
Stromerzeugung: Biogasanlage Sembten wird flexibles Speicher-Kraftwerk

Verstärkung für die künftig bedarfsgerechte Stromerzeugung aus Biogas in Sembten (Gemeinde Schenkendöbern): Drei neue Blockheizkraftwerke mit einer elektrischen Leistung von jeweils 1562 Kilowatt (KW) werden ans Netz gebracht.
Beate Möschl
Die Biogasanlage Sembten des Energiedienstleisters Edis wird zukunftsfähig gemacht.
Beate Möschl
Bei der Anlieferung von Biomasse werden die Fahrzeuge samt Ladung gewogen. Nach dem Entladen am Feststoffbeschicker wird erneut das Gewicht registriert. So kann die angelieferte Menge genau ermittelt werden. Zusätzlich werden Stichproben entnommen, um die Qualität zu bewerten. Ideal ist zum Beispiel bei Maishäcksel ein Trockensubstanzgehalt von 33 Prozent, sagt Anlagenleiter Frank Häsler. Die Qualität ist wichtig für die Biogasausbeute und schlägt sich für die Landwirte auch im Abnahmepreis nieder.
Beate Möschl
Wilfried Pester beim beherzten Griff in frisch angelieferten gehäckselten Mais. Die nachwachsenden Rohstoffe kommen von Landwirten im Umkreis der Biogasanlage Sembten. Sie sind die Grundlage für die Stromerzeugung aus Biogas. Wilfried Pester ist Geschäftsführer von E.ON edis Contracting (Edic), ein Tochterunternehmen der Edis Aktiengesellschaft, das die Anlage betreibt.
Beate Möschl
Diese Silage wird im festen Rhythmus aus dem Feststoffbeschicker automatisch in den Fermenter transportiert. Förderschnecken stopfen das Material in die containerartige Anlage, in der es unter ständigem Rühren vergoren wird. Das dabei entstehende Biomethangas wird gesammelt und ins Blockheizkraftwerk abgeleitet zur Stromerzeugung. , wo es unter ständigem Rühren vergoren wird. Das dabei entstehende Biomethangas wird gesammelt und ins Blockheizkraftwerk abgeleitet zur Stromerzeugung.
Beate Möschl
Frank Häsler zeigt das Herzstück eines der neuen Blockheizkraftwerke der Anlage. Das Biogas aus dem Fermenter ist der Treibstoff für diese Verbrennungsmaschine. Ihre Aufgabe ist es, einen Generator zur Stromerzeugung anzutreiben. Der so erzeugte Strom wird in Sembten ins Verteilnetz des regionalen Netzbetreibers Mitnetz Strom eingespeist.
Beate Möschl
Ein Teil der Gärreste wird in Trocknungsanlagen auf nur noch fünf Prozent Wassergehalt heruntergetrocknet. Das spart Gewicht und Transportfahrten. Die getrockneten Gärreste dienen nicht nur als rein pflanzlicher Dünger. Als wegen der Dürresommer zu wenig Stroh eingebracht wurde als Einstreu für die Tiere im Stall, haben Landwirte die Trockenmasse als saugfähiges Einstreu untergemischt.
Beate Möschl
Hier entsteht ein neuer zusätzlicher Gärrestbehälter. Es wird der der größte der Biogasanlage Sembten. Der Bau ist von Vorteil für den angestrebten flexiblen Betrieb der Anlage. Der neue Speicher wird ebenso wie die bereits vorhandenen Gärrestbehälter, erkennbar an den grünen Kuppeln, auch als Gasspeicher gebraucht. Sie helfen, in Spitzenlastzeiten die Stromversorgung zu sichern. „Auch wenn unsere Blockheizkraftwerke das Biogas nicht mehr rund um die Uhr verstromen, sondern nur noch einige Stunden pro Tag, müssen wir weiterhin kontinuierlich das Biogas erzeugen und speichern, sodass genug Rohstoff da ist zum Verstromen in der Zeit des höchsten Strombedarfs“, erklärt Wilfried Pester.
LR/Beate Möschl