Ruhig und beherrscht mit sicherem Gang, eine leicht verwaschene Aussprache zwar, aber mit unaufälliger Reaktion – so erwischte die Polizei im Februar einen Herzberger Autofahrer kurz nach Mitternacht auf dem Weg nach Hause. Der 56-Jährige habe dabei nicht merkbar unter Alkoholeinfluss gestanden, verliest die Staatsanwältin außerdem. Doch der Schein trog, denn tatsächlich hatte der Fahrer des Wagens bei der Kontrolle über zwei Promille Alkohol im Blut. Die Konsequenz: sofortiger Führerscheinentzug und ein Verhandlungstermin am Amtsgericht Bad Liebenwerda.

Angeklagter zeigt sich einsichtig

Vor Gericht gibt sich der Angeklagte von vornherein geständig. „Es war ein schwerer Fehler“, hadert er, ihm selbst sei das unheimlich peinlich. Normalerweise sei sein Mandant einer der Leute, die über solche Sachen meckern, bestätigt auch sein Anwalt Hans-Jürgen Beetz. Um seinen guten Willen zu zeigen, habe sich der Angeklagte deshalb mittlerweile auch mit der Dekra in Verbindung gesetzt, um dort eine Nachschulung zu absolvieren.

Bad Liebenwerda/Herzberg

Neben seiner Einsicht spricht auch das noch jungfräuliche Vorstrafenregister für den Alkoholfahrer. Zudem hatte er bei seiner nächtlichen Heimfahrt lediglich eineinhalb Kilometer mit dem Auto zurückgelegt. Und trotzdem: „Sie waren in einem absolut fahruntüchtigen Bereich“, mahnt ihn die Richterin. Sie verurteilt den Täter zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen à 70 Euro – zudem wird er seinen bereits eingezogenen Führerschein innerhalb der nächsten fünf Monate nicht zurückbekommen. „Das liegt im unteren Rahmen“, versichert die Richterin im Hinblick auf die strafmildernden Umstände.
Der trinkfeste Angeklagte und sein Anwalt scheinen damit auch ganz zufrieden zu sein – sie verzichten auf weitere Rechtsmittel und akzeptieren das Urteil noch im Gerichtssaal.