Die Regionalgeschichte ist um ein wichtiges Puzzlestück reicher. Einen außergewöhnlichen Fund hat der Berliner Thomas Thieme am Körbaer Teich (Elbe-Elster) gemacht. Bei einem Spaziergang entdeckte er eine circa drei Zentimeter lange Spitze aus Feuerstein. Sie ragte aus dem Schlamm des derzeit fast ausgetrockneten Gewässers.

Das Feuersteinmesser aus dem Körbaer Teich freut Denkmalschützer

Thomas Thieme zog die Spitze heraus und erkannte, dass es sich um etwas Besonderes handelt. Deshalb meldete er seinen Fund. Dafür ist die Untere Denkmalschutzbehörde sehr dankbar, so Heike Lehmann, Sprecherin des Landkreises Teltow-Fläming, die jetzt über diesen Fund berichtet hat.

Bei dem Artefakt handelt es sich um ein 9,5 Zentimeter langes Feuersteinmesser, das an der breitesten Stelle 2,5 Zentimeter misst. „Für die Herstellung des Werkzeugs wurde die Oberfläche mittels gezielter Schläge präpariert und komplett retuschiert. Solche flächenretuschierten Feuersteingeräte datieren in die ausgehende Jungsteinzeit“, so Kreisarchäologe Dr. Stefan Pratsch. „Zum Ende der Jungsteinzeit entwickelten die Feuersteinschläger eine ausgesprochene Perfektion. Sie stellten symmetrisch geformte Messer, Dolche oder Beile aus Feuerstein her. Das Feuersteinmesser vom Körbaer Teich ist gut 4000 Jahre alt“, meint der Experte.

Wahrscheinlich sei das untere, circa vier Zentimeter lange Ende in einen Holzgriff eingesetzt gewesen. Der Fachmann geht davon aus, dass in diesen eine längere Kerbe eingearbeitet und das Feuersteinmesser eingesetzt wurde. Anschließend hatbe man die Kontaktzone zwischen Griff und Feuersteinmesser mit Lederriemen umwickelt. So sei verhindert worden, dass das Messer herausrutschte.

Das Feuersteinmesser aus dem Körbaer Teich ist unbeschädigt

Warum das Feuersteinmesser am Körbaer Teich in den Boden gelangte, lässt sich aus Sicht der Archäologen heute nicht zuverlässig klären. Entweder es ging  an dieser Stelle einst verloren oder es handelt sich um eine Opfergabe, die dort bewusst niedergelegt wurde. Auffällig sei, dass das Messer unbeschädigt ist. Oft seien Feuersteinmesser währen der Nutzung zerbrochen, sodass meist nur Fragmente entdeckt werden.