Krankenhaus in Guben
: Teddy-Klinik öffnet - 400 Kinder mit Kuscheltieren in Behandlung

Das Diakoniekrankenhaus Naëmi Wilke Guben kümmert sich um ungewöhnliche Patienten. Eine Teddy-Klinik sorgt dort nicht allein für Spaß, sondern vor allem für Wissensvermittlung zur Prävention.
Von
Lisa Hör
Guben
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Vom 23. bis 25. September öffnet die Teddy-Klinik am Diakoniekrankenhaus Naëmi Wilke ihre Praxisräume. Erwartet werden rund 400 deutsche und polnische Vorschulkinder aus der Region, die ihre Plüschtiere zur Behandlung bringen.

Die Teddy-Klinik öffnet am Diakoniekrankenhaus Naëmi Wilke wieder ihre Praxisräume. Erwartet werden rund 400 deutsche und polnische Vorschulkinder aus der Region, die ihre Plüschtiere zur Behandlung bringen.

Lisa Hör
  • Teddy-Klinik im Diakoniekrankenhaus Naëmi Wilke öffnet vom 23. bis 25. September 2026.
  • Rund 400 deutsche und polnische Vorschulkinder bringen ihre Plüschtiere zur Behandlung.
  • Ziel ist Prävention: Kinder verlieren spielerisch die Angst vor Klinik und Praxis.
  • Aktion zweisprachig, mit Röntgen-Illusion, Teddy-Apotheke und Blick in den Rettungswagen.
  • Ehrenamtliche Mitarbeitende und 14 Schüler unterstützen, auch DRK beruhigt junge Patientinnen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Lina, 11 Jahre alt, nimmt ihre Rolle als Ärztin sehr ernst. „Wie heißt dein Stofftier? Wo tut es ihm weh?“, fragt sie das kleine Mädchen, das ihr eine große blaue Katze reicht. Drei Tage lang, vom 23. bis zum 25. September 2026, verwandelt sich das Diakoniekrankenhaus Naëmi Wilke in eine Teddy-Klinik. Es handelt sich um die vierte Präventionsaktion dieser Art, die speziell für Kinder aus der Region konzipiert wurde. Insgesamt rund 400 deutsche und polnische Vorschulkinder bringen ihre Plüschtiere zur Behandlung.

Hinter der Aktion steckt jedoch weit mehr als nur ein kindliches Spiel. „Das hat psychologische Hintergründe“, sagt Stefanie Donath, leitende medizinische Fachangestellte der Medizinischen Einrichtungsgesellschaft in Guben. „Wir möchten, dass die Kinder spielerisch an ein Krankenhaus und eine Arztpraxis herangeführt werden und so im besten Fall ihre Angst vor Ärzten und Pflegekräften verlieren, indem sie für ihr Tier in die Rolle eines Erwachsenen schlüpfen.“

Die Idee brachte Sabine Mogwitz erstmals im Jahr 2023 ein. Sie war damals als Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie am Gubener Krankenhaus tätig und begleitet das Projekt immer noch.

So groß ist das Engagement für die Teddy-Klinik in Guben

Wie gut das funktioniert, kann Lina am besten erzählen: „Ich war einmal im OP, als ich sieben war, und hatte ein bisschen Angst, weil die Eltern nicht mitkommen dürfen und zum Beispiel nicht die Hände halten können.“

Als sie noch in der Kita war, nahm sie an der Präventionsaktion des Gubener Krankenhauses teil. Diesmal begleitet Lina die Vorschulkinder zum ersten Mal als Freiwillige durch die Teddy-Klinik. „Die Kuscheltiere gehen ja auch in den OP, ohne die Eltern, also ohne die Aufpasser, und dann verstehen die Kinder, dass das eigentlich gar nicht so schlimm ist“, sagt sie.

  • Vom 23. bis 25. September öffnet die Teddy-Klinik am Diakoniekrankenhaus Naëmi Wilke ihre Praxisräume. Erwartet werden rund 400 deutsche und polnische Vorschulkinder aus der Region, die ihre Plüschtiere zur Behandlung bringen.  An den drei Tagen sind 14 Schülerinnen, Schüler und Studierende im Einsatz, dazu fünf Pflegekräfte, drei Mitarbeitende aus der Verwaltung und ein Techniker, der sich um die Röntgenanlage kümmert.

    Vom 23. bis 25. September öffnet die Teddy-Klinik am Diakoniekrankenhaus Naëmi Wilke ihre Praxisräume. Erwartet werden rund 400 deutsche und polnische Vorschulkinder aus der Region, die ihre Plüschtiere zur Behandlung bringen.

    Renate Kulick-Aldag
  • Vom 23. bis 25. September öffnet die Teddy-Klinik am Diakoniekrankenhaus Naëmi Wilke ihre Praxisräume. Erwartet werden rund 400 deutsche und polnische Vorschulkinder aus der Region, die ihre Plüschtiere zur Behandlung bringen.

    An den drei Behandlungstagen nehmen Studierende sowie fünf Pflegekräfte, drei Mitarbeitende aus der Verwaltung und ein Techniker, der sich um die Röntgenanlage kümmert, teil.

