Elbe-Elster-Klinikum
: Ist der „Geburtsort Herzberg“ bald Geschichte? Petition gestartet

In der Region Herzberg herrscht Entsetzen über die Schließungspläne im Krankenhaus. Der Bürgermeister kritisiert sie scharf. Tausende Bürger haben bereits eine Petition unterschrieben.
Von
Birgit Rudow
Herzberg
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Gehen im Kreißsaal Herzberg zum Jahresende die Lichter aus?

Franke Andreas

Die vom Aufsichtsrat der Elbe-Elster-Klinikum GmbH für den Krankenhausstandort Herzberg empfohlene Schließung der Abteilungen Gynäkologie und Geburtshilfe zum Jahresende und Pädiatrie zur Mitte kommenden Jahres schlägt in Herzberg weiter hohe Wellen. Der Kreistag wird am 11. Dezember darüber entscheiden. Die Etablierung eines von Hebammen geführten Kreißsaals soll geprüft werden.

„Einen Bereich wie die Geburtenstation mit einem extrem guten Ruf hat man einfach gegen die Wand gefahren“, so Bürgermeister Karsten Eule-Prütz. Dass es künftig den „Geburtsort Herzberg“ an sich und in Ausweispapieren nicht mehr geben soll, hält er auch für einen großen emotionalen Verlust.

Der Bürgermeister geht mit der Spitze des Landkreises hart ins Gericht. Er habe von den Ergebnissen der Aufsichtsratssitzung aus einer Pressemitteilung erfahren. Die Belegschaft des Herzberger Krankenhauses hätten sie wie ein Blitz aus heiterem Himmel getroffen, sagt er. Was die Pädiatrie betrifft, so seien es noch sieben Monate bis zum vorgeschlagenen Schließungstermin. „Lohnt es sich nicht, diese Zeit zu nutzen, um ein Ende vielleicht doch noch zu verhindern?“, fragt der Bürgermeister.

Petition gegen die Schließungen

Die Herzbergerin Patricia Heinze hat am Donnerstag in den sozialen Medien eine Petition gestartet, in der Bürgerinnen und Bürger den Kreistag aufrufen, den Vorschlägen des Aufsichtsrates zu den Schließungen in Herzberg nicht zu folgen. Bis Freitagabend hatten schon mehr als 3000 Menschen diese (nicht rechtsverbindliche) Petition unterschrieben.

Am Montagabend beschäftigt sich der Herzberger Hauptausschuss in seiner regulären Sitzung mit dem Problem Krankenhaus. Die Sitzung kann, wie alle Zusammenkünfte der Gremien der Herzberger Stadtverordnetenversammlung, im Livestream verfolgt werden.