Auch wenn die Niederschläge der vergangenen Tage den Wasserstand der Schwarzen Elster nach der langen Dürrezeit noch längst nicht wieder auf Normalmaß gebracht haben, bleiben Flussanlieger insbesondere in Sachen Hochwasserschutz aufmerksam. Geht es um Gewässerunterhaltung, wie bei der zurückliegenden turnusmäßigen Deichschau, schwingt immer auch die Frage nach dem Fortschritt der nötigen Anstrengungen beim Hochwasserschutz mit.

Unterlagen für Ortslage Herzberg jetzt zur Planfeststellung gegeben

Die zurückliegenden Hochwasserereignisse, selbst wenn sie nun schon einige Jahre zurückliegen, haben Anwohner und Verantwortliche vor Ort wachsam werden lassen. Und deshalb kann die Information von Gunnar Soyka vom Landesumweltamt, dass geplante Maßnahmen zum Hochwasserschutz der Ortslage Herzberg erst vor wenigen Tagen zur Planfeststellung weitergereicht worden sind, nicht wirklich zufriedenstellen. „Mir wäre es lieber, wenn die Arbeiten nicht nur von der Planung her angefangen sind, sondern schon abgeschlossen wären“, sagt der Herzberger Ordnungsamtsleiter Sven Ziehe.

Kommentar zum Hochwasserschutz Geduld strapaziert

Herzberg

Aber selbst die Planung zieht sich hin. Frühere Aussagen der Verantwortlichen avisierten, dass bereits im ersten Quartal 2018 die Unterlagen zur Planfeststellung eingereicht werden sollten. Daraus ist nun schon Ende 2019 geworden. Bleibt abzuwarten, ob es bei dem angeblich zwei Jahre dauernden Genehmigungsverfahren bleibt, oder ob dafür ebenfalls mehr Zeit vergeht. Dann folgt noch die Ausführungsplanung. Bis zum ersten Spaten- bzw. Baggerstich wird es also weiter dauern.

Alte Schadstellen werden nach und nach beseitigt

Anderweitig kann jedoch auch sichtbarer Fortschritt konstatiert werden. Die noch offenen Schadstellen nach den Hochwassern 2010 und 2013 werden immer weniger. Aktuell ist man dabei, in Wahrenbrück einen Abschnitt des Deiches linksseitig des Flusses herzurichten. Wer auf der Elsterbrücke im Stadtgebiet steht, kann den Baufortschritt sehr gut sehen. Man rechnet damit, die Arbeiten bestenfalls noch in diesem Jahr zum Ende zu bringen.

Für die ganz normale Gewässerunterhaltung kann Steffen Görlich vom Gewässerunterhaltungsverband Kremitz-Neugraben eine positive Bilanz ziehen. Die Krautungen sind voll im Gange. Zwischen Wahrenbrück und Herzberg liegen die Arbeiten alle weitgehend im Plan, berichtet er. Vor allem auch deshalb, weil in diesem Abschnitt der Schwarzen Elster zurückliegende Stürme keine so großen Schäden angerichtet haben wie weiter flussaufwärts, die es erst einmal zu beräumen gelte. „Wenn es Baum- oder Astwurf gab, dann schaffen wir es, diesen zeitnah zu beräumen“, berichtet er. Auch einige Inselanlandungen, die sich in der Trockenzeit gebildet haben, konnten schon aus dem Flussbett entfernt werden.

Einige Vorhaben warten noch auf Geld

In Wartestellung befinden sich jedoch noch immer die Schöpfwerke, insbesondere die in Uebigau und in Wahrenbrück. Es fehlt am Geld für die Umsetzung, muss Soyka mitteilen. „Wir wollen jetzt in Richtung Genehmigung kommen, damit wir, sobald Geld bereitsteht, anfangen können“, macht er Hoffnung, dass das Warten bald ein Ende hat.

In Uebigau müsse am Schöpfwerk ausgebaggert werden, damit es wieder Wasser aufnehmen und sicher betrieben werden könne, erläutert Norbert Lachmann, Sachbearbeiter in der Unteren Wasserbehörde des Landkreises. Aktuell stehe der Bereich davor voller Schilf.

Im Wahrenbrücker Schöpfwerk wäre eine Instandsetzung nötig. Sie könne ins Auge gefasst werden, wenn man in Uebigau fertig sei, lässt Soyka wissen und setzt nach, dass ebenso für das Sil in Postberga noch eine Instandsetzung geplant sei. Aber: Solange die Gelder nicht bereitgestellt seien, bleibe es erst einmal weiter bei der normalen Unterhaltung der Anlagen.

Hochwasserschutz Schwarze Elster Geballter Hochwasser-Protest

Elsterwerda

Was sonst noch am Fluss zu tun bleibt


Ein Büro hat angefangen, Unterhaltungspläne für die Schwarze Elster zu erarbeiten. Man rechnet gegenwärtig damit, dass sie nächstes Jahr fertig sein sollen.

Für die Deiche soll ein Kilometrierungssystem geschaffen werden, das hauptsächlich der besseren Orientierung im Schadensfall dienen soll.

Die Profilierung des Vorlandes nahe des Klärwerks in Uebigau ist noch offen. Sie soll sichern, dass das Gefälle des Vorlandes zum Fluss hin geht. Aktuell ist es eher anders herum.

An der Ufersicherung in Herzberg wird aktuell gearbeitet. Die Hälfte der Arbeiten ist schon erledigt. Jetzt geht es Richtung Kaxdorfer Straßenbrücke weiter. Wenn das Wetter mitspielt, will man bis Ende des Jahres fertig sein.