Blumen in Falkenberg
: Wie Kinder die Stadt zum Blühen bringen

In Falkenberg nimmt das Gemeinschaftsprojekt, das sich Unternehmer Tobias Flaccus ausgedacht hat, weiter Gestalt an. Wie nun auch Schüler mit Blumen für mehr Farbe in der Stadt sorgen.
Von
Rico Meißner
Falkenberg
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Kinder der Astrid Lindgren Grundschule in Falkenberg haben selbst Hand anlegt, um die Stadt im Frühjahr schöner zu machen.

Kinder der Astrid Lindgren Grundschule in Falkenberg legen selbst Hand an, um die Stadt im Frühjahr schöner zu machen. Das steckt hinter der Aktion.

Rico Meißner

Es war im Frühling, als Tobias Flaccus, selbständiger Raumausstatter aus Falkenberg, auf die Idee kam, etwas für „seine“ Stadt zu tun. Nämlich, sie für Einwohner und Besucher ansprechender zu gestalten. Ihm war aufgefallen, wie trist manche Stelle über die grauen Wintermonate wirkten und kam zu dem Schluss: Warum nicht, wo es geht, Blumenzwiebel stecken, damit man sich bereits im Frühjahr vielerorts an ein paar Farbtupfern erfreuen kann?

Seither ist ein reichliches halbes Jahr vergangen und seine Idee ist nicht nur bei vielen angekommen, sondern hat inzwischen auch bereits eine Art Eigenleben entwickelt. So erhoffte er sich unter anderem, dass sich auch Schulen oder Kitas beteiligen könnten, um auch die Kinder in das Projekt einzubinden.

Am letzten Donnerstag (13. November) ist dieser Wunsch, bereits zum zweiten Mal, in Erfüllung gegangen. Schülerinnen und Schüler der dritten Klasse der Astrid Lindgren Grundschule der Stadt haben sich gemeinsam mit ihren Lehrern und Flaccus selbst die Wiesenfläche vor dem Falkenberger Bahnhof vorgenommen. Und die kleinen Gärtner sind merklich mit Leidenschaft dabei.

Viel Engagement stützt die Aktion für mehr Blumen in Falkenberg

„Ich bin schon ein bisschen überwältigt, wie groß die Sache geworden ist“, meint Flaccus erfreut. „Sehr viele haben sich für die Idee engagiert, auch Blumenzwiebelspenden kamen von allen Ecken und Enden. Das ist schon toll.“

Mit dabei ist auch Dr. Harald Alex aus Döbrichau, der zum Förderverein „Torgau blüht auf“ gehört. Dort hat man ähnliche Projekte, beginnend mit der Landesgartenschau 2018, begonnen umzusetzen. „Auch dort ist es ein Erfolg und zieht jährlich mehr Besucher an“, sagt er. Die gerade leuchtenden Blüten der Safrankrokusse in Falkenberg am Bahnhof beweisen indes, dass Krokusse mitnichten nur für das Frühjahr gedacht sein müssen.

Im Vorfeld der Pflanzaktionen habe es reges Engagement gegeben. Das bestätigt auch Tobias Flaccus. „Wir hatten Unterstützung auch vom Bürgermeister und von den Gärtnereien, namentlich besonders die Gärtnerei Golda, die sich bemüht hat, über ihre Kontakte günstige Zwiebeln einkaufen zu können.“

Teure Blumenzwiebeln, große Freude in Falkenberg

So banal dies klingen mag, es ist nicht ohne. Bereits unter dem kleinen Rasenstück vor dem Bahnhof lägen allein Zwiebeln, die insgesamt mit fast zweitausend Euro zu Buche schlügen.

Den Kindern sind die Kosten an diesem Tag egal. Sie haben Freunde daran, in der Erde zu buddeln. Wenn auch auffällt, dass alle passende Gartenhandschuhe tragen. Damit entfällt zumindest nach getaner Arbeit Händewaschen, das früher an der Stelle notwendig gewesen wäre. Auf die Frage, ob es ihnen Spaß mache, gibt es ein vielstimmiges „Ja“ als Antwort. Und noch die todernste Erklärung von einem etwa zehn Jahre alten Jungen: „Ich bin ja Landwirt, ich mache das jedes Jahr.“ Das könnte doch ein gutes Zeichen gegen den aufkommenden Fachkräftemangel sein.