Fußball in Herzberg
: Die Stadt hat die fairsten Kicker in Brandenburg – ein Zufall?

Die 1. Männermannschaft des VfB 68 Herzberg konnte den Fair Play-Wettbewerb in der vergangenen Saison gewinnen. Das steckt hinter der Auszeichnung.
Von
Birgit Rudow
Herzberg
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Neben dem Titel "Fairste Mannschaft der Saison 2023/2024 in Brandenburg" freut sich der VfB über 1000 Euro für die Vereinskasse und zehn neue Spielbälle. Dr. Frank Hamann, Vorstandsvorsitzender der 68er, und VfB-Kapitän Tobias Schudlich nahmen die Auszeichnung entgegen.

Neben dem Titel „Fairste Mannschaft der Saison 2023/2024 in Brandenburg“ freute sich der VfB über 1000 Euro für die Vereinskasse und zehn neue Spielbälle. Dr. Frank Hamann, Vorstandsvorsitzender der 68er, und VfB-Kapitän Tobias Schudlich nahmen die Auszeichnung von Dieter Dünnbier, Fair Play-Beauftragter im Fußball-Landesverband Brandenburg, entgegen.

FLB/Henry Blumroth
  • VfB 68 Herzberg gewann den Fair Play-Titel 2023/2024 in Brandenburg.
  • Herzberg erhielt 1000 Euro und zehn neue Spielbälle.
  • Fairness-Wertung: 32 gelbe und eine rote Karte.
  • Präsident Frank Hamann lobt Fair-Play-Kultur im Verein.
  • Chancen auf Titelverteidigung gering: sechs gelbe Karten im September.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Etwa 100 Fußball-Männermannschaften gibt es im Amateurbereich auf Landesebene in Brandenburg. Sie spielen in der Brandenburgliga, den beiden Landesligen und den drei Landesklassen. Am Ende jeder Saison ermittelt der Landesverband die fairste Mannschaft - das Team mit den wenigsten gelben und roten Karten. In der Saison 2023/24 war das die erste Männermannschaft des VfB 68 Herzberg, Achter in der Landesklasse Süd.

Mit 32 gelben und nur einer roten Karte führte der VfB die Fairness-Wertung an. Grund genug für den Fair Play-Beauftragten im Fußball-Landesverband Dieter Dünnbier, den Herzbergern zum ersten Heimspiel der neuen Saison nicht nur zu diesem Titel zu gratulieren, sondern auch einen Scheck über 1000 Euro und zehn Spielbälle mitzubringen. Bei aller Notwendigkeit, um Tore und Punkte zu kämpfen, bleibe das Fair Play das wichtigste Element, meinte er. „Ich habe in Herzberg viele angenehme Gespräche geführt und ein großes Gemeinschaftsgefühl gespürt. Fairness wird hier nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz umgesetzt“, sagte Dieter Dünnbier.

Für VfB-Präsident Frank Hamann war die Auszeichnung eine schöne Überraschung. „Ich denke, wir leben Fair-Play in unserem Verein. Auch, wenn es mal Aussetzer gibt“, sagt er. Vieles sei davon abhängig, wie es sportlich läuft, meint Hamann. In einer Negativserie könne das Spiel schon mal ruppiger und das Publikum lauter werden, meint er. Zum Glück aber habe der VfB 68 Herzberg keine „Ultras“, sondern engagierte und zumeist faire Fans. Der Verein achte auf Fairness, das sei vor allem ein Verdienst von Frank Lehmann, der die erste Mannschaft in der vergangenen Saison trainiert hat, so der Präsident.

Mit der Titelverteidigung wirds wohl nichts

Dennoch: Ist so ein Fair-Play-Titel Zufall oder lässt sich Fairness als Vereinsphilosophie durchsetzen? Weder noch, meint Frank Lehmann. Dazu spielten zu viele Faktoren eine Rolle. Fairness muss eine Grundeinstellung sein, fordert er. Aber manchmal würden auch einfache  Umstände im Amateurfußball zu mehr oder weniger Karten führen. Zum Beispiel, wenn Spieler, die zum Meckern neigen, verletzt sind. Oder wenn man öfter Schiedsrichter habe, die nicht so schnell rot oder gelb ziehen, wie andere.

Die Behauptung, Herzberg habe die fairsten Amateurfußballer im Land, lässt sich also nicht aufrechterhalten. Dass sich der VfB um Fair-Play bemüht, hingegen schon. Den Titel dürfte er in der neuen Saison aber wohl dennoch nicht verteidigen. Im Punktspiel am 21. September beim FC Bad Liebenwerda hat es sechs gelbe Karten für die Herzberger gehagelt.