Fundbüro Liebenwerda: Per Auktion zum neuen Fahrrad in Falkenberg

Die Verbandsgemeinde Liebenwerda versteigert Fahrräder aus dem Fundbüro. So sucht auch Rosemarie Andres (r.) einen günstigen Drahtesel für die Stadt. Ihr Freund Ulrich Koziolek hilft ihr bei der Auswahl.
Thomas Keil- In Falkenberg versteigert die Verbandsgemeinde Liebenwerda 34 Fundbüro-Fahrräder per stiller Auktion.
- Spitzengebote: 507 € für ein E-Bike, 310 € für ein Bianchi-Rennrad, 13 Gebote fürs rote Damenrad.
- Nicht verkaufte Räder gehen an gemeinnützige Einrichtungen oder einen lokalen Fahrradhändler.
- Reparaturbedarf bei vielen Rädern gering, Gewährleistung gibt es jedoch keine.
- Auktion zieht Familien, Rentner und Händler an – Polizei klärt Eigentumsfragen vorab.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Rot ist es, die Schutzbleche glänzen in der Sonne, beinahe wirkt es neuwertig. Die Nummer 31 dürfte eins der begehrteren Angebote sein. So begutachtet auch Rosemarie Andres das Damenrad auf dem Bauhof in Falkenberg. „Ich suche einen Ersatz für die Stadt“, sagt die Falkenbergerin. Bei ihrem bisherigen Rad sei das Tretlager kaputt. Die Reparatur lohne sich nicht, meint ihr Lebenspartner Ulrich Koziolek. Folglich wagen die beiden Rentner ein Gebot auf das Excelsior.
Am Dienstag (15.7.) hat die Verbandsgemeinde Liebenwerda Fahrräder versteigert, die im Fundbüro abgegeben worden sind. „Insgesamt 34 Stück wurden offeriert“, sagt Andrea Wagenmann. Es handle sich dabei um eine stille Auktion, erläutert die Leiterin des Ordnungsamtes: Interessenten geben während der Besichtigungszeit ihr Gebot im Bürgerbüro ab. „Dann wird hinterher geschaut, wer das Meiste geboten hat.“ Bei Gleichstand entscheide die Zeit der Abgabe – hier gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Bezahlt wird bar oder per Karte, Abholung der Ware noch am selben Tag.
In der Verbandsgemeinde ist es erst die zweite Versteigerung dieser Art. „Vor etwa anderthalb Jahren haben wir das schonmal in Bad Liebenwerda gemacht“, blickt die Amtsleiterin zurück. Folglich werden in Falkenberg auch ein paar schon länger auf ihre Eigentümer wartende Räder offeriert – wie ein Trio vollgefederter Mountainbikes. „Das weiße Leader ist 2017 eingelagert worden“, sagt Manuel Ruprich. Der Außendienstmitarbeiter des Ordnungsamtes überwacht die Besichtigung der feilgebotenen Fahrräder auf dem Gelände des Bauhofes.
Fundbüro-Auktion in Falkenberg: Fahrräder für einen guten Zweck
Er schätzt gegen 15.28 Uhr, dass an diesem Tag etwa die Hälfte verkauft wird. „Was heute übrig bleibt, geht an eine gemeinnützige Einrichtung“, blickt er voraus. So sei vor rund anderthalb Jahren in Bad Liebenwerda die Tafel mit den Resten bedacht worden.
Immer wieder sind bis zu fünf, sechs Leute zwischen den Fahrrädern unterwegs. Begutachten diese genau, testen einige Funktionen. Zu den auffälligen Gefährten gehören unter anderem ein Stevens-E-Bike, ein Bianchi-Rennrad und eben das rote Excelsior-Damenrad. Gewährleistung gebe es zwar keine. „Aber das E-Bike funktioniert“, versichert Manuel Ruprich. Er habe es zur Probe gefahren – der Motor läuft und die Restreichweitenanzeige biete bei Vollladung bis zu 100 Kilometer an. „Der Akku ist also noch top.“

Fine (l.) und Felix schieben das soeben erworbene Fahrrad vom Bauhof der Stadt Falkenberg.
Thomas KeilManchen Fahrrädern fehlt nicht viel. Mal ist es die Kette, mal ein Bowdenzug oder ein Flicken auf dem Schlauch. Alles lässt sich vermutlich problemlos reparieren. So ist es nur logisch, dass auch ein stadtbekannter Fahrradhändler die Auktion besucht. „Ich habe zufällig davon erfahren“, sagt er. Auch er wirft einen Zettel für das rote Damenrad mit der Nummer 31 ein. Hin und wieder frage einer seiner Kunden was Gebrauchtes an. „Da muss ich natürlich was vorrätig haben.“ So fülle er hier günstig seinen Bestand auf.
Vermutlich sind einige der Drahtesel nach Diebstählen am Wegesrand entsorgt und so zur Fundsache geworden. „Darum haben wir alle nochmals mit der Polizei abgeglichen“, erläutert Manuel Ruprich. Tatsächlich sei dadurch ein Fahrrad seinem ursprünglichen Besitzer wieder übergeben worden. „Bei den anderen ist das Eigentum aufgegeben“, macht der Ordnungsamtsmitarbeiter klar.
Zu den Interessenten gehören vornehmlich Familien und auch Rentner aus der Falkenberger Gegend. Aber auch die Verwaltungsmitarbeiter bieten mit, wie zum Beispiel der Außendienstler. „Für meine Kinder“, ordnet Manuel Ruprich ein.
Auktion bringt 19 Fahrräder unter die Falkenberger
Am begehrtesten sind schließlich das rote Excelsior, das E-Bike, aber auch das Bianchi-Rennrad. So wurden allein für das Damenrad 13 Gebote abgegeben, das E-Bike drei und den Italo-Racer sieben. Insgesamt sind 49 Gebote auf 19 Fahrräder abgegeben worden. Die Preise bewegen sich zwischen 14 Euro für ein Kinderfahrrad und 507 Euro für das Stevens-E-Bike. „Die Neupreise mancher Räder liegen im vierstelligen Bereich, beispielsweise für das Bianchi“, macht Manuel Ruprich klar. Dieses ist übrigens für 310 Euro weggegangen.
Nach der Verkündung ist für Rosemarie Andres klar: Die Suche geht weiter – ihr Gebot für das rote war zu niedrig. Doch sie haben noch eine Chance, das Rad zu ergattern. Ebenso wie die unterlegenen Bieter des E-Bikes. Beide Fahrräder dürften demnächst beim örtlichen Fahrradhändler offeriert werden. Jener ergattert an diesem Tag gleich vier der Räder.












