Erst ein gewalttätiger Angriff im Stadtpark von 15 bis 20 Jugendlichen, eine Woche später meldet die Polizei einen weiteren Übergriff auf Zuwanderer: Zwei junge Deutsche, beide polizeibekannt, sollen in einem Auto drei Radfahrer aus Somalia, Äthiopien und Eritrea gefährlich abgedrängt haben.
Eine Gubenerin (Name der Redaktion bekannt) hatte gerade einen Supermarkt in Guben Obersprucke verlassen, als sie den Angriff auf die Geflüchteten miterleben musste. Für sie ist klar: Der Fahrer wollte einen der Männer nicht einfach nur bedrängen, sondern absichtlich verletzen. Ihren Namen will die Frau in der Zeitung nicht lesen. „Ich habe ja gesehen, zu was solche Menschen fähig sind“, sagt sie.
Die Angriffe sorgten bundesweit für negative Schlagzeilen, doch der Gubener Bürgermeister Fred Mahro ist überzeugt: „Für uns waren diese Vorfälle nicht absehbar.“ Die Gubener Integrationsbeauftragte und das Netzwerk Flucht und Migration hätten im Vorfeld keine auffällig aggressive Stimmung in der Bevölkerung ausgemacht.

Negative Schlagzeilen für Guben

Mahro selbst, das Netzwerk, die Rotarier und der Gubener Stadtkonvent haben sich gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit verwahrt – allerdings erst Wochen nach den Übergriffen. Das mobile Beratungsteam Brandenburg hat inzwischen Unterstützung zugesagt, auch die Potsdamer Staatskanzlei hat sich gemeldet. Fred Mahro hofft, dass der Verfassungsschutz ihm Informationen zu einer möglicherweise erstarkten rechtsextremen Szene in Guben liefern kann.

Drohungen gegen Gubens Bürgermeister Fred Mahro

Wegen seiner Stellungnahme gegen Rassismus wurde Fred Mahro inzwischen selbst zur Zielscheibe massiver Bedrohungen: Ein Internet-Nutzer schrieb, dass er hofft, der Bürgermeister sei der nächste, der in Guben verblutet.
Betroffene aus Cottbus erzählen So fühlt sich Rassismus in der Lausitz an

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