Von Thomas Engelhardt

Diese Tat hatte gleich zu Jahresbeginn für viel Aufsehen in der Stadt gesorgt. Nun ist im Fall des Totschlags von der Friedrich-Schiller-Straße, der sich in der Nacht zu Neujahr ereignet hatte, das Urteil gesprochen worden. Das Cottbuser Landgericht verurteilte den Angeklagten in dieser Woche zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren.

Drogen- und Alkoholtherapie

Von diesen neun Jahren wird der Verurteilte zunächst zweieinhalb Jahre im Vorwegvollzug verbringen. Anschließend ist ein zweijähriger Aufenthalt in einer Entziehungsanstalt verordnet worden. Dann soll das Drogen- und Alkoholproblem, das der Angeklagte während des Prozesses in einer von seinem Anwalt verlesenen Erklärung selbst eingeräumt hatte, therapiert werden.

Das Gericht ging bei seinem Urteilsspruch davon aus, dass der Täter während der Tat eine erheblich geminderte Steuerungsfähigkeit besessen habe. Allerdings habe bei ihm kein Vollrausch vorgelegen, so dass der Angeklagte sich seines Handelns durchaus bewusst gewesen sei.

Instabile Lunge führt zum Tod

Laut Gericht hat der 50-jährige Verurteilte sein mehr als zehn Jahre jüngeres Opfer so brutal getreten und geschlagen, dass dieses letztlich seinen Verletzungen erlag. Der Angeklagte habe den Geschädigten in den Morgenstunden des 1. Januar mehrfach massiv mit einem beschuhten Fuß gegen den Kopf und andere Körperteile getreten. Außerdem soll er ihn mit einer Faust sowie einer Bierflasche geschlagen haben. Die Staatsanwaltschaft hatte am ersten Prozesstag ausgeführt, dass das Opfer einen massiven Blutverlust, einen Kehlkopfbruch und weitere Verletzungen am und im Kopf erlitten habe. Zum Tod habe schließlich die durch die Attacke instabil gewordene Lunge geführt.

Entsprechend der im Prozess gemachten Angaben kannten sich Täter und Opfer schon seit längerem, waren befreundet. Immer wieder habe man gemeinsam Drogen und Alkohol konsumiert. Im Laufe des Silvestertages habe man in der Wohnung des Täters an der Friedrich-Schiller-Straße zusammen gefeiert und offenbar reichlich getrunken. Irgendwann habe das Opfer eine Bierflasche durch die Wohnung geworfen. Da sei der Täter ausgerastet und habe sein Gegenüber mit Schlägen und Tritten attackiert. Diese führten schließlich zum Tod des Opfers.

Taschen waren bereits gepackt

Am ersten Morgen des neuen Jahres habe er den Toten dann zunächst in Panik in den Hausflur geräumt. Später trug er ihn zurück in die Küche seiner Wohnung. Dort wurde die Leiche dann am 2. Januar von einem Bekannten entdeckt, der am Silvestertag zunächst ebenfalls im Haus mitgefeiert hatte und der das Opfer nun in eine Decke eingewickelt vorfand. Zunächst erzählte der 50-Jährige dem Besucher noch, dass er den Toten im Hausflur gefunden, in seine Küche getragen und sich selbst schlafen gelegen habe, um jetzt aber gleich die Polizei anzurufen. Doch lange hielt er diese Version nicht aufrecht. Als die hinzugerufenen Polizisten erschienen, habe er ganz ruhig reagiert. Seine Taschen hatte er zu diesem Zeitpunkt bereits gepackt gehabt. Vielleicht war ihm schon in diesem Moment klar, dass es ein Abschied für längere Zeit werden würde.