Tierheim in Guben: Warum Hund Balou jetzt nur noch kurz raus darf

Bei den heißen Temperaturen ist eine Abkühlung im Planschbecken eine feine Sache: Terriermischling Balou aus dem Tierheim Guben scheint das kühle Nass jedenfalls zu genießen. Worauf sollten Hundebesitzer sonst noch achten, wenn das Thermometer in die Höhe klettert?
Solveig Schneider- Hitze im Tierheim Guben: Hunde kommen nur kurz raus, Innenräume werden frühmorgens gekühlt.
- Leiterin Kerstin Martin warnt: Kein Spaziergang in der Mittagshitze, möglichst früh oder abends gehen.
- Wasser ist zentral – frisches Trinkwasser und kleine Pools stehen bereit, doch nicht jeder Hund badet.
- Gefahr durch heißen Boden: Bei etwa 30 Grad können Asphalt und Pflaster Pfoten verbrennen.
- Tipps für Halter: Hund nie im Auto lassen, Pfoten behutsam kühlen, Kühlmatten okay, Hundeeis skeptisch gesehen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der junge Terrier-Mix Balou springt ausgelassen in ein kleines Planschbecken. Das Wasser spritzt in alle Richtungen, der Hund scheint die willkommene Abkühlung in vollen Zügen zu genießen. Während schon am Vormittag die Sonne auf den Hof des Tierheims Guben brennt, ist das kühle Nass für Balou einer der wenigen Orte, an denen sich die Hitze noch gut aushalten lässt.
Denn an besonders heißen Tagen läuft auch im Tierheim Terra Mater in Guben alles etwas anders ab. „Man sollte die Hunde nicht so lange draußen lassen“, sagt Tierheimleiterin Kerstin Martin. An gewöhnlichen Tagen verbringen die Tiere längere Zeit in den Ausläufen, unterbrochen lediglich von Fütterung und Ruhephasen.
Doch bei extremer Hitze gilt ein anderer Rhythmus. „Bei den Temperaturen, wie wir sie am vergangenen Wochenende hatten, hilft auch kein Schatten mehr. Da ist es selbst unter den Bäumen auf der Wiese zu heiß.“ Denn Hunde vertragen generell keine große Hitze. Anders als Menschen schwitzen sie nicht, sondern regulieren ihre Körpertemperatur durch Hecheln.
Im Tierheim in Guben gelten bei Hitze für Hunde andere Regeln
An heißen Sommertagen wird das Hundehaus zum wichtigsten Rückzugsort für die Vierbeiner. Bereits in den frühen Morgenstunden tun Kerstin Martin und ihre Kollegin Laura Buder alles dafür, die Innenräume möglichst kühl zu halten. „Wir haben zum Glück elektrische Dachluken, die hochgefahren werden“, sagt Martin. Es wird gründlich alles durchgelüftet. Erst danach dürfen die Hunde in den Auslauf, um die noch kühlen Morgenstunden zu nutzen.
Im weiteren Tagesverlauf ist der Ablauf genau organisiert. Zunächst werden die Zwinger gereinigt, anschließend die Tiere gefüttert. Danach folgt eine längere Ruhezeit. Allerdings können die Tiere auch nicht den ganzen Tag im Hundehaus bleiben. „Natürlich dürfen sie später noch einmal raus – aber nicht zu lange.“ Die hohen Temperaturen belasten den Kreislauf der Vierbeiner.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die Wasserversorgung. „In den Ausläufen stehen Wasserschüsseln, die wir ständig mit frischem, kaltem Wasser erneuern. Und kleine Pools“, sagt Kerstin Martin. Allerdings suche nicht jeder Hund dort Abkühlung. „Viele Hunde wollen das gar nicht. Es sind ja nicht alle badefreudig. Aber es gibt schon bestimmte Arten, die richtige Wasserratten sind.“
Bei 30 Grad können die Hunde sich die Pfoten verbrennen
Auch für die ehrenamtlichen Stammspaziergänger gelten an heißen Tagen besondere Regeln. „Da haben wir die Regel gemacht: möglichst früh“, sagt die Tierheimleiterin. Denn rund um das Tierheim gebe es auf den Wegen kaum Schatten – Spaziergänge in der Mittagshitze seien deshalb tabu.
Hinzu kommt eine Gefahr, die viele unterschätzen: der aufgeheizte Boden. „Wichtig ist auch, dass sich die Hunde die Pfötchen nicht verbrennen“, sagt Martin. Schon bei Temperaturen um 30 Grad könne Asphalt oder Pflaster problematisch werden. Deshalb gilt im Tierheim eine klare Regel: „Gerade in der Mittagshitze bleiben die Hunde generell drin.“

