eine Band auf.

Daniel Tietze erklärt die Idee dahinter: Mama und Papa kommen mit Oma/Opa sowie den Kindern her, Kinder bleiben dann bei den Großeltern und die Eltern können zum Pfingstrock gehen. „Aber ob das jemand wirklich so macht, weiß ich nicht“, schmunzelt er. Wohl eher nicht, wenn man sich die Zuschauer beim Pfingstrock so anschaut. Hier sind zahlreiche Eltern mit ihren Kindern, die ausgelassen tanzen.

  • Pfingstrock 2026 in Herzberg

    Beim Pfingstrock 2026 in Herzberg verkauften Lina Eiffler, Simon Tanneberger und Johnny Lehmann vom Phillip-Melanchthon-Gymnasium vegane und vegetarische Speisen. Die Einnahmen kommen der Abikasse zugute.

    Kai Roeper
  • Pfingstrock 2026 in Herzberg

    Michèl von Wussow eröffnete das Pfingstrock 2026 in Herzberg am Sonntag. Das Festival ist bekannt dafür, der letzte Schritt vor dem großen Durchbruch zu sein. Vielleicht ja auch für den Sänger aus Hamburg.

    Kai Roeper
  • Pfingstrock 2026 in Herzberg

    Eigentlich wollten sie Razz (hier Bassist Lukas Bruns und Schlagzeuger Steffen Pott, v.l.) überraschen. Doch das ist beim Pfingstrock 2026 in Herzberg gar nicht so einfach. Groß ist das Gelände nicht, und so wurden die Freunde schnell entdeckt.

    Kai Roeper
  • Pfingstrock 2026 in Herzberg

    Vor einigen Jahren wären sie fast zum ESC gefahren. Am Sonntag traten sie beim Pfingstrock 2026 in Herzberg auf. 12 Punkte für die Zwillinge Simon und Julian Fuchs und ihrer Band Lonely Spring.

    Kai Roeper
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Auch Luisa, Maria und Julia aus Berlin überlegen, nächstes Jahr ihre Kinder mitzubringen. „Wir haben das Pfingstrock letztes Jahr entdeckt und mussten einfach wiederkommen. Es ist nicht so riesig, bietet erschwingliche Preise und trotzdem eine hohe Qualität. Genau das haben wir gesucht“, sagen sie. Die drei sind sich einig, dass es ein absoluter Geheimtipp ist und auf jeden Fall ein Einstiegsfestival für Jugendliche ab 13 Jahren sein kann. Ob sie ihr Mädelswochenende aber wirklich opfern, darüber sind sich die drei Berlinerinnen noch unschlüssig.

Pfingstrock in Herzberg ist überregional bekannt

Dass das Pfingstrock-Festival auch über die Region hinaus wahrgenommen wird, liegt unter anderem an der Mischung aus etablierten Bands und Newcomern, die oft genau hier den nächsten Schritt in ihrer Karriere machen. Am Sonntag standen Michèl von Wussow sowie Lonely Spring (bekannt durch den ESC-Vorentscheid 2023) auf dem Programm.

Neben den schwedischen Rockern von Deville gelten auch Razz als die erfahrenen Köpfe im Line-up. Schlagzeuger Steffen Pott sagt: „Wir spielen schon unser halbes Leben lang auf Bühnen.“ Die Indie-Rockband ist es gewohnt, auf großen Konzerten aufzutreten. Sie spielten unter anderem auf Festivals wie Rock am Ring oder dem Hurricane und waren Vorband für internationale Top-Acts wie Jimmy Eat World, Kraftklub oder Mando Diao.

„Klar bieten wir auch Newcomern wie Michèl von Wussow eine Bühne. Aber wir sind natürlich auch bestrebt, Bands zu holen, die man aus Funk und Fernsehen kennt“, sagt Daniel Tietze.

Greta, Lordes, Matze und Kathi aus Berlin sind wegen der Band Blackout Problems angereist, die gestern gespielt hat. Die vier sind vom Festival überrascht. „Ein cooles Line-up, tolle Stimmung und eine einfache Anreise aus Berlin“, lautet ihr Fazit. Sie hätten mit mehr Besuchern gerechnet. Lordes' Aufruf: „Kommt her, hier ist es geil!“

Dass das Pfingstrock auch 2026 ein Geheimtipp war, hat sich bestätigt. Um aus diesem Status herauszukommen, muss sich das Erfolgsrezept aus fairen Preisen, aufstrebenden sowie bekannten Bands und der besonderen familiären Atmosphäre nun noch mehr herumsprechen.

Daniel Tietze zeigt sich mit den Zuschauerzahlen zufrieden. Etwa 1500 Gäste waren am Wochenende dabei. Und wer weiß, vielleicht ist es auch gut, wenn man diesen Status einfach behält.