Drogen in Elbe-Elster: Kampf gegen Crystal – diese Angebote gibt es im Landkreis

Drogen in Elbe-Elster: Crystal-Meth-Kriminalität ist auf dem Vormarsch – 2024 mit einem Höchstwert an Straftaten. (Symbolbild)
David-Wolfgang Ebener/dpa- Zahl der Crystal-Meth-Fälle im Landkreis Elbe-Elster steigt deutlich, 69 Straftaten in 2024 (+26).
- Prävention und Hilfe: Beratungsprogramme für Süchte und präventive Maßnahmen unterstützen Betroffene und Angehörige.
- Jugendliche: Frühe Prävention gegen Crystal Meth und Cannabis notwendig, Fälle an Schulen nehmen zu.
- DigiSucht: Online-Beratung für Suchtprävention, Unterstützung für Eltern und Betroffene.
- Suchtberatung: Ausweg gGmbH bietet Programme zur Reflexion und Reduktion des Konsums.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Zahl der Methamphetamin-Fälle im Landkreis Elbe-Elster ist deutlich gestiegen. Laut einer aktuellen Polizeistatistik gab es im Jahr 2024 insgesamt 69 Straftaten im Zusammenhang mit der Droge – 26 mehr als im Vorjahr.
Die Droge, die lange als Randerscheinung galt, hat sich fest in einigen Teilen Brandenburgs etabliert. Besonders betroffen sind junge Konsumenten, die oft schon in frühen Jahren in Kontakt mit der Substanz kommen.
Eine Sitzung des Ausschusses für Familie, Soziales und Gesundheit in Herzberg verdeutlichte die zunehmende Problematik. Eine Hauptursache für die Verbreitung von Methamphetamin, auch Crystal genannt, sei die leichte Beschaffung. Straftäter hätten ausgesagt, dass die Droge problemlos erhältlich sei, teilweise direkt auf der Straße. Diese Aussagen legen nahe, dass die Handelsstrukturen in der Region stabil gewachsen sind und dass Crystal für Konsumenten aus verschiedenen sozialen Schichten zugänglich ist.
Drogen bei Jugendlichen: Prävention gegen Crystal und Cannabis
Ein besorgniserregender Aspekt sei der steigende Konsum unter Minderjährigen. Laut der Polizeidirektion Süd wurden im Landkreis bereits 11- bis 12-Jährige mit Drogen erwischt. Auch wenn die Gesamtzahl der registrierten Straftaten im Zusammenhang mit Betäubungsmitteln vergleichsweise niedrig ist, gab es allein 2024 vier Fälle an Schulen im Landkreis.
Prävention und Hilfestellung gelten deshalb als entscheidende Faktoren. Eine frühzeitige Intervention und Aufklärung sollen verhindern, dass sich Drogen wie Crystal oder auch Cannabis weiter in der jungen Bevölkerung ausbreiten. Denn auch wenn Cannabis mittlerweile legalisiert wurde, bleibt es eine psychoaktive Substanz mit Risiken – insbesondere für Jugendliche.
Studien zeigen, dass ein regelmäßiger Konsum in jungen Jahren die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigen kann und das Risiko für psychische Erkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen erhöht.
Wie Jugendliche ihren Drogen-Konsum reflektieren können
Die Ausweg gGmbH, eine zentrale Suchthilfeorganisation, arbeitet mit mehreren Beratungsstellen im Landkreis zusammen, darunter in Bad Liebenwerda, Elsterwerda, Herzberg und Finsterwalde. Neben allgemeinen Beratungsangeboten gibt es Programme, die gezielt auf Jugendliche und Erwachsene ausgerichtet sind.
Ein Beispiel ist Realize It, ein Programm speziell für Cannabis-Konsumenten, das darauf abzielt, den Konsum bewusst zu reflektieren und gegebenenfalls zu reduzieren. Gerade für junge Menschen ist es wichtig, Risiken zu verstehen und selbstbestimmt Entscheidungen zu treffen – ohne äußeren Druck oder Gruppenzwang.

Die Geschäftsführerin der Ausweg gGmbH, Janine Dietrich, berät gemeinsam mit ihren Kolleginnen und einer Psychologin bei Suchtproblemen.
Isabell HartmannÜber einen Zeitraum von zehn Wochen werden sechs Einzelsitzungen angeboten, in denen ein Konsumtagebuch geführt und individuelle Bewältigungsstrategien erarbeitet werden. Viele Konsumenten berichten, dass ihre Abhängigkeit aus unterschiedlichen Ursachen entstanden sei – verdrängte Emotionen, Traumata, Gruppenzwang oder Langeweile. Diese Faktoren werden in der Beratung systematisch analysiert, um Rückfälle zu verhindern und alternative Wege aufzuzeigen.
Doch Crystal stellt eine weit größere Herausforderung dar. Die Wirkung auf das zentrale Nervensystem ist intensiv, die psychische und körperliche Abhängigkeit setzt oft schneller ein als bei anderen Substanzen. Die Beraterinnen der Ausweg gGmbH haben deshalb spezielle Methoden entwickelt, um Betroffene zu unterstützen. Ein zentraler Punkt ist die regelmäßige Kontaktaufnahme: Klienten werden mehrfach pro Woche an ihre Termine erinnert, um einen stabilen Verlauf der Beratung sicherzustellen.
Aufgrund der oft durch die Droge bedingten kurzen Aufmerksamkeitsspanne sind Gespräche auf maximal 30 Minuten begrenzt. Die Betreuungszeit ist hier unbegrenzt und erfolgt bis zur Vermittlung in eine stationäre Rehabilitation.
DigiSucht: Online-Beratung für Eltern und Betroffene
Neben den traditionellen Beratungsangeboten werden auch digitale Strategien stärker ausgebaut. DigiSucht ist eine Online-Beratungsplattform, die anonymen Kontakt mit Experten ermöglicht. Dieses Angebot richtet sich nicht nur an Betroffene selbst, sondern auch an deren Angehörige.
Gerade für Eltern, die sich Sorgen um das Konsumverhalten ihrer Kinder machen, kann DigiSucht eine wertvolle erste Anlaufstelle sein. Es bietet professionelle Unterstützung, um frühzeitig zu intervenieren und möglicherweise eine Suchterkrankung zu verhindern.
Ein weiteres wichtiges Präventionsangebot ist The Quest, ein Modul zur Einschränkung des problematischen Medienkonsums. Jugendliche ab 16 Jahren können daran teilnehmen, da die eigene Kritikfähigkeit in diesem Alter bereits stärker ausgeprägt ist. Gemeinsam mit den Teilnehmern wird analysiert, welche Gründe hinter dem übermäßigen Konsum digitaler Medien stehen und wie sich alternative Strategien entwickeln lassen.
Selbstregulation und Suchtprävention: Jugendliche stärken
Der Fokus liegt dabei auf Selbstregulation und Selbstvertrauen – zwei Faktoren, die verhindern sollen, dass Jugendliche durch externe Einflüsse zu problematischem Verhalten gedrängt werden. Auch Eltern und Schulen können in diesen Prozess eingebunden werden.
Die steigende Zahl der Crystal-Fälle im Landkreis Elbe-Elster zeigt, dass bestehende Maßnahmen zur Suchtprävention weiter intensiviert werden müssen. Beratungsstellen, Schulprojekte und digitale Hilfsangebote leisten bereits wertvolle Arbeit. Doch langfristig bedarf es einer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung, um den Einstieg in die Sucht zu verhindern und Betroffenen echte Auswege zu bieten.

