Die Kindertagesstätten in Grano und Groß Gastrose behalten den Spitzenplatz auf der Investitionsliste der Gemeinde Schenkendöbern. Die Ratsrunde hat mit dem beschlossenen Haushalt jetzt das Geld für die Vorarbeit auf Papier freigegeben: Die Baupläne sollen nun von Experten erstellt und die bürokratischen Hürden für die Baugenehmigungen in Angriff genommen werden.

Bürgermeister Ralph Homeister zeigt sich zufrieden über den einstimmigen Beschluss. Denn der Schulterschluss für den Nachwuchs und damit auch zufriedene Familien steht. Die Gemeinde ist selbst Träger beider Kindereinrichtungen, ist also neben den Gebäuden auch für die inhaltliche-pädagogische Arbeit verantwortlich. In Grano, dem Bildungsstandort der Gemeinde Schenkendöbern mit der einzigen Grundschule, werden allein etwa 120 Hortkinder betreut.

Schenkendöbern investiert 3,5 Millionen Euro

Mit etwa 3,5 Millionen Euro will die Gemeinde einen Neubau in Grano und eine dringende Gebäude-Sanierung in Groß Gastrose stemmen. Dafür müssen auch Fördergelder beschafft werden. Denn die Finanzkraft der Gemeinde Schenkendöbern ist gering.
Die beschaulichen Dörfer sind Wohnstandorte im Grünen ohne ausgeprägte Gewerbestandorte und damit Steuereinnahmen. Landwirtschaft wird hier betrieben. Der Haushalt ist damit knapp und stark von Zuweisungen aus dem Finanzausgleich im Land Brandenburg abhängig. Denn eigene Mindereinnahmen der Städte und Gemeinden gleicht die öffentliche Hand weitgehend durch Zuweisungen pro Kopf aus, damit landesweit auch eine etwa gleiche Lebensqualität garantiert werden kann.
Das ist finanztechnisch zwar wenig komfortabel, große Sprünge sind nicht möglich, aber das Budget ist relativ krisensicher. Hohe Steuerausfälle durch den Corona-Stopp in den Unternehmen, die am Industriestandort Guben stark ins Kontor fallen, sind in Schenkendöbern nicht zu verzeichnen. Das haben der Kassensturz und die aktuelle Prognose der Gemeinde schon gezeigt, bestätigt Ralph Homeister.

Neue Kinderhäuser in Schenkendöbern bieten Platz für 260 Kinder

In Grano soll ein ganz neues Kinderhaus gebaut werden. Mit etwa 200 Plätzen für Kinder vom Baby bis zum Sechstklässler. Das Kita-Gebäude in Groß Gastrose hat Platz für etwa 60 Mädchen und Jungen vom Krippen- bis zum Vorschulkind.
Die alte Villa des ehemaligen Mühlenbesitzers im Neißetal auf den erforderlichen modernen Standard zu bringen, ist mit dem Denkmalschutz nicht mehr vereinbar. Das Haus, das bis 1945 von der Familie des Sohnes des bekannten Gubener Tuchmachers Carl Lehmann bewohnt wurde, war im Jahr 2004 als Kita saniert worden. Fassade, Fenster, Dach, Türen und Fluchtwege wurden erneuert. Jetzt soll die alte Schule als Kindertagesstätte aufgemöbelt werden. Das anspruchsvolle Ziel: Beide Kita-Häuser sollen in zwei Jahren fertig sein.