Krankenhaus in Guben
: OP am Knie, warum jetzt der Roboter übernimmt

Bei der OP am Knie im Krankenhaus in Guben assistiert jetzt ein Roboter. Wie funktioniert das und was bringt das Patienten?
Von
Heike Reiß
Guben
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Während der OP am Knie dieses Patienten am Krankenhaus in Guben lesen die Operateure die vorher vom Roboter Apollo gemessenen Daten vom Bildschirm ab.

Während der OP am Knie dieses Patienten am Krankenhaus in Guben lesen die Operateure die vorher vom Roboter „Apollo“ gemessenen Daten vom Bildschirm ab. Was kann der kleine Helfer?

DNWG/R. Kulick-Aldag
  • In Guben assistiert „Apollo“ bei Knie-OPs und unterstützt die Implantation von Prothesen.
  • Sensoren und Kameras vermessen Knochen und Bänder, das System erstellt ein 3D-Modell des Knies.
  • Apollo navigiert während des Eingriffs – die Ärzte führen die Operation und tragen die Verantwortung.
  • Ziel sind präzisere Schnitte, Schonung von Gewebe und schnellere Mobilität der Patientinnen und Patienten.
  • Infoveranstaltung: 3. Juni 2026, 17 Uhr, Auditorium des Diakoniekrankenhauses Naëmi Wilke in Guben.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wenn das Knie bei jedem Schritt schmerzt und selbst alltägliche Bewegungen zur Herausforderung werden, steckt oft ein fortgeschrittener Gelenkverschleiß dahinter. Vielen Betroffenen helfen Physiotherapie, Medikamente oder Injektionen. Bleiben die Schmerzen trotz aller Bemühungen bestehen, können die Behandlungen an ihre Grenzen stoßen. Dann kann ein künstliches Kniegelenk eine Chance bieten.

Im Diakoniekrankenhaus Naëmi Wilke in Guben bekommen die Operateure dabei seit Kurzem Unterstützung von einem besonderen Helfer: Apollo. Wer beim Namen an die erste erfolgreiche bemannte Landemission auf dem Mond in den 1970er Jahren denkt, liegt nicht ganz falsch. Abe Silverstein, ein Ingenieur der zivilen US-Bundesbehörde für Raumfahrt und Flugwissenschaft (NASA), hat den Namen für die damaligen Landemissionen gewählt. Das Bild des griechischen Gottes Apollo, der mit seinem Streitwagen über die Sonne fährt, stehe für die gewaltige Dimension des bemannten Mondprogramms.

Die Mission des Apollo am Krankenhaus in Guben führt zwar nicht auf den Mond oder in eine weit entfernte Galaxie, aber in das Innere des menschlichen Körpers. Dort unterstützt das robotergestützte System die Ärzte bei der Implantation von Knieprothesen.

So hilft der Roboter am Krankenhaus in Guben

Sensoren und Kameras erfassen die genaue Form und Lage der Knochen sowie die individuelle Anatomie des Patienten mit hoher Präzision. Dazu befestigt der Arzt oder die Ärztin mithilfe von Fixierschrauben Sensoren am Oberschenkel- und Schienbeinknochen des Patienten. Anschließend beugt oder streckt der Mediziner beziehungsweise die Medizinerin das Bein.

Das System des Roboters analysiert dabei nicht nur die exakten Maße des Kniegelenks, sondern auch, wie sich die Spannung der Bänder bei den Bewegungen verändert. Dadurch kann die Operation besser an die persönlichen anatomischen Gegebenheiten des Patienten angepasst werden. Aus diesen Daten entsteht ein digitales dreidimensionales Modell des Knies, das den Ärzten und Ärztinnen als Grundlage für die weitere Planung der OP am Diakoniekrankenhaus in Guben dient.

Die erste OP am Knie mithilfe des Roboters Apollo: Marius Swierkowski, Rüdiger Schubert (beide Firma Corin), die operationstechnischen Assistentinnen Marisa Lopenz und Laura Bormann sowie Chefarzt Dr. med. Ruslan Netedu (v.l.n.r.).

Die erste OP am Knie mithilfe des Roboters Apollo am Krankenhaus in Guben: Marius Swierkowski, Rüdiger Schubert (beide Firma Corin), die operationstechnischen Assistentinnen Marisa Lopenz und Laura Bormann sowie Chefarzt Ruslan Netedu (v.l.n.r.).

DNWG/R. Kulick-Aldag

Während des Eingriffs fungiert Apollo gewissermaßen als Navigationssystem. Das System überwacht die geplanten Arbeitsschritte in Echtzeit und hilft dabei, die zuvor festgelegten Operationsbereiche exakt einzuhalten. Chefarzt Dr. med. Ruslan Netedu, der die erste roboterassistierte Knieoperation in Guben durchgeführt hat, berichtet von positiven Erfahrungen.

Die zusätzliche Unterstützung durch den OP-Roboter ermögliche eine noch präzisere Arbeitsweise. „Mit der Assistenz des Roboters können wir noch genauer arbeiten, sodass das Gangefühl des Patienten nach der Operation wieder so ist, wie vor der Operation – allerdings dann ohne Schmerzen“, ergänzt er.

Verantwortung für OP liegt trotz Roboter bei Ärzteteam

Der OP-Roboter kam 2024 auf den Markt. Durch die erhöhte Präzision werde das umliegende Gewebe weniger belastet, der Bandapparat werde weitgehend erhalten und die Knochensubstanz geschont, heißt es seitens des Diakoniekrankenhauses. