Plastinarium in Guben: Das plant das Körperwelten-Zentrum zum 20-jährigen Bestehen

Im Jahr 2006 gründete Gunther von Hagens die Gubener Plastinate GmbH. Mit speziellen Führungen will das Plastinarium in Guben im Jahr 2026 viele Besucher anlocken.
Bernd Töpfer- Plastinarium in Guben zeigt Anatomie auf 3000 Quadratmetern – Besucher sehen Entstehung der Plastinate.
- Verfahren nach Gunther von Hagens macht menschliche und tierische Präparate dauerhaft nutzbar.
- Zum 20-jährigen Bestehen dieses Jahr 2026: Tag der offenen Tür am 21. Mai mit Zugang zu Werkstätten.
- Spezielle Führungen am 12. Juni 2026 und 7. August 2026; Aussichtsplattform und Großtiersäge inklusive.
- Lesung „Der Bojenmann“ am 25. September 2026 und Talk mit Mark Benecke am 29. November 2026.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ein Blick unter die Haut - und das im wahrsten Sinne des Wortes: Mit dem Plastinarium ist in Guben ein Ort entstanden, der gleichermaßen fasziniert und aufklärt. Auf 3000 Quadratmetern, verteilt auf die historischen Hallen einer ehemaligen Tuchfabrik, wird Anatomie sichtbar gemacht.
Muskeln, Organe, ganze Körper: Durch das von Gunter von Hagens entwickelte Verfahren der Plastination bleiben menschliche und tierische Präparate dauerhaft erhalten. Gunther von Hagens hat eine Methode entwickelt, bei der die Flüssigkeit in den Zellen durch speziellen Kunststoff ersetzt wird. Dadurch bleiben die Körper stabil und verrotten nicht. So entstehen anschauliche Präparate, die unter anderem in der Ausbildung von Medizinern genutzt werden.
Was sonst im Verborgenen liegt, wird hier offengelegt. Besucher können den Entstehungsprozess der berühmten Plastinate live miterleben. Schritt für Schritt verwandeln sich dort menschliche und tierische Körper in wissenschaftliche Präzisionsobjekte, die später in Ausstellungen oder als Lehrmaterial an Universitäten rund um den Globus zu sehen sind.
Mehr als 20.000 Menschen jährlich lassen sich auf diese intensive Begegnung mit dem eigenen Körper ein. Viele kommen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Polen, Tschechien und darüber hinaus. Für Medizinstudierende und Fachkräfte ist das Plastinarium längst ein bedeutender Lernort geworden.
Diese Veranstaltungen sind 2026 im Plastinarium Guben geplant
Zum 20-jährigen Bestehen in diesem Jahr 2026 wird das Angebot für Besucher nun noch vielseitiger. Ein „Tag der offenen Tür“ am 21. Mai 2026 bildet den Auftakt zu mehreren besonderen Veranstaltungen. An diesem Tag erhalten Besucher nicht nur Zugang zur Ausstellung, sondern auch zu sonst nicht öffentlichen Bereichen des Plastinariums wie den Werkstätten, dem Film- und Fotostudio und dem Versandlager. Außerdem wird eine junge Frau, die ihr Herz in Guben plastinieren ließ, es an diesem Tag persönlich entgegennehmen.
Spezielle Führungen eröffnen neue Perspektiven: Dabei werden unter anderem Kunsträume mit Werken von Gunther von Hagens, Requisiten der Körperwelten-Ausstellung und eine Großtiersäge gezeigt, die dafür ausgelegt ist, auch einen Elefanten zerteilen zu können.
Ein weiteres Highlight ist der zugehörige Besuch der Aussichtsplattform mit Blick über Guben und die Neiße. Die etwa dreistündigen Führungen finden am 12. Juni 2026 und am 7. August 2026 jeweils um 13.30 Uhr statt. Für einen ungewöhnlichen Kontrast sorgt am 3. Juli 2026 die makaber-humorvolle Show „Der Tod“.
Überraschende Verbindung von Plastination und Krimi in Guben
Literarisch wird das Thema ebenfalls aufgegriffen: Die Autoren Jan Jepsen und Kester Schlenz erzählen in ihrem Krimi „Der Bojenmann“ von einem Serienmörder, der plastinierte Körper als Kunst inszeniert. Wie der Täter vorgeht und was das Ganze möglicherweise mit Gunter von Hagens zu tun hat, erfahren Zuhörer bei der Lesung mit Jepsen, die am 25. September 2026 im Plastinarium in Guben stattfindet.
Vor der Lesung gibt es zunächst eine Führung durch die Einrichtung. Dabei lernen die Teilnehmer, wie die Plastination funktioniert, und können den Mitarbeitern direkt bei ihrer Arbeit an den Präparaten über die Schulter schauen.
Wer sich noch intensiver mit dem Thema beschäftigen möchte, kann im Herbst 2026 an einer besonderen Veranstaltung teilnehmen: Der Kriminalbiologe Mark Benecke spricht gemeinsam mit Mitarbeitern des Plastinariums am 29. November 2026 über Krankheiten des Bewegungsapparates, des Herz-Kreislauf-Systems und des Atmungssystems und beleuchtet außergewöhnliche Todesfälle aus forensischer Sicht. Anschließend gibt er Einblicke in seine forensische Arbeit.


