Von Frank Claus

Luft aufgepumpt und Kette geölt – was nützen die wichtigsten Radfahrvorbereitungen, wenn das Wetter kein Radelfan ist? Die erste vom Tourismusverband, dem Landkreis Elbe-Elster und den Städten Herzberg, Doberlug-Kirchhain und Finsterwalde sowie dem Amt Schlieben organisierte RadKulTour-Veranstaltung hatte das Potenzial für einen Start-Ziel-Sieg.

RAAM-Team noch einmal in Elbe-Elster zu Gast

So aber blieb der Fahrradspaß mit Kulturgenuss nur ein Fall für die Härtesten. Etwa 40 Radelfans sind am Sonnabend ab Herzberg auf Strecke gegangen, unter ihnen Landrat Christian Heinrich-Jaschinski und Kreisstadt-Bürgermeister Karsten Eule-Prütz. Mit dabei auch Männer und eine Frau aus dem Team, das in wenigen Tagen in den USA beim „Race Across America“ für Schlagzeilen sorgen will. Das RAAM-Team aus dem Märkischen Kreis, Partnerkreis von Elbe-Elster in Nordrhein-Westfalen, ist noch einmal nach Brandenburg gekommen. Im Schliebener Drandorfhof gab es beim LR-Forum Einblicke ins härteste Radrennen der Welt, das am 15. Juni startet und in diesem Jahr über 4920 Kilometer führt. In neun Tagen müssen es die Viererteams – Einzelstarter haben zwölf Tage Zeit – schaffen, quer durch Amerika von der West- zur Ostküste zu fahren. Mindestens ein Starter muss immer auf der Strecke sein. Überwunden werden müssen nicht nur mehr als 50 000 Höhenmeter-Differrenz, sondern auch Temperaturunterschiede bis 40 Grad Celsius. Warum man sich so etwas antut? Sven Dunker, einer der Fahrer: „Weil man die Herausforderung und auch das Abenteuer sucht.“ Miki Milivoje Nilovic, der zweite der vier Fahrer: „Weil man sportbegeisert ist, gern Rad fährt, schon besondere Strecken gemeistert hat, Spaß am Fahren im Team hat ...“ Teamchef Frank Lachnitt macht deutlich, dass das Team nichts auf die leichte Schulter nimmt, sich seit mehreren Jahren akribisch vorbereitet und mit einem 15-köpfigen Team die Fahrer begleitet. In Elbe-Elster sind die Radsportfans längst angesteckt, soll es auf den Internetseiten von Kreisverwaltung und RUNDSCHAU regelmäßige Streckenberichte geben. Landrat Christian Heinrich-Jaschinski, selbst begeisterter Radfahrer, übergab eine Spende in Höhe von 1500 Euro. Frank Lachnitt: Einen Teil der Sponsorengelder und Werbeeinnahmen werden wir einer Palliativeinrichtung im Lüdenscheider Krankenhaus zugute kommen lassen.“

Zwischenstopps sorgen für Gemütlichkeit

Bei der RadKulTour ging es freilich gemütlicher zu, mit Besuchen im Atelierhof Werenzhain, im Schloss Doberlug und an der F 60. Im Schliebener Drandorfhof gab es ein liebevoll vorbereitetes Programm mit dem Frauenchor und Direkterzeugern. Sicher ist, diese Aktion soll Nachahmung finden. Daran ändern auch nichts ein Sturz mit einer leicht verletzten Person nahe Werenzhain und ein platter Reifen an der F 60.