Eisbaden in Falkenberg: „Frostbeulen“ laden 2025 zum ersten Fasching im Eiswasser

Eine ordentliche Eisbadertaufe haben die „Falkenberger Forstbeulen“ bereits hinter sich. 2025 planen sie einen Fasching im kalten See.
Holger Kuntzsch- Die „Falkenberger Frostbeulen“ veranstalten am 8. Februar den ersten Karneval im Kiebitzsee.
- Eisbaden ist ihr Hobby, und sie hoffen, neue Mitglieder zu gewinnen.
- Veranstaltung beginnt um 12:30 Uhr, gemeinsames Baden um 14 Uhr.
- Teilnehmergebühr beträgt sechs Euro, inklusive heißem Getränk, Sauna und Teilnahmeurkunde.
- Anmeldung per E-Mail an holger-kuntzsch@gmx.net oder WhatsApp unter 0160 20 26 098.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ein wolkenverhangener Himmel, kalter Südostwind und Temperaturen kurz über dem Gefrierpunkt. Das ist das Wetter an diesem Nachmittag am Kiebitzsee in Falkenberg und es weckt damit ganz sicher relativ wenig Assoziationen mit der Vorstellung von „Badevergnügen am See“.
Holger Kuntzsch ficht das allerdings keineswegs an. Er ist der Leiter jener Gruppe, die sich die „Falkenberger Frostbeulen“ nennt. Eine Gruppe aus Frauen und Männern, die Eisbaden zu ihrem Hobby erkoren haben und denen es dafür anscheinend gar nicht kalt genug sein kann.
„Die idealen Umstände sind minus zehn Grad, sonniges Wetter und eine zehn Zentimeter dicke Eisschicht mit etwas Schnee darauf“, schwärmt Kuntzsch. Seine Leidenschaft für eiskaltes Wasser hat der Mann aus Langenreichenbach bei Torgau 2003 entdeckt. Damals trifft er am Seen den, mittlerweile verstorbenen, Eisbader Siegfried Pommeranz, der es schafft, ihn für das nasse Hobby zu begeistern.
Mehr Eisbader in Falkenberg
Es folgen Besuche am Senftenberger See oder in Dresden bei anderen Gruppen zum Eisbaden, etwa zum Neujahrsschwimmen in der Elbe. Im März 2013, nachdem sie eine Fasssauna, wie es sie auch in Senftenberg gibt, nach Falkenberg geholt haben, gründen die beiden Männer die „Frostbeulen“. Anfangs sind sie die einzigen Mitglieder dieser Gruppe.
Das hat sich inzwischen geändert. Jetzt sind es zwölf Mitglieder, von denen sich der „harte Kern“, wie ihn Holger Kuntzsch nennt, jeden Sonntag von Oktober bis März zum Baden am See trifft. Meist gehen die Teilnehmer nackt ins Wasser, doch Badebekleidung zu tragen sei „selbstverständlich auch in Ordnung“.
Längst hat man auch ein eigenes Saunazelt angeschafft, das sich binnen Minuten auf- und abbauen lässt. Neben dem wöchentlichen Badevergnügen gehören Weihnachts- und Neujahrsfeier am See ebenso zum festen Programm wie die Besuche der Veranstaltungen bei gleichgesinnten Vereinen, etwa in Pirna.
„Falkenberger Frostbeulen“ organisieren Fasching beim Eisbaden
Eine Veranstaltung wie dort soll es nun auch in Falkenberg geben, den „1. Falkenberg Eisbaderfasching am Kiebitzsee“ unter dem Motto „Manche mögen´s heiß“ am 8. Februar 2025.
Für die Teilnehmer bedeutet dies: Ankommen, Umziehen und dann mitsamt den Kostümen ab in den eiskalten See. „Etwa 15 Vereine habe ich angeschrieben“, so Kuntzsch. „Fünf haben bereits fest zugesagt, bei den anderen werden wir sehen, ob sie teilnehmen. Aber auch Zuschauer sind natürlich herzlich eingeladen, dabei zu sein.“ Ob sich der Wunsch nach einer geschlossenen, tragenden Eisdecke auf dem See bis dahin erfüllen wird, bleibt abzuwarten.
Ein wenig hofft man natürlich schon darauf, mit der Aktion eventuell auch neue Teilnehmer für die Gruppe gewinnen zu können. „Mal sehen, wie die Resonanz sein wird. Ist sie gut, könnten wir uns vorstellen, die Veranstaltung fest einmal jährlich am Kiebitz durchzuführen.“
Die jetzigen Gruppenmitglieder sind alle bereits im etwas vorgerückten Alter. „Die Altersspanne liegt bei uns etwa zwischen 50 und 75 Jahren, aber natürlich können gerne auch Jüngere mitmachen.“

Ginge es nach Eisbader Holger Kuntzsch von den „Falkenberger Frostbeulen“, dürfte das Eis gerne dicker und das Wetter sonniger sein. Aber auch mit den aktuellen Gegebenheiten ist er zufrieden.
Rico MeißnerEisbaden ist gut für die Gesundheit
Doch woher kommt eigentlich das Bedürfnis, mitten im Winter in den eiskalten See zu springen? Zuerst muss Holger Kuntzsch als Reaktion auf diese Frage ein wenig lachen. „Siegfried hat immer gesagt, im Winter hast du den See ganz für dich alleine. Aber im Ernst, ein wenig geht es schon darum, die eigenen Grenzen auszutesten, aber auch darum, sich frei zu fühlen. Außerdem ist es gut für die Gesundheit.“
Es stärke das Immunsystem und steigere die Fettverbrennung.
Und um dies unterstreichen schiebt er auch gleich nach: „Seitdem meine Partnerin und ich das machen, sind wir nie wieder erkältet gewesen.“ Selbstverständlich sei für Anfänger auch erst einmal eine Art „mentale Blockade“ zu überwinden. Aber wenn der Kopf frei sei, dann schaffe man das auch.
Sicherheit beim Eisbaden ist wichtig
Auf ein paar Dinge sollte allerdings geachtet werden. „Wer damit anfangen möchte, sollte im Großen und Ganzen schon gesund sein. Auf keinen Fall darf man Herz- oder Kreislauferkrankungen haben.“
Auch sonst sei eine langsame Herangehensweise empfehlenswert. Viele, die neu eingestiegen seien, wären beim ersten Mal nur mit den Füßen im Wasser gewesen, später bis zu den Knien und erst allmählich komplett eingetaucht.
„Aber auch danach gibt es einiges zu beachten. So sollte die Atmung stimmen und man sollte keine heftigen Bewegungen machen. Unerlässlich ist eine Erwärmung, so widersinnig das auch klingen mag, ehe man ins Wasser geht. Ganz wichtig ist ebenfalls, immer an den Rückweg zu denken. Ist man erst einmal im Wasser und fühlt sich gut dabei, kommt schnell auch das Gefühl auf, man könne ja noch zehn oder zwanzig Meter weiter schwimmen. Aber der Rückweg wird viel schwerer, weil die Gliedmaßen ja entsprechend auskühlen.“
Allerdings sei das Gefühl nach einem solchen Bad fantastisch, der ganze Körper kribbele, als habe man sich „in Brennnesseln gewälzt“. Zum Aufwärmen geht es dann wieder zurück ins Saunazelt.
Bestehen der „Falkenberger Frostbeulen“ vorerst gesichert
Holger Kuntzsch hofft, dass die Truppe weiter bestehen bleibt. Aber unabhängig davon, ob neue Teilnehmer dazu kommen, geht man momentan ohnehin davon aus, dass die „Stammbelegschaft“ zumindest für die nächsten zehn bis 15 Jahre weiter am Ball bleiben wird, sofern die Gesundheit mitspielt. Jetzt erhofft man sich mit dem Fasching erst einmal ein gewisses Maß an öffentlicher Aufmerksamkeit.
Dass Kuntzsch seine Leidenschaft ernst nimmt, zeigt sich gleich nach Beendigung des Gespräches. Er wolle nun noch einmal „schnell eine Runde um den See laufen und dann zum Schwimmen ins Wasser gehen“. Als Zuschauer friert man schon bei dem Gedanken.
1. Falkenberger Eisbaderfasching 2025
Für alle Interessierten und potenziellen Teilnehmer gilt:
- Treffpunkt für Teilnehmer ist am Samstag (8. Februar) von 12.30 Uhr bis 13.30 Uhr im Biergarten am vorderen Parkplatz
- Gemeinsames Baden im See ab 14 Uhr
- Anschließendes Beisammensein mit Essen, Getränken und Sauna
- Teilnehmergebühr: sechs Euro (inklusive eines heißen Getränkes, Saunabenutzung und einer Teilnehmerurkunde)
- Anmeldung: Teilnehmende Gruppen können sich per E-Mail anmelden unter holger- kuntzsch@gmx.net oder per WhatsApp unter der Nummer 0160 20 26 098