    Renate Kulick-Aldag
  • Lina, 11 Jahre alt, kümmert sich um die Anmeldung der Plüschtiere in der Teddy-Klinik. Vom 23. bis 25. September öffnet die Teddy-Klinik am Diakoniekrankenhaus Naëmi Wilke ihre Praxisräume. Erwartet werden rund 400 deutsche und polnische Vorschulkinder aus der Region, die ihre Plüschtiere zur Behandlung bringen.

    Auch Schülerinnen und Schüler, wie Lina, 11 Jahre alt, sind im Einsatz. Die jungen Helferinnen und Helfer kommen vom Pestalozzi-Gymnasium und von der Europaschule in Guben, vom Gymnasium Neuzelle und der dortigen Grundschule „Schule für Alle“, vom Allgemeinbildenden Lyzeum in Gubin, vom Gesundheitscampus Lausitz und aus dem Jugendforum Gesundheit.

    Lisa Hör
  • Frank Gölitzer und Marina Pusch vom Deutschen Roten Kreuz zeigen den Kindern, wie Patienten in einem Rettungswagen behandelt werden. Vom 23. bis 25. September öffnet die Teddy-Klinik am Diakoniekrankenhaus Naëmi Wilke ihre Praxisräume. Erwartet werden rund 400 deutsche und polnische Vorschulkinder aus der Region, die ihre Plüschtiere zur Behandlung bringen.

    Marina Pusch und Frank Gölitzer vom Deutschen Roten Kreuz zeigen den Kindern, wie Patienten in einem Rettungswagen behandelt werden.

    Renate Kulick-Aldag
  • Vom 23. bis 25. September öffnet die Teddy-Klinik am Diakoniekrankenhaus Naëmi Wilke ihre Praxisräume. Erwartet werden rund 400 deutsche und polnische Vorschulkinder aus der Region, die ihre Plüschtiere zur Behandlung bringen. Mitgefördert wird die Veranstaltung von der Euroregion Spree-Neiße-Bober im Rahmen des Projekts „Deutsch-polnischer Gesundheitstag in der Eurostadt Guben-Gubin“, dazu kommen regionale Sponsoren.

    Mitgefördert wird die Veranstaltung von der Euroregion Spree-Neiße-Bober im Rahmen des Projekts „Deutsch-polnischer Gesundheitstag in der Eurostadt Guben-Gubin“, dazu kommen regionale Sponsoren.

    Renate Kulick-Aldag
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Pflegekräfte und Mitarbeiter des Krankenhauses nehmen ehrenamtlich an der Aktion teil, und zwar außerhalb ihrer regulären Dienstzeiten – damit der normale Klinikbetrieb nicht darunter leidet. Auch 14 Schüler und Studenten helfen mit. Beteiligt sind Kindergärten aus Guben, Groß Gastrose, Neuzelle, Treppeln, Wellmitz, Steinsdorf, Grano und Groß Breesen, aber auch aus dem polnischen Gubin.

Auch polnische Kinder nehmen an der Aktion im Krankenhaus Guben teil

Die Aktion wird zweisprachig durchgeführt. Am Mittwoch und Donnerstag beginnen die Durchläufe durch die Klinik für deutsche Kindergartengruppen, am Freitag dreht sich der gesamte Tag um polnische Kinder. „Wir behandeln pro Jahr über 3500 polnische Patienten. Die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung ist uns wichtig, und wir arbeiten in verschiedenen Projekten daran, sie zu verbessern“, sagt Renate Kulick-Aldag, Sprecherin des Naëmi-Wilke-Stifts.

Nach der Anmeldung der Plüschtiere gehen die Kinder mit ihnen zur Untersuchung. In manchen Fällen ist eine „Röntgenaufnahme“ notwendig. Natürlich werden die kleinen Patienten hier nicht mit Strahlen bombardiert. Sie werden lediglich in eine Schublade gelegt, und ein Lichtspiel sorgt für die Illusion. Die Kinder erhalten dann ein gedrucktes Bild, das die Pfote oder den Bauch ihres Plüschtiers zeigt.

„Die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung ist uns wichtig.“
Renate Kulick-Aldag
Sprecherin des Naëmi-Wilke-Stifts

Dann geht es in Richtung Teddy-Apotheke, wo die Plüschlieblinge ihr Rezept erhalten – einen heißen Tee, ein kurzes Nickerchen oder Tipps für einen gesunden Snack. So werden die Teddy-Eltern auch in Bezug auf gesunde Ernährung und Bewegung beraten.

Die Kinder dürfen auch einen Blick in den Rettungswagen des Gubener Sanitätsdiensts werfen. Ehrenamtliche des Deutschen Roten Kreuzes wissen genau, wie sie jungen Patienten in Notfällen am besten beruhigen. „Wir sind auch dafür da, ihnen die Angst zu nehmen, ihnen mal ein Kuscheltier zu schenken, das sie tröstet“, sagt Frank Gölitzer, seit mehr als 40 Jahren beim Deutschen Roten Kreuz. „Wenn ich ruhig bleibe, auch wenn es eine ernste Situation ist, dann überträgt sich das, und das ist natürlich auch bei Verletzungen oder Krankheiten positiv für den Körper.“

Vielleicht kann diese Erfahrung auch Berufungen wecken, hofft er. In einigen Jahren wird vielleicht eines der Kinder, das heute die Teddy-Klinik besucht hat, selbst ehrenamtlich beim Roten Kreuz tätig sein oder in der Medizin arbeiten.