Die Angst vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP) ist groß in der Grenzregion an der Neiße. In den Wäldern zwischen Müllrose und Fürstenwalde wird die Flinte angelegt. Hier folgt Treibjagd auf Treibjagd, fast jeden Tag sind die Mitarbeiter der Landeswaldoberförsterei Müllrose im Einsatz, um Wildschweine zu schießen..

Für die Landeswaldoberförsterei zähle nur ein Ziel, betont deren Leiter Roland Müller: den Wildschwein-Bestand zu verringern. Das sei „das eine und einzige große Schwerpunkt-Ziel“, sagt er.

Im aktuellen Jagdjahr 2019/2020 wurden im Gebiet der Landeswaldoberförsterei bereits rund 300 Wildschweine erlegt. Das Jagdjahr weicht vom Kalenderjahr ab und umfasst den Zeitraum vom 1. April bis zum 31. März des Folgejahres.

Viele Jäger begrüßen zwar den vorsorglichen Einsatz gegen die Afrikanische Schweinepest, machen aber auch auf die Fortpflanzungsquote der Wildschweine von theoretisch 300 Prozent jährlich aufmerksam. Wenn also beispielsweise im Januar 2020 in einem Forst bei Kieselwitz im Schlaubetal 100 Schwarzkittel unterwegs sind, so könnten es theoretisch im Dezember dieses Jahres 300 Tiere sein – allerdings wird der Bestand eben auch durch Jagd und Autounfälle verringert.

Der zum Jahresende errichtete elektrische Schutzzaun steht mittlerweile auf einem 120 Kilometer langen Abschnitt in den Kreisen Spree-Neiße und Oder-Spree sowie in der Stadt in Frankfurt. Über weitere regionale Maßnahmen wird im Landkreis Oder-Spree der Ausschuss für ländliche Entwicklung und Kreisentwicklung in dieser Woche beraten. Dabei geht es auch um die Vorbereitung eines Sonderkreistages zu aktuellen Problemen der Landwirtschaft. Unterdessen werden die Treibjagden fortgesetzt; vor allem am Wochenende.