Leukämie
: Schüler aus Herzberg als potenzielle Lebensretter

Der Kampf gegen Blutkrebs benötigt vor allem Spender. Das Herzberger Gymnasium engagiert sich seit Jahren dafür. Was dabei bisher erreicht wurde.
Von
Rico Meißner
Herzberg
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Dr. Barbara Pietzonka (l.) und Sophie Lehmann nach der Plakettenübergabe an die Schule, anlässlich der dritten Typisierungsaktion.

Dr. Barbara Pietzonka (l.) und Sophie Lehmann nach der Plakettenübergabe an das Philipp-Melanchthon-Gymnasium in Herzberg, anlässlich der dritten Typisierungsaktion.

Dieter Müller
  • Das Herzberger Gymnasium führt seit 2020 Typisierungsaktionen gegen Blutkrebs durch.
  • Schüler der 11. und 12. Klassen werden von der DKMS über Typisierung informiert.
  • Teilnahme an der Typisierung ist freiwillig; rund 60 Schüler nahmen zuletzt teil.
  • Zwei Spender wurden bereits gefunden, was Hoffnung macht.
  • Das Gymnasium erhielt eine Plakette "Schule rettet Leben".

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Blutkrebs gehört zu den schlimmsten Diagnosen, die man erhalten kann. Es handelt sich um einen Oberbegriff verschiedener, bösartiger Erkrankungen des blutbildenden Systems. Dabei entarten Blutzellen und vermehren sich unkontrolliert, was zu einer Verdrängung von roten und weißen Blutkörperchen sowie Blutplättchen führt. Die bekannteste Form dieser Erkrankung ist Leukämie.

Eine Möglichkeit, mit der versucht wird, dieser Krankheit beizukommen, ist unter anderem die Knochenmarks- oder Stammzellentransplantation. Das Hauptproblem liegt darin, geeignete Spender hierfür zu finden.

Am Philipp-Melanchthon-Gymnasium in Herzberg hat man diese Problematik bereits vor Jahren in Angriff genommen. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS)  schon 2020 eine Typisierungsaktion an der Schule gestartet. Eine weitere folgte im Jahr 2023 und die vorerst letzte in der vergangenen Woche.

Leukämie: Typisierungsaktion an Herzberg Schule ist freiwillig

Für diese Aktion werden die Schülerinnen und Schüler der 11. und 12. Klassen zunächst mit Unterstützung der DKMS über die Notwendigkeit einer Typisierung informiert. Die Teilnahme an diesem etwa einstündigen Vortrag ist verpflichtend, wie Schulleiterin Dr. Barbara Pietzonka erklärt, die Teilnahme an der Typisierung danach ist es nicht.

Dennoch finden sich unter den Schülern viele Freiwillige, die einen Abstrich für die Registrierung in der Datei bereitstellen. Da einige noch nicht volljährig sind, werden ihre Daten anonymisiert und erst mit Vollendung des 18. Lebensjahres in der Datei als potenzielle Spender sichtbar. Die jetzige Zustimmung sei auch jederzeit widerrufbar.

„Am vergangenen Freitag haben sich rund 60 Schülerinnen und Schüler zur Teilnahme entschlossen“, fasst es die Schulleiterin Anfang dieser Woche zusammen.  „In Relation zur Teilnehmerzahl ist dies ein überwältigendes Ergebnis“, bewertet auch Sophie Lehmann von der DKMS diese Zahl.

Typisierung in Herzberg: bereits zwei Spender gefunden

Die Studentin, die solche Veranstaltungen durchführt, arbeitet ehrenamtlich für die DKMS. Sie hat selbst bereits gespendet und engagiert sich deshalb umso mehr. Von dem Ergebnis in Herzberg ist selbst Dr. Pietzonka überrascht. „Seit wir damit angefangen haben, haben wir bereits zwei Spender hervorgebracht. Wenn man bedenkt, dass man eine Art ‚genetischen Zwilling‘ finden muss und die Wahrscheinlichkeit dafür weltweit unter einem Prozent liegt, ist das schon ein glücklicher Umstand, der Hoffnung macht.“

Als Dank für die Teilnahme hat das Gymnasium nun auch eine Plakette mit der Aufschrift „Schule rettet Leben“ am Freitag erhalten. Wo sie angebracht werden soll, weiß die Leiterin momentan noch nicht so genau. „Wir überlegen noch, wo man sie so anbringen kann, sodass auch die Allgemeinheit Notiz von ihr nimmt.“ In der Hoffnung, weitere Menschen für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren.