Keime im Trinkwasser
: Hunderte Haushalte im Amt Schlieben müssen Wasser abkochen

Bei einer Routine-Untersuchung des Trinkwassers im Bereich Lebusa wurden Keime festgestellt, die dort nicht sein dürften. Wo die herkommen könnten und wie sich die betroffenen Haushalte jetzt verhalten sollten.
Von
Birgit Rudow
Lebusa
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Im Bereich Lebusa des Amtes Schlieben sollten die Haushalte ihr Trinkwasser vorerst abkochen.

Bernd Weißbrod/dpa

Mehr als 500 Haushalte im Bereich der Gemeinde Lebusa mit den Ortsteilen Freileben, Körba, Striesa und Schöna-Kolpien (Amt Schlieben) müssen vorerst ihr Trinkwasser abkochen. Darüber wurden die Einwohner per Handzetteln des Herzberger Wasser- und Abwasserzweckverbandes (HWAZ) informiert.

Laut HWAZ wurde bei einer regelmäßigen Routinekontrolle des Trinkwassers am Donnerstagnachmittag (9. November) eine Verunreinigung mit Enterokokken / Escherichia coli-Bakterien festgestellt. Sie gehören zu den Keimen, die laut Trinkwasserverordnung nicht im Trinkwasser vorkommen dürfen.

Auch Teltow-Fläming informiert

Alle Analysen würden automatisch an das Gesundheitsamt weitergeleitet, das habe dann sofort die Abkochung des Trinkwassers in dem betroffenen Bereich angeordnet, so der technische Leiter des HWAZ Roberto Welz. Auch das Gesundheitsamt des Landkreises Teltow-Fläming, zu dem Teile von Schöna-Kolpien gehören, sei verständigt worden. Der HWAZ hat dann die Haushalte per Wurfzettel informiert.

Wie der Verband darin mitteilt, handelt es sich nicht um Krankheitserreger, sondern um sogenannte Indikatorkeime, bei denen davon ausgegangen werden muss, dass verunreinigtes Oberflächenwasser in die Versorgungsanlage gelangt sein könnte. Die Bürger sollen das Trinkwasser deshalb bis zum Aufsprudeln abkochen, auch das Wasser, mit dem Lebensmittel hergestellt oder bearbeitet werden.

Neue Erkenntnisse Anfang nächster Woche

Der HWAZ hat das Netz gespült und kontrolliert. Es wurde eine weitere Probe entnommen, deren Ergebnis Anfang kommender Woche erwartet wird. „Die Ursachen für das Vorhandensein der Keime könnten von verunreinigtem Oberflächenwasser bis hin zu einem Messfehler reichen“, sagte Roberto Welz. Die Bürger werden gebeten, die Hinweise des Verbandes und des Gesundheitsamtes ernst zu nehmen. „Es ist eine Sicherheitsmaßnahme. Solche Anordnungen geben Gesundheitsämter aber nicht umsonst heraus“, sagt der technische Leiter.

Auch in der Kreisverwaltung bezeichnet man die Anordnung als Vorsichtsmaßnahme. Anfang nächster Woche werde über das weitere Vorgehen entschieden, so ein Sprecher.