Wer sich auf den Weg zur Blutspende am zweiten Weihnachtsfeiertag im Falkenberger Haus des Gastes gemacht hat, muss Zeit mitbringen. Allein bis zur Mittagsstunde haben sich mehr als 90 Spendenwillige eingefunden. Da heißt es mitunter warten. Zum Teil durchaus auch lange Warten.

Blutdepots an Feiertagen leerer

Janine Getzschmann nimmt es gelassen. Sie lässt sich nun schon zum 50. Mal in den Arm stechen und Blut abzapfen. „Eine gute Tat vollbringen“ ist ihre Motivation. Ein Satz, der immer wieder von den Spendern als Begründung zu hören ist, wenn sie sich auf die Pritsche legen und 500 Milliliter ihres kostbaren Lebenssaftes abgeben.

Insbesondere jetzt um die Feiertage ist der in den Blutdepots sehr gefragt. Die Ferienzeit und die freien Tage sorgen alljährlich für einen Einbruch der Vorräte. Um dem entgegenzuwirken, ist der Blutspendedienst auch am Feiertag selbst unterwegs, um für Nachschub zu sorgen.

Falkenberg ist turnusmäßig dabei. „Zwischen zwei Blutspenden muss jeweils eine Karenzzeit eingehalten werden von mindestens 56 Tagen. Darauf basiert die gesamte Jahresplanung der Terminorte des Blutspendedienstes.

Hinzu kommt, dass Spendeorte für Sondertermine auch von den Räumlichkeiten her das Potenzial für einen großen Blutspendetermin haben müssen“, erläutert Kerstin Schweiger, Pressesprecherin vom DRK-Blutspendedienst Nord-Ost.

Mit weniger Spendern gerechnet

Die Fahrt nach Falkenberg hat sich jedenfalls wieder gelohnt. „Mit 70 Spenden hatten wir kalkuliert“, berichtet David Gusiew, der bei der Anmeldung mithilft. Kerstin Schweiger indessen ist vom Andrang nicht überrascht. Sie weiß: „Die Spendebereitschaft in der Region Herzberg und auch Elbe-Elster ist stabil; die Zahl liegt um die 4000 Spender.“

Der demografische Wandel zeige jedoch auch hier Auswirkungen. „Jährlich scheiden bundesweit etwa 100000 DRK-BlutspenderInnen aus Altersgründen aus, der Geburtenknick von Anfang der 1990er Jahre ist spürbar, sodass weniger jungen Menschen da sind und sich auch als Blutspender registrieren lassen“, rechnet sie vor.

Besonders frequentiert sind immer wieder die Termine in der Oberschule Herzberg und in der Grundschule Uebigau. Ein wesentlicher Grund dafür sei allein schon die Größe der Orte, aber auch die Spendenbereitschaft selbst sei dort entsprechend groß, berichtet Kerstin Schweiger weiter.

Von der Kirche zur Blutspende

Viele Erstspender kommen als Begleitung aktiver Blutspender mit zu den Blutspendeterminen. So auch Ines Puhlmann und ihr Mann. Beide sind bei Sabine Rackwitz über Weihnachten zu Gast und haben sich „überreden“ lassen.

„Ganz so, ist es nicht“, erzählt die Erstspenderin. Sie habe es schon immer vorgehabt, mal zur Blutspende zu gehen. Dass die Schwägerin die E-Mail mit der Einladung zum Fest und dem Hinweis zum Blutspendetermin am zweiten Feiertag mit dem Betreff „Eine gute Idee“ versehen habe, habe den letzten Anstoß gegeben, den es bedurfte. Die Gastgeberin selbst hat schon mehrere Male gespendet und ist natürlich auch mit dabei.

Während Lothar Pelz ausnahmsweise am Rande des Geschehens auf dem Sofa Platz genommen hat und wartet. „Ich war erst vor zwei Wochen bei dem Termin in Herzberg. Da darf ich noch nicht wieder“, berichtet er und setzt nach: „Aber meine Tochter ist über die Feiertage zu Hause. Und nach dem Kirchgang sind wir gleich noch hierher, damit sie spenden kann.“

„Wir haben ein Erstspenderheft, das Informationen und Serviceleistungen bereithält. Weiterhin nutzen wir punktuell besondere Maßnahmen wie z.B. Verlosungen oder ein besonderes Rahmenprogramm. Wir sprechen viele potentielle Spender in den sozialen Netzwerken an.

Bundesweit arbeiten wir eng mit den anderen fünf DRK-Blutspendediensten zusammen und starten auch gemeinsame Kampagnen“, zählt Kerstin Schweiger auf, wie man sich anderweitig noch um weitere neue Blutspender bemüht.

Besondere Aktionen für treue Spender

Und um treue Frauen und Männer gleichfalls immer wieder anzusprechen, gibt es über das Jahr verteilt andere diverse Aktionen. „Im ersten Quartal 2020 starten wir mit einer Verlosung. Weitere Sonderaktionen folgen. Zum Weltblutspendertag wird die bundesweite Kampagne #missingtype weitergeführt“, benennt die Pressesprecherin nur einige Ideen, die im kommenden Jahr geplant sind.

Die Blutspendeteams werden dann sicher ebenso erfolgreich die Termine in Elbe-Elster absolvieren wie das am Donnerstag in Falkenberg, das nach vierstündigem Einsatz voll bepackt den roten Saft ins Institut für Transfusionsmedizin nach Potsdam brachte, wo es umgehend weiter aufbereitet wurde, um Leben zu retten.

Die nächsten Termine


Zu weiteren Blutspendeterminen wird eingeladen:

am 8. Januar, 15 bis 19 Uhr, nach Schönewalde in die Grundschule;

am 10. Januar, 15 bis 19 Uhr, nach Herzberg, Landkreisverwaltung Ludwig-Jahn-Straße;

am 3. Februar, 15 bis 19 Uhr, nach Uebigau in die ehemalige Grundschule;

am 2. Februar, 8.30 bis 12 Uhr, nach Herzberg, Landkreisverwaltung Ludwig-Jahn-Straße;

am 24. Februar, 15 bis 19 Uhr, nach Herzberg in die Clajus-Schule;

am 26. Februar, 16 bis 19 Uhr, nach Lebusa in die Agrar GmbH;

am 27. Februar, 15 bis 19 Uhr, nach Schlieben in die Grund- und Oberschule;

am 12. März, 15 bis 19 Uhr, nach Falkenberg in die Grundschule;

am 23. März, 15 bis 19 Uhr, nach Herzberg in die Clajus-Schule.