Adventskalender in Schönewalde
: Von DDR bis heute, warum diese Ausstellung begeistert

Die Adventskalender-Ausstellung in Schönewalde bei Herzberg begeistert mit einer einzigartigen Sammlung von DDR-Schätzen bis modernen DIY-Ideen und lockt Besucher aus der ganzen Region an.
Von
Isabell Hartmann
Schönewalde
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Adventskalender

Symbol für die Vielfalt: In Schönewalde sind Adventskalender von DDR bis heute zu sehen – und sie wecken Ideen für die Adventszeit.

Monika Skolimowska/dpa-tmn/dpa

Während große Städte mit Weihnachtsmärkten und Ausstellungen locken, zeigt Schönewalde im Elbe-Elster-Kreis, dass auch ein kleiner Ort die Vorfreude auf Weihnachten wecken kann – mit einer Adventskalenderausstellung, die Menschen aus der ganzen Region anzieht.

Mehr als 60 Besucher kamen bereits am ersten Wochenende, nicht nur aus Schönewalde selbst, sondern auch aus Luckau, Dahme, Wiederau, Linda oder Horst/Brandis. Für einen Ort dieser Größe ist das beachtlich. „Wir haben uns über das Interesse sehr gefreut“, sagt Anita Schulz, die gemeinsam mit ihrem Mann Andreas und dem Verein Vita Bona e.V. die Ausstellung organisiert.

Die Idee entstand nach einem Besuch im Krongut Bornstedt in Potsdam. Dort hatten die Schulzes historische Weihnachtskalender gesehen. „Das hat uns so gefallen, dass wir dachten: Das machen wir auch“, erinnert sich Anita Schulz. Was zunächst als kleine Inspiration gedacht war, entwickelte sich schnell zu einem größeren Projekt. Vereinsmitglieder und Familien aus der Umgebung stellten Kalender zur Verfügung, darunter Familie Vetter aus Hartmannsdorf mit einer ganzen Reihe selbstgebastelter Stücke.

Adventskalender in Schönewalde: Vielfalt von DDR bis Harry Potter

So wuchs die Sammlung auf 56 Adventskalender – jeder ein Unikat. Manche stammen aus DDR-Zeiten, andere sind moderne Bastelarbeiten, wieder andere verbinden Tradition mit Technik. Tochter Karola steuerte einen Harry-Potter-Kalender bei. „Wir sind große Harry-Potter-Fans“, sagt Anita Schulz, „diese Kalender sind toll gemacht, und wir wollten sie mit anderen teilen.“ Viele der Stücke sind so gestaltet, dass sie wieder befüllt werden können. „Das soll der Nachhaltigkeit dienen“, ergänzt Andreas Schulz.

Kathleen Schulz, Angelika von Thun sowie Andreas und Anita Schulz – die Gesichter hinter der Adventskalender-Ausstellung.

Kathleen Schulz, Angelika von Thun sowie Andreas und Anita Schulz – die Gesichter hinter der Adventskalender-Ausstellung in Schönewalde bei Herzberg.

Isabell Hartmann

Eltern sollen angeregt werden, nicht nur Schokolade zu verschenken, sondern kleine gebastelte Geschenke oder Spielideen. Eine Besucherin formuliert es so: „Schokolade gibt es ja das ganze Jahr über. Gerade zu Weihnachten ist es etwas Besonderes, Persönliches in den Adventskalender zu packen.“

Unter den Exponaten finden sich auch alte DDR-Kalender, die Erinnerungen wachrufen. „Die haben wir bei meiner Mutter gefunden, sie hatte sie aufgehoben. Das erinnert mich an meine Kindheit“, erzählt Anita Schulz. Neben diesen nostalgischen Stücken stehen moderne Varianten wie die sogenannten Pappnoptikum-Kalender, die mit QR-Codes versehen sind und digitale Geschichten eröffnen.

Adventskalender in Schönewalde begeistern Besucher

Marion Conrad aus Sachsen-Anhalt ist begeistert: „Ich finde die Pappnoptikum-Kalender toll, habe auch selbst welche. Da könnte ich einen hier aufstellen.“ Damit zeigt die Ausstellung, wie Tradition und Moderne ineinandergreifen können.

Noch bis zum 23. November kann man die Ausstellung noch besichtigen. Besonders Kinder lassen sich von den Kalendern verzaubern. Die kleine Emma Kauschmann aus Ahlsdorf beispielsweise blieb lange vor den gebastelten Wichteln stehen, die mit ihren roten Mützen und kleinen Geheimfächern zum Träumen einladen. Am liebsten hätte sie die Basteleien angefasst – so groß war die Neugier.

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Ein Adventskalender aus DDR-Zeiten erinnert an Kindheit und Tradition. Heute kann man ihn wieder in der Ausstellung in Schönewalde besichtigen.

Isabell Hartmann

Ihre Mutter Sandy Kauschmann und ihr Partner Dirk Neumann betrachten die Ausstellung mit einem anderen Blick. Obwohl ihnen die selbstgebastelten Adventskalender sehr zusagen, bleibt ihnen leider keine Zeit für eigene Kreationen. „Wir sind beide Schichtarbeiter, da müssen wir auf gekaufte Kalender ausweichen“, sagt sie. Doch ganz ohne Inspiration geht sie nicht nach Hause. „Ideen nehme ich für die Zukunft mit und vielleicht ergibt sich irgendwann die Gelegenheit, selbst kreativ zu werden.“

Trödelmarkt in Schönewalde ergänzt Ausstellung

Ergänzt wird die Ausstellung durch den dritten Trödelmarkt der Familie Schulz. Weihnachtskugeln, Lichterketten, Do-it-yourself-Basteleien und Haushaltsgegenstände aus dem Nachlass der Eltern von Andreas Schulz werden angeboten. „Wir wollen nicht, dass die Sachen im Container landen, dazu sind sie zu schade“, erklärt Anita Schulz. Der Nachhaltigkeitsgedanke zieht sich durch: verkauft werden nur Dinge aus der Familie, die Einnahmen dienen den Betriebskosten des Vereinsgebäudes. „Wir sind keine professionellen Händler“, betont sie.

So verbindet die Ausstellung in Schönewalde Tradition und Moderne, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft. Sie zeigt, dass man nicht bis in die großen Städte reisen muss, um besondere Adventskalender zu sehen. Und wer sich noch vor dem ersten Advent inspirieren lassen möchte, hat jetzt die Gelegenheit dazu.

Adventskalenderausstellung in Schönewalde:

  • Ort: Projekthof „Markt 30“ in 04916 Schönewalde
  • Kontakt: 035362/74640 oder 0152/27310020
  • Ausstellung läuft vom 15. November bis 23. November 2025