Hunde in Falkenberg: Verein richtet erstmals Landesmeisterschaft für Fährtenhunde aus
Er gilt als bester Freund des Menschen und das ganz besonders dann, wenn er gut erzogen ist. Da die Erziehung so zeitig wie möglich beginnen sollte, ist ein Hundesportverein mit dazugehörigem Platz gewiss nicht die schlechteste Adresse, an die man kommen kann. Im Lauf der vergangenen Jahre hat sich das Angebot des Vereins in Falkenberg kontinuierlich verbessert und lockt mittlerweile auch Hundebesitzer abseits von Elbe–Elster in die Stadt.
„Den Platz in Falkenberg gibt es ja bereits seit den 1960er Jahren. Aber nach der Wende verkam er zusehends. Stück für Stück wurde er dann wieder hergerichtet“, blickt Julian Schumann, der Vorsitzende des „Hundesportvereins Falkenberg/Uebigau“ kurz zurück. „1995 gab es dann die Vereinsgründung.“
Gegenwärtig sind etwa 45 Mitglieder in dem Verein eingetragen. „Es kommen aber auch andere Leute, die Hundesport betreiben, mit ihren Tieren zu uns, um den Platz zu nutzen. Meist sind sie in einem anderen Verein bereits organisiert, aber wenn man sich beispielsweise auf ein Turnier vorbereiten will, ist es ratsam, auch einmal unterschiedliche Umgebungen zu nutzen.“ Einige Leute kommen aus der Region Elsterwerda oder Torgau, es gibt aber auch Hundebesitzer, die den Anfahrtsweg aus Leipzig auf sich nehmen. „Seit ungefähr zwei Jahren bieten wir auch die Möglichkeit an, mit einer Gästekarte hier bei uns zu trainieren“, so Schumann.
Welpentraining in Falkenberg genießt hervorragenden Ruf
Die Leitung für die kleinsten Vierbeiner hat Schumanns Schwester, Josefa Dutschmann. Sie leitet das Welpentraining. „Sie hat sich einen sehr guten Ruf erworben“, lächelte der Vorsitzende. „Das hat sich herumgesprochen und uns einen ziemlichen Zulauf beschert.“
Bei den ersten Trainingsschritten geht es in vorderster Linie erst einmal um Bindung, Sozialverhalten und die ersten Grundkommandos. „Es gibt wirklich Leute, die denken, sie geben ihren Hund für eine Stunde ab und wir bringen ihm etwas bei. Das geht natürlich gar nicht, denn der Hund hätte vielleicht etwas gelernt, aber nicht von seinem Besitzer, der die Kommandos geben muss.“ Überhaupt finde „etwa 80 Prozent des Trainings beim Menschen statt“. „Wir leiten die Besitzer nur an und sie müssen auf jeden Fall gewillt sein, die Hinweise auch anzunehmen. Außerdem ist es mit einmal wöchentlichem Training nicht getan, das muss schon täglich in kleinen Dimensionen zu Hause geübt werden.“
Mit etwa einem Jahr setzt dann das Sozialtraining, auch für den Grundgehorsam ein. „Unser Ziel ist, dass zumindest alle unsere Mitglieder mindestens die Begleithundeprüfung absolvieren und bestehen.“
Vielfältige Möglichkeiten nach Begleithundeprüfung in Falkenberg
Aber auch nach bestandener Prüfung gibt es Möglichkeiten, sich auf dem Platz kreativ auszuprobieren. Etwa beim „Rally Obedience“. Dabei wird ein Parcours aus mehreren Stationen aufgebaut. Diese bestehen aus Schildern, die dem Team angeben in welche Richtung es weitergehen soll und was zu tun ist. Ziel ist das schnelle und präzise Abarbeiten der Strecke. Kleine Herausforderungen sind inbegriffen, etwa an einem gefüllten Futternapf vorbeizulaufen, anstatt sich am Inhalt zu bedienen.
Ein Angebot, das sich gerade im Aufbau befindet, ist „Agility“. Hier steht die Bewegung für Mensch und Hund im Vordergrund. Dabei muss der Vierbeiner einen aus mehreren Hindernissen bestehenden Parcours in festgelegter Reihenfolge und innerhalb einer vorgegebenen Zeit überwinden.
Ein anderer Aspekt auf den der Verein stolz ist, ist die Möglichkeit Schutzhundetraining anzubieten. „Dazu braucht es einen ausgebildeten und geprüften Schutzdiensthelfer. Solche Leute sind sehr gefragt, auch das sorgt für Nachfrage bei uns.“ In Falkenberg übernimmt Frank Stoye diese Rolle. Im Gegensatz zur Ausbildung, etwa für den Polizeidienst, gehe es hier beim Sport dem Hund aber nur darum, die „Beute“, also den „Beißarm“ zu ergattern, während der Mensch daneben nicht sein eigentliches Ziel sei.
Individuelle Problembehandlung nicht machbar
Apropos Beißen. Was die Leute des Vereins auch hin und wieder erleben, ist die Tatsache, dass sich manche Halter für sich völlig ungeeignete Hunde zugelegt haben und nun damit nicht mehr klarkommen. „Wenn sich beispielsweise ein älteres Ehepaar einen Riesenschnauzer zulegt, dann kann das schon zu Problemen führen.“ Auch manche Aufnahmen aus dem Tierheim können Probleme in sich tragen. „Salopp gesagt, können wir nicht einfach bei uns aus einem aggressiven Tier sofort einen lieben Hund machen“, unterstreicht Julian Schumann. „So etwas erfordert sehr viel Aufwand und Zeit und die haben wir als Ehrenamtliche hier gar nicht. Dafür gibt es aber Möglichkeiten zur Einzelbetreuung, an die wir solche Halter dann verweisen.“
Erstmals Landesmeisterschaften für Fährtenhunde
Als Novum wird der Verein in diesem September zum ersten Mal auch die „Fährtenhundelandesmeisterschaft Berlin–Brandenburg“ ausrichten. „In dem Bereich sind wir bisher noch nicht so umfassend aktiv, aber da der Landesverband dringend nach ausrichtenden Vereinen suchte, haben wir uns beworben“, berichtet Schuhmann. Die für die Meisterschaft benötigte Fläche von etwa 40 Hektar wird durch die Agrargenossenschaft Beyern zur Verfügung gestellt werden.
„Der Fährtenleger wird jeweils konkret vorgeschriebene Strecken ablaufen und hin und wieder vielleicht auch ein kleines Objekt hinterlegen. Ein Verleiter führt noch einmal „Abkürzungen“ in die Strecke ein, auf die der Hund allerdings nicht hereinfallen darf. Bei Aufnahme der Fährte riecht der Hund aber nicht die Schuhe des Legers, sondern die Bodenveränderungen durch den Auftritt. Diese Tätigkeit ist für das Tier ausgesprochen herausfordernd.“
Für die Veranstaltung am 9. und 10. September hofft man nun auf einigermaßen gutes Wetter, denn zu starker Regen etwa kann die Fährte unbrauchbar machen. Geeignet für diesen Sport seien am besten Gebrauchshunde, wie etwa Schäferhund, Boxer oder Riesenschnauzer.
Abgesehen davon sind im Verein so ziemlich alle denkbaren Varianten vertreten. „Das reicht vom Mops über diverse Mischlinge bis hin zum Husky. Gerade bei öffentlichen Vorführungen, wie zum Beispiel beim Strandfest, gibt es immer ein schönes Bild ab, wenn sich die Großen und Kleinen gemeinsam einträchtig präsentieren.“





