Erneuerbare Energien: Energiegenossenschaft in Herzberg – Entscheidung soll bald fallen

Solarflächen auf Dächern könnten Projekte für die Energiegenossenschaft sein.
Rolf Vennenbernd/dpaIn Herzberg werden aktuell keine Anfragen von auswärtigen Investoren zu Solarpark-Vorhaben bearbeitet. Die Stadt möchte die Wertschöpfung aus erneuerbaren Energie-Projekten möglichst in der Region behalten und selbst aktiv werden. Vorgesehen sind dafür die Gründung eines kommunalen Unternehmens und die Gründung einer Bürgerenergiegenossenschaft. Während ersteres noch vieler Vorbereitungen bedarf, soll die Bürgerenergiegenossenschaft langsam Formen annehmen.
Nach einem ersten Informationsabend Ende Mai, der auf überraschend große Resonanz bei den Herzbergern stieß, geht es in einer weiteren Veranstaltung am 11. Oktober um 18 Uhr im Bürgerzentrum in die nächste Runde. Auf ihr soll die Entscheidung fallen, ob es zur Gründung der Genossenschaft kommt oder nicht.
Energiewende selbst in die Hand nehmen
„Die Genossenschaft wird bei bestimmten Projekten als Investor auftreten. Wir wollen unseren Bürgern damit die Chance geben, die Energiewende in der Stadt selbst mitzugestalten und wirtschaftlich zu agieren, denn eine Genossenschaft ist ein wirtschaftlicher Betrieb“, sagt die Klimaschutzmanagerin der Stadt, Jessica Heyde. Dabei werde es sich aber nicht um große Vorhaben handeln, sondern eher um kleinere Solarprojekte zum Beispiel auf Dächern. Die Flächen werden gepachtet und der Strom wird günstig verkauft, erklärt Jessica Heyde.
Für die Genossenschaft werden Engagierte aus allen Fachbereichen gebraucht. Das wären Bürger und Bürgerinnen, die Interesse an oder Erfahrungen im Energie-, Rechts- oder Finanzwesen haben, die in handwerklichen oder technischen Berufen arbeiten oder im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. „Grundsätzlich ist aber jeder und jede willkommen. Wir wollen über alles offen diskutieren“, sagt Jessica Heyde.
Erfahrungen aus Teltow-Fläming
Zu der Veranstaltung in Herzberg kommen auch Detlev von der Heide und Christian Buddeweg von der Bürgerenergiegenossenschaft Teltow-Fläming und werden über ihre Erfahrungen berichten. Die Genossenschaft wurde 2014 von 33 Bürgerinnen und Bürgern sowie Firmen und Institutionen gegründet. Laut der Bundesgeschäftsstelle Energiegenossenschaften gibt es aktuell in Deutschland 877 solcher Genossenschaften mit 220.000 Mitgliedern.
