Sie suchen die Ruhe und stehen dennoch mitten im Trubel. Doch genau hier ist für die Liebhaber von Aquarien der Anfang, der später Entspannung verspricht.

Seit 17 Jahren schon lädt der Kultur- und Tourismusverein Falkenberg regelmäßig Besucher zu den Aquaristik- und Terraristik-Tagen ein.

Vorbereitet, organisiert und durchgeführt wird die Veranstaltung durch die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendaquaristik, deren Leiter Jens Helemann sich auf die Unterstützung der etwa 20 Jugendlichen und einiger Eltern auch in diesem Jahr verlassen kann. „Anders wäre die Veranstaltung wohl kaum zu stemmen“, sagt er.

Immer mehr Aussteller wollen teilnehmen. Mittlerweile ist Jens Helemann schon gezwungen, Interessenten auf eine Warteliste zu setzen. „Im kommenden Jahr wollen wir einen weiteren Raum nutzen, um die Aussteller unterbringen zu können“, blickt er voraus. Doch die Räumlichkeiten im Haus des Gastes in der Stadt Falkenberg sind begrenzt, weshalb es in Zukunft wohl immer wieder Interessenten geben wird, die er leider vertrösten muss.

Etwa 60 Aussteller aus sieben Bundesländern reisten am vergangenen Wochenende nach Falkenberg, um sich mit einem Stand zu präsentieren. Fische, Schlangen, Krustentiere, Zubehör, Pflanzen, Futter und vieles mehr wurde angeboten.

Durch die schmalen Wege, die von kleinen Becken mit bunten Fischen gesäumt sind, schlendern auch Sylvia und Uwe Lehmann aus Schönewalde. Das Ehepaar besitzt sei zwei Jahrzehnten ein Aquarium, möchte nun aber etwas Neues ausprobieren. „Wir wollen die Anlage gern vergrößern und sind daher auf der Suche nach einem Panoramabecken“, berichtet Sylvia Lehmann. Die geschwungene Glasfront biete eine komplett neue Sicht auf die Fische, schwärmt sie.

Während Sylvia und Uwe Lehmann zu Hause am bisherigen Fischbesatz nichts ändern möchten, hält André Müller aus Bad Liebenwerda Ausschau nach etwas Anderem. Barsche stellt er sich im Besonderen für sein Aquarium vor. Was viele Besucher eint, ist der Grund für ihr Hobby. „Ein solches Becken vermittelt unwahrscheinliche Ruhe“, erläutert Uwe Lehmann. Hingucken, beobachten, entdecken und die Gedanken schweifen lassen. Der ideale Ort also, um den eigenen Puls herunterzufahren.

Diese Überlegungen gibt auch Heike Lehmann aus Falkenberg preis. Sie kam allerdings nicht als Besucherin, sondern steht auf der Seite der Aussteller. Seit Jahren schon züchte sie in den heimischen Aquarien Fische, die sie dann während der Aquaristiktage verkauft. Reines Hobby, kein Gewerbe, hebt sie hervor. Für sie sei das die perfekte Freizeitgestaltung, um entspannen zu können, verrät die Falkenbergerin. Der Verkauf ihrer Tiere sei für sie aber nicht der einzige Anlass, sich an der größten ostdeutschen Zierfischmesse zu beteiligen. „Der Erfahrungsaustausch mit anderen Züchtern und Tierfreunden ist mir ebenso wichtig”, sagt sie.

Ins Gespräch konnte sie dabei auch mit Sabine Langenhorst kommen. Sie betreibt in Ortrand ein Zoohaus, in dem sie Fische und Schlangen züchtet und verkauft.  Auch Nager, Insekten und vieles mehr bietet sie ihren Kunden. „In Falkenberg bin ich jetzt zum zweiten Mal. Ich würde gern öfter kommen, aber das ist zeitlich leider nicht immer möglich, bedauert sie und freut sich über das Kompliment von Jens Helemann, der ihr den attraktivsten Stand der Messe bescheinigt. Aus Styropor baut Sabine Langenhost Dekorationen, die schön aussehen und auch verkauft werden. Vor allem Besitzer von Terrarien haben dafür einen Blick.

Man mag es kaum glauben, aber die gesamte Messe in Falkenberg beruht einzig auf der Leistung von Freiwilligkeit und Ehrenamt. Jens Helemann opfert dafür sogar regelmäßig einen Teil seines Jahresurlaubs.

Der Spaß, den die Kinder und Jugendlichen seiner Arbeitsgemeinschaftan bei diesem Ereignis haben, ist ihnen anzusehen. Mit Hingabe verteilen die jungen Tierfreunde Handzettel, helfen bei der Versorgung und beantworten Fragen von Besuchern. Als Dank hierfür dürfen sie sich im kommenden Jahr auf eine Reise nach Wien freuen, wo sie unter anderem eine Tierpflegerschule und den Zoo besuchen werden.