Von Birgit Rudow, Heike Lehmann, Sylvia Kunze und Mirko Sattler

Die Freibaderöffnung in Herzberg hatte am Dienstag einen leicht melancholischen Anstrich. Bei allem Hin und Her um die Einrichtung in den vergangenen Monaten wollte man doch nicht vergessen, dass es in diesem Jahr 50 Jahre her ist, seit das Bad eingeweiht wurde. So war auch der „Vater“ des Bades, der damalige Herzberger Bürgermeister Gerhard Pohl, zum Saisonstart eingeladen. Der 87-Jährige konnte sich nicht mehr daran erinnern, wann er das letzte Mal im Herzberger Freibad war, aber dass die Stadt es damals ohne die schwere Technik der Russen nicht geschafft hätte, das Bad zu bauen, wusste er noch ganz genau und gab es zum Besten.

Mit von der Partie beim Sprung ins kühle Nass war am Dienstag wie schon im vergangenen Jahr auch Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU). Das werde vielleicht zur Tradition, meinte Bürgermeister Karsten Eule-Prütz, sozusagen als Zeichen der Verbundenheit zwischen Kreis und Kreisstadt. Der Bürgermeister brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die Herzberger ihrem Bad auch weiterhin die Treue halten. Mit den erhofften Fördermitteln vom Bund für eine grundhafte Neuanlage hat es nicht geklappt. Am Donnerstag will das Stadtoberhaupt in der Stadtverordnetenversammlung berichten, wie es weiter gehen soll mit dem Bad, in das die Stadt summa summarum jährlich 250 000 Euro steckt.

Unterstützung für Freibad-Kommunen

Laut Schwimmmeister Gerald Thäle haben sich die Reparaturen in diesem Jahr dank des milden Winters in Grenzen gehalten. Die Technik hat mitgespielt und die Wasserqualität stimmt. Aber bei der alten Anlage könne jederzeit etwas passieren. „Wir brauchen uns nichts vorzumachen, die Uhr tickt“, meint Thäle.

Wie Herzberg geht es vielen Kommunen im Landkreis, die Freibäder betreiben. Reparaturen, Betriebskosten, Rettungsschwimmer – das alles kostet sie viel Geld für eine freiwillige Aufgabe, auf die niemand gern verzichten möchte. Schon gar nicht nach dem vergangenen Sommer. Die CDU-Fraktion des Kreistages hat sich deshalb ein Förderprogramm für kommunale Freibäder im Landkreis in ihr Wahlprogramm geschrieben und sich kürzlich in Merzdorf über den Zustand des Bades und die finanzielle Situation der Gemeinde informiert. Laut Amtsdirektor Thilo Richter decken die Einnahmen nur 60 Prozent des Badbetriebes. „Wir möchten die Kommunen mit Freibädern mit einem kreislichen Förderprogramm entlasten“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Rainer Genilke. Es gehe darum, die Bäder zu erhalten und damit auch den Schwimmunterricht für die Kinder. Das Programm solle für alle Freibäder gelten, nicht aber für Badestellen an Seen oder Flüssen. Und es solle nicht dafür da sein, Investitionen zu unterstützen, sondern den Kommunen bei der Bewältigung der Betriebskosten zu helfen, so Genilke. Wie genau das Programm aussehen und vor allem, wie es finanziert werden soll, dazu hat sich die CDU-Fraktion noch nicht konkret geäußert. Kreis-Kämmerer Peter Hans gab zu, von dem Vorhaben gehört zu haben. Mittel seien dafür im Kreishaushalt aber nicht eingestellt, sagt er. Auch der Landrat bezeichnete das Vorhaben erstmal als eine Idee, die aber nicht untersetzt sei.

Das muss man wissen

Das Freibad Herzberg hat in den voraussichtlich nächsten beiden Wochen von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Das Wasser ist 18 Grad „warm“. Ab Juni ist das Bad bis 20 Uhr offen. Witterungsbedingte Änderungen der Öffnungszeiten werden bekannt gegeben.

Naherholungsgebiet „Kiebitz“ in Falkenberg: Die Bewachung des Badebetriebs sichert Schwimmmeister Stephan Thiele gemeinsam mit der DRK-Wasserwacht Falkenberg in der Regel von 11 bis 18 Uhr ab – je nach Wetterbedingung. „Ist am Rettungsturm die Fahne gehisst, wird bewacht“, lässt Stephan Thiele wissen, woran Badegäste erkennen, ob sie im bewachten Bereich „unter Kontrolle“ stehen oder nicht.

Schradenland: Der Badespaß im Schradenland kann beginnen. „Wir sind fertig. Heute war die Hygiene da und hat Wasserproben genommen. Am Freitag kommt die Auswertung. Wir sind aber sicher, dass es keine Beanstandungen geben wird. Am Sonnabend ab 10 Uhr haben dann die beiden Bäder täglich geöffnet“, freut sich Bäderkoordinator Maik Gentsch auf den Start. Der heiße Sommer 2018 hatte Besucherrekorde purzeln lassen. In Merzdorf waren 23 000 und in Großthiemig 16 000 zahlende Gäste gezählt worden. Jetzt ist Konkurrenz hinzugekommen. Das Freibad in Ortrand lädt nach Jahren der Zwangspause wieder ein. „Die Leute suchen sich immer den kürzesten Weg“, wagt Maik Gentsch keine Prognose auf etwaige Auswirkungen. Zu den treuen Gästen gehören jene aus den benachbarten Sachsendörfern.

Die Winterpause wurde in Merzdorf genutzt, um den Sozialtrakt zu streichen, Bäume zu fällen und eine Hecke zu pflanzen. In Großthiemig ist unter anderem eine neue Liegewiese angelegt worden. Kurz vor der Eröffnung musste noch die Pumpe für die Rutsche repariert werden. Ab Sonnabend erwartet ein neuer, aufblasbarer Babypool auch die ganz kleinen Wasserratten. Zwölf große Sonnenschirme sorgen für Schatten. Gespeist wird das 1000 Quadratmeter große Becken in Großthiemig aus zwei eigenen Brunnen.

Derzeit hat das Wasser in beiden Bädern nur 16 Grad. Geöffnet ist täglich an regenfreien Tagen ab einer Außentemperatur von 20 Grad Celsius bis Anfang September.

In Finsterwalde startet die Freibadsaison am Samstag. „Es ist alles vorbereitet. Die Öffnungszeiten und Eintritte bleiben unverändert“, sagt Bäderchef Torsten Marasus.

Der Saisonstart im Erlebnisbad Tröbitz wird aufgrund des Wetters noch hinausgeschoben. Darüber informiert Bürgermeister Holger Gantke. „Wir peilen Anfang Juni an, öffnen aber spätestens zu Pfingsten“, sagt er.

Im Waldbad Crinitz ist am 1. Juni um 10 Uhr großer Saisonstart und gleichzeitig Kinderfest. Auch das Bistro wird dann neu eröffnet. Es gibt den ganzen Tag über Hüpfburgen und diverse Kinderstationen, musikalische Unterhaltung, eine Bubbleball-Arena, Rodeo-Reiten sowie verschiedene Gewinnspiele. Der Tag endet mit einer großen After­show-Party. Dazu ist Kevin, Deutschlands Andreas-Gabalier-Double Nr. 1, gebucht.