30 Jahre war die Orgel in der Stolzenhainer Kirche stumm. Als der schwer geschädigte Fachwerkturm der mittelalterlichen Dorfkirche 1991 endlich saniert wurde, musste die Orgel, die die Gemeinde seit 1876 zuverlässig begleitet hatte, ausgebaut werden. Ihre einzelnen Teile wurden zunächst im Pfarrhaus nebenan eingelagert, später aber wieder auf der Empore der Kirche deponiert.
Erst 2019 konnten der Wiederaufbau und die Restaurierung des Instruments durch die Mitteldeutsche Orgelbau A. Voigt GmbH Bad Liebenwerda in Angriff genommen werden, berichtet Hans Werner Unger von der Initiative Kranichgrund.

Falkenberg

Die kleine Orgel wurde 1876 von dem Merseburger Orgelbauer Friedrich Gerhardt gebaut. Bis auf die Zinnpfeifen, die im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen und jetzt ersetzt wurden, sind alle Originalteile noch erhalten. Das mache das Instrument zu einem Kulturdenkmal von überregionaler Bedeutung, so Hans Werner Unger. Die finanziellen Mittel für die Restaurierung haben die Evangelische Landeskirche EKM, der Kirchenkreis Bad Liebenwerda, das Kirchspiel Schönewalde und mit ihm die Kirchengemeinde Stolzenhain sowie der Landkreis Elbe-Elster bereitgestellt.

Kleines Festprogramm am Sonntag

Gefeiert wird die Orgeleinweihung am Sonntag mit einem kleinen Festprogramm. Um 13 Uhr beginnt in der Kirche eine musikalische Andacht. Dabei wird die Herzberger Kantorin Solveig Lichtenstein auf der restaurierten Orgel spielen. Orgelbauer Markus Voigt wird einige Worte zur Restaurierung des Instrumentes sagen. Ab 14 Uhr erklingt ein heiteres Konzert mit Studierenden des Instituts für Musikpädagogik der Leipziger Musikhochschule unter Leitung von Prof. Ursula Schönhals. Anschließend lädt die Kirchengemeinde zu einer Kaffeetafel ein.