Frauen und Stress: Sozialpädagogin in Doberlug-Kirchhain will mit neuem Angebot helfen

Eine Mutter umarmt ihre Tochter – viele Frauen in Finsterwalde stehen unter Stress, weil sie alltägliche Herausforderungen und berufliche Vorstellungen unter einen Hut bringen müssen.
Annette Riedl/dpa-mag/dpa- Sozialpädagogin Gloria Liebe bietet in Doberlug-Kirchhain Workshops an, um Müttern Stressabbau zu ermöglichen.
- Frauen in Finsterwalde leiden unter "Mental Load" durch die Doppelbelastung von Beruf und Haushalt.
- Durchschnittlich leisten Frauen 54 Stunden Arbeit pro Woche, Männer 53 Stunden, laut WSI-Studie.
- Liebe betont die Notwendigkeit von Selbstfürsorge für Mütter und deren Vorbildfunktion für Kinder.
- Die monatlichen Mama-Kind-Workshops bieten Raum zur Entspannung und persönlichen Entwicklung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Kinder, Beruf, Haushalt – an alles denken, alles organisieren. Dieser Mental Load, also die psychische Belastung, wird für Frauen scheinbar immer größer und Mutter sein, immer anspruchsvoller. Das weiß auch Gloria Liebe, selbst Mutter. Sie will den Frauen unter die Arme greifen.
Die Verantwortung „Alles im Kopf haben zu müssen“ liegt laut der Sozialpädagogin immer noch vor allem bei der Mutter. Selbst, wenn inzwischen ein Umdenken in vielen Familien stattgefunden habe, würden die Frauen meist delegieren und die Männer nur ausführen. Wie kommt eine Mutter aus dieser Stressfalle heraus?
Die Rolle der Mutter verändert sich
Erwerbstätige Frauen leisten im Durchschnitt längere Arbeitswochen als Männer, wenn man bezahlte Erwerbsarbeit und unbezahlte Sorgearbeit zusammenrechnet. Laut einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung arbeiten Frauen durchschnittlich 54 Stunden pro Woche, fast eine Stunde länger als Männer. Frauen investieren dabei rund 26 Stunden wöchentlich in unbezahlte Care-Arbeit, während Männer nur etwa 18 Stunden aufbringen.
Laut Gloria Liebe verändert sich auch in Elbe-Elster die Gesellschaft im Moment zunehmend. Der Familiencoach berichtet: „Frauen haben mittlerweile andere Chancen auf dem Arbeitsmarkt als früher, die sie jetzt natürlich auch wahrnehmen wollen. Vor allem Mütter hinterfragen den gewöhnlichen Weg jetzt mehr und wehren sich, wenn ihnen es nicht guttut.“ Damit ändern sich auch die Rollen innerhalb der Familie.
Väter nehmen diese Veränderungen an, wollen laut der WSI-Studie mehr Sorgearbeit übernehmen. Der Mental Load bleibt bei Müttern dennoch bestehen. Gloria Liebe beschreibt diese Situation mit einem Beispiel: „Angenommen, das gemeinsame Kind wird zum Geburtstag eingeladen. Wenn man sich nicht zusammensetzt, weiß keiner, welche kleinen Aufgaben dahinter stecken und wer diese übernimmt.“ Sonst blieben die Listen mit den zu erledigenden Aufgaben im Kopf der Mutter.

Gloria Liebe ist Sozialpädagogin und setzt sich für den Stressabbau bei Müttern ein. Unterstützung zur Selbstfürsorge finden sowohl in Einzelcoachings als auch in Gruppen statt.
Kai RoeperMutter-Kind-Workshops in Doberlug-Kirchhain
„Es braucht ein separates Angebot, um von der Arbeit und dem Stress zu Hause wegzukommen“, erklärt Gloria Liebe. Seit Anfang Januar bietet sie deshalb im Markt 2 in Doberlug-Kirchhain Gruppentreffen an. Die Sozialpädagogin berichtet: „Die Frauen und Mütter kommen gern, nur der erste Schritt ist oft schwierig.“
Damit die Treffen nicht zum zusätzlichen Terminstress werden, sind auch Kinder zu den monatlichen Mama-Kind-Workshops willkommen. Generell sollten sich Mütter ihre Vorbildfunktion bewusst machen. Gloria Liebe: „Selbstfürsorge kann das Kind nur lernen, wenn es sich das bei jemandem abschauen kann.“ Bei einem der ersten Workshops klappte das gut mit einer Fantasiereise. Selbst das lebhafteste Kind ließ sich fallen und genoss die Zeit mit seiner Mutter.
Die Treffen bieten Frauen die Möglichkeit, den Kopf auszuschalten und zur Ruhe zu kommen. Sozialpädagogin Gloria Liebe hält fest: „Nur wer sich um sich selbst sorgt, kann sich gut um andere sorgen.“

