Von Daniel Schauff

Eigentlich geht es ums Essen. Trotzdem – selbst die Gäste aus Oder-Spree fragen kurz vor der Präsentation des diesjährigen Schlaubetaltellers nach dem Wasserverlust am Pinnower See. Doreen Noack von der Karpfenschänke in Pinnow deutet auf den breiten Uferstreifen, zeichnet mit ihren Finger nach, wo einst das Wasser stand. Bald soll es wieder steigen, das Wasser. Doreen Noack hofft, wie alle Anrainer am See, und nicht nur hier.

Wasser für drei Seen ab Mai

Ziel sei es, am 1. Mai mit der Wassereinleitung in Groß-, Klein- und Pinnower See zu starten, sagt Kathi Gestner, Sprecherin beim Bergbauunternehmen Leag. Ziemlich genau ein Jahr ist es her, dass die Leag in einem öffentlichen Termin die Schuld für den Wasserverlust der Seen nahe der Kohlegrube Jänschwalde auf sich genommen hat. Umweltschützer und Anwohner hatten schon lange die für den Tagebau notwendige Grundwasserabsenkung zum Grund für den teils massiven Pegelsinkflug erklärt, die Leag hingegen sah vor allem den Klimawandel als Hauptgrund, betonte, die betroffenen Seen lägen nicht im sogenannten Absenkungstrichter des Tagebaus.

Sorgensee im Pastlingmoor

Ein Argument, das die Leag auch in Bezug auf den Pastlingsee immer wieder wiederholt hatte – trotzdem läuft seit Oktober 2015 auf Kosten des Bergbau-Unternehmens Wasser in den Sorgensee. Mit Erfolg. „Im Ergebnis limnologischer Untersuchungen des LfU (Landesumweltamt) wurde die Befüllung des Pastlingsee gewässerökologisch und wasserwirtschaftlich als maximal möglicher Erfolg beurteilt und soll fortgesetzt werden“, heißt es in einem Monitoring-Bericht von Ende 2018. Die Einleitung des Wassers habe zudem keine negativen Auswirkungen auf das umliegende Pastlingmoor ergeben. Das bereitet den Verantwortlichen nach wie vor Kopfschmerzen. Die Hitze im vergangenen Sommer hatte den Moorspiegel sinken lassen, gleichzeitig stieg das Wasser im See. Die künstliche Zufuhr musste zunächst heruntergefahren, dann ganz eingestellt werden, weil der Seepegel nicht über den Moorpegel steigen darf.

Plus 65 Zentimeter war Höchstwert

Mit den Herbst- und Wintermonaten hat sich die Lage entspannt. Auch im Winter ist Wasser in den See geleitet worden, seit Freitag läuft das Wasser wieder konstant, sagt Leag-Sprecherin Kathi Gerstner. Zu Beginn der Wassereinleitung lag der Pegelstand bei 61,04 Meter über dem Meeresspiegel, Ende 2018 bei 61,6 Metern. Zwischendurch hatte der See einen Pegelstand von 61,98 Metern erreicht, immerhin 65 Zentimeter an Wasser zugelegt.

Wasserstände von 2010

Für Klein-, Groß- und Pinnower See beginnt die Wassereinleitung erst in ein paar Wochen – die Ziele sind klar: Alle drei Seen sollen die Wasserstände von 2010 wieder erreichen – die liegen bei 62,7 Metern über dem Meeresspiegel für den Großsee, 63,4 Metern für den Kleinsee und 63,35 Metern für den Pinnower See. Ziel sei es, das in zwei Jahren zu schaffen, sagt Kathi Gerstner. Noch steht die wasserrechtliche Genehmigung vom Landesumweltamt für den Betrieb der Anlage und die Einleitung des Wassers aus, soll kurzfristig aber vorliegen. Im Februar hatte die Leag bereits mit dem Bau der notwendigen Brunnenanlagen begonnen. Pegellatten an den Seen liefern nach dem Start der Wassereinspeisung Auskunft über den Fortschritt der Seen-Rettung, kündigt die Leag-Sprecherin an.