Tierheim Neuhausen/Spree
: Hund Spajki gibt gern Ton an und sucht liebevolle Besitzer

Bei der Tierschutzliga in Neuhausen/Spree wartet Spajki, ein Pomeranian Spitz-Mix mit einer dramatischen Familiengeschichte und Gesundheitsproblemen, dringend auf liebevolle Besitzer. Das ist seine Geschichte.
Von
Celina Huskobla, Luise Mösle
Cottbus
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Der Pomeranian Spitz-Mix Spajki wartet in bei der Tierschutzliga Dorf in Neuhausen/Spree auf neue Besitzer. Gerne sitzt er auf dem Schoß der Hundepflegerin Franziska Baasch.

Der Pomeranian Spitz-Mix Spajki wartet im Tierheim in Neuhausen/Spree auf neue Besitzer. Gerne sitzt er auf dem Schoß der Hundepflegerin Franziska Baasch.

Celina Huskobla

Spajki ist ein kleiner, brauner Pomeranian Spitz-Mix mit geselligem Charakter. Neue Personen, die ihn bei der Tierschutzliga Dorf in Neuhausen/Spree besuchen, versucht er sofort kennenzulernen. Er läuft auf sie zu, schnuppert an den Händen der Besucher und leckt sie freundschaftlich und ausgiebig ab.

Er sucht die Nähe, auch von neuen Menschen, und genießt die Aufmerksamkeit. Als sich die Hundepflegerin Franziska Baasch zu ihm im Auslauf auf die Bank setzt, springt er ihr auf den Schoß, um sich dort eine Extraportion menschliche Zuneigung abzuholen.

Traurige Geschichte bringt Spajki zum zweiten Mal ins Tierheim

Ins Tierheim in Neuhausen/Spree sei Spajki das erste Mal im Mai 2018 gekommen, erzählt die Hundepflegerin. Er kam damals aus einem polnischen Tierheim, ohne dass Weiteres zu seinem Hintergrund bekannt war, erinnert sich Baasch. „Es gibt meistens keine Vorgeschichte zu den polnischen Hunden – und wenn es Vorgeschichten gibt, dann sind es meistens keine guten“, erklärt die Hundepflegerin.

Spajki ist ein aufmerksamer Beobachter und sitzt nur ungern für ein Foto still.

Spajki ist ein aufmerksamer Beobachter und sitzt nur ungern für ein Foto still.

Celina Huskobla

Damals dauerte es nicht lange, bis der zwölfjährige Spitz-Mix ein neues Zuhause bei einem liebevollen Ehepaar gefunden hatte. Sein neuer Besitzer habe sich sehr für seinen Spajki und andere Hunde in Cottbus engagiert – zum Beispiel für neue Hundeauslaufgebiete, berichtet Baasch.

Weil sein Besitzer aber wiederkehrende gesundheitliche Probleme hat und seine Frau, Spajkis eigentliche Bezugsperson, verstarb, kam der kleine Hund immer wieder zur Pension ins Tierheim. Bis er Anfang April 2024 dann endgültig bleiben musste. „Der Besitzer hat sich sehr schweren Herzens dafür entschieden, ihn abzugeben.“

Ungewöhnliche gesundheitliche Beschwerden erfordern Pflege

Denn auch Spajki hat gesundheitliche Beschwerden. Der Zwölfjährige hat keine Rute und keinen Schließmuskel mehr. Seit wann das so ist, weiß Baasch nicht genau zu sagen, sie erinnert sich nur, dass der lebhafte Spitz-Mix schon 2018 ohne Rute zu ihnen ins Tierheim kam. Heute erschwert ihm der fehlende Schließmuskel seine Ausscheidung. Stubenrein sei er aber trotzdem, versichert die Hundepflegerin.

Im Tierheim wird Spajki deshalb nur mit bestimmtem Futter gefüttert. „In erster Linie bekommt er bei uns Ente pur als Dosenfutter“, erklärt Baasch. Damit funktioniere sein Darm einigermaßen. Mit dem gesundheitlichen Problem muss auch sein zukünftiger Besitzer klarkommen.
„Unser Wunsch wäre eine Person, die für ihn da ist, sich mit ihm beschäftigt, ihn pflegt und sich bewusst ist, dass Spajki kein gesunder Hund ist“, sagt Baasch.

Lebhafter Charakter sucht nach klaren Grenzen

Dennoch sei Spajki grundsätzlich kein schwieriger Hund und trotz seiner zwölf Jahre noch sehr unternehmungslustig. „Er ist ein wirklich ein cooler Hund, der gerne im Mittelpunkt steht. Ein Hund, den man eigentlich überall mit hinnehmen kann“, beschreibt die Hundepflegerin.

Klare Grenzen und Regeln seien dem plüschigen Fellbündel aber dennoch wichtig, betont sie. Spajki sei ein lebhafter kleiner Prinz, der gerne im Mittelpunkt steht. Deshalb sei es nötig, dass seine zukünftigen Besitzer Erfahrung mit Hunden haben und ihm deutlich machen, dass er klare Grenzen respektieren muss.

Mit anderen Hunden habe Spajki keine Probleme, auch beim Gassigehen nicht. Nur manchmal werde er laut. „Aber das lässt sich unterbinden. Er gibt halt gerne mal den Ton an. Dann muss man ihn ein bisschen runterbringen“, meint Baasch.

Sie hofft, dass der kleine Spitz-Mix schnell ein neues Zuhause findet. Im Tierheim leide er darunter, dass er keine feste Bezugsperson hat. „Vielleicht findet sich für Spajki ja eine rüstige Rentnerin, die gerne mit ihm ins Café geht“, wünscht Baasch dem kleinen Fellknäuel. Am liebsten mit großem Garten in einem Mehrgenerationenhaushalt.

Pomeranian Spitz – Informationen zur Rasse

Der Pomeranian Spitz ist einer der kleinsten Vertreter unter den deutschen Spitzen. Er wird als intelligent, neugierig und temperamentvoll beschrieben und kann mit circa 15 Jahren relativ alt werden. Tierschutzorganisationen warnen vor dem Kauf von Pomeranian Spitzen. Gerade die extrem kleinen Hunde sind durch soziale Medien zu einer Trend-Rasse geworden, was sie auf dem Markt des illegalen Welpenhandels interessant macht.