Tierheimleiterin Kerstin Martin und ihre Stellvertreterin Laura Buder mit Terrier Balou. Bei der Hitze gelten bei Terra Mater in Guben besondere Regeln.
Solveig SchneiderWie extrem die Bedingungen selbst auf dem Tierheimgelände sein können, zeigt eine Zahl, die aufhorchen lässt. „Wir haben auf unserem Hof nirgendwo Schatten. Da messen wir schon mal 60 Grad.“ Das letzte Juni-Wochenende sei deshalb besonders belastend gewesen. Trotz der Strapazen spricht aus Martins Worten keine Klage, sondern vor allem die Verbundenheit mit den Tieren. „Wir sind auch gern hier – auch bei 40 Grad.“
Tipps für Hundehalter bei heißen Sommertemperaturen
Was im Tierheim gilt, empfiehlt sie auch privaten Hundehaltern. „Auf keinen Fall Tiere im Auto lassen“, mahnt Kerstin Martin. Dazu kommt, dass man gemäß § 18 Tierschutzgesetz (kurz: TierSchG) rechtswidrig handelt, wenn man ein Tier bei Hitze im Auto zurücklässt. Spaziergänge sollten möglichst früh am Morgen oder erst am Abend stattfinden – „auf keinen Fall in der Mittagshitze“.

Hund hechelt bei halb geöffneten Fenster im Auto: (Symbolbild). Tierheimleiterin Kerstin Martin mahnt Hundebesitzer, bei heißen Sommertemperaturen niemals den Hund im Auto zu lassen.
Robert Günther/dpaVon manchen vermeintlich hilfreichen Kühlungstipps hält die erfahrene Tierheimleiterin dagegen wenig. „Viele nehmen nasse Tücher und decken ihre Tiere komplett damit ab. Das sollte man nicht tun.“ Denn so kann sich die Hitze stauen und der Hund wird dadurch nicht gekühlt, sondern gewärmt. Sinnvoller sei es, die Pfoten behutsam zu kühlen.
Kühlmatten bewertet Martin positiv. „Viele mögen das“, sagt sie. Deutlich skeptischer sieht sie dagegen den Trend zum Hundeeis. „Ich persönlich finde das alles ein wenig übertrieben. Hund sollte Hund bleiben.“ Gerade bei starken Wetterwechseln könne kaltes Futter auch den Magen belasten. „Da können die Tiere auch Durchfall bekommen.“ Im Tierheim setzt man auf bewährtes, gut verträgliches Futter. „Zu Hause kann man Joghurt oder Hüttenkäse anbieten – hier machen wir jedoch keine Experimente“, sagt die Tierheimleiterin.
Generell sei es wichtig, das Verhalten des Hundes aufmerksam zu beobachten. „Man merkt, wenn sie sich nicht wohlfühlen.“ Im Zweifel könne ein Besuch beim Tierarzt notwendig sein, um einen Hitzschlag auszuschließen.
Kontakt zu TERRA MATER e.V. Umwelt- und Tierhilfe
- Vorderes Klosterfeld 1, 03172 Guben
- Tel: 03561 - 4132
- E-Mail: info@terra-mater-guben.de
- Web: www.terra-mater.de


