Viehdiebstahl in Brandenburg
: Polizei hat erste heiße Spur zu den Rinderdieben

Nach vier Viehdiebstählen in Brandenburg mit rund 230 Rindern, gibt es erste Hinweise. In den Fokus rückt ein Lkw. Die Polizei bittet um Mithilfe.
Von
Marcel Laggai
Guben
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Reaktion auf Rinderdiebstähle in Brandenburg: 15.05.2026, Brandenburg, Herzberg: Bullen stehen in einem Stall der Agrargenossenschaft Gräfendorf eG, Ende April hatten Unbekannte in Gräfendorf bei Herzberg (Elbe-Elster) 70 Rinder gestohlen und einen Schaden von rund 50.000 Euro verursacht. Drei weitere Diebstähle gab es in den letzten Tagen. Foto: Frank Hammerschmidt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Bei vier Viehdiebstählen werden in Brandenburg etwa 230 Rinder gestohlen. Daraufhin wird eine Sonderkommission ins Leben gerufen, Schwerpunktkontrollen finden statt. Nun gibt es eine erste heiße Spur.

Frank Hammerschmidt/dpa
  • Polizei ermittelt zu Serie von Rinderdiebstählen in Brandenburg – rund 230 Tiere seit März.
  • Schwerpunktfall in Schenkendöbern: In Grano verschwanden in der Nacht zum 12. Mai über 30 Rinder.
  • Täter öffneten Gatter und verluden die Tiere wohl auf einen 12,5-Tonnen-Viehtransporter.
  • Im Fokus steht ein blauer Lastwagen; Zeugen sahen ihn nahe dem Tatort.
  • Polizei bittet vor allem Lkw-Fahrer um Hinweise und Dashcam-Videos aus der Nacht gegen 4.30 Uhr.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach einer beispiellosen Serie von Viehdiebstählen in Brandenburg setzt die Polizei jetzt auch auf Hinweise aus der Bevölkerung. Besonders im Fokus: der Fall aus Schenkendöbern bei Guben (Spree-Neiße).

Im Ortsteil Grano wurden in der Nacht zum 12. Mai 2026 mehr als 30 Rinder von einer Weide gestohlen. Nach bisherigen Erkenntnissen öffneten die Täter die Gatter der landwirtschaftlichen Fläche und transportierten die Tiere offenbar mit einem Lkw ab. Wegen der Menge gehen die Ermittler davon aus, dass dafür ein 12,5-Tonnen-Viehtransporter eingesetzt wurde.

Und es war längst kein Einzelfall, denn seit März registrierte die Polizei vier großangelegte Viehdiebstähle. Dabei verschwanden insgesamt rund 230 Rinder. Unmittelbar nach dem Coup in Schenkendöbern wurde die „Soko Weide“ gegründet, zugleich organisierte die Polizei Schwerpunktkontrollen – etwa an der Bundesautobahn 15 bei Forst.

Polizei: Blauer Lastwagen im Mittelpunkt der Ermittlungen

Auch wenn es seither keine weiteren Diebstähle gab, laufen die Ermittlungen der Sonderkommission auf Hochtouren. Spuren wurden gesichert, Zeugenaussagen ausgewertet, erste heiße Hinweise verfolgt. Im Mittelpunkt steht inzwischen ein blauer Lastwagen, den Zeugen in der Nähe des Tatorts gesehen haben wollen.

Die Polizei fragt nun: Wer hat in jener Nacht den Transporter, ein ähnliches Fahrzeug oder mögliche Begleitfahrzeuge bemerkt? Gesucht werden Beobachtungen aus Grano und dem Umland von Schenkendöbern, von den Bundesstraßen 97, 112 und 115 sowie von Zufahrtswegen in der Region.

Nach Einschätzung der Polizei dürfte ein solcher Viehtransporter kaum unbemerkt unterwegs gewesen sein. Deshalb richten sich die Fragen der Ermittler nicht nur auf den Tatort selbst, sondern auf das gesamte Straßennetz im weiteren Umfeld.

Doch warum bittet die Polizei erst jetzt öffentlich um Mithilfe? Aus dem Polizeipräsidium Brandenburg in Potsdam heißt es dazu: „Wir haben die Hinweise ja schon damals aufgenommen, aber um die Ermittlungen nicht zu gefährden, gehen wir erst jetzt damit an die Öffentlichkeit.“

Rinderdiebstähle: Polizei bittet Lkw-Fahrer um Mithilfe

Außerdem habe das Vorgehen mit der zuständigen Staatsanwaltschaft abgestimmt werden müssen, sagt eine Sprecherin. Der Aufruf richtet sich besonders an Berufskraftfahrer, die in den frühen Morgenstunden unterwegs waren. Nach bisherigen Erkenntnissen muss sich der Viehdiebstahl gegen 4.30 Uhr abgespielt haben.

Eine wichtige Rolle könnten dabei auch Dashcam-Aufnahmen spielen, denn inzwischen sind viele Fahrzeuge mit solchen Kameras ausgestattet. Wer in dieser Nacht oder in den Morgenstunden unterwegs war und entsprechende Bilder gesichert hat, wird gebeten, sich bei der nächsten Polizeidienststelle zu melden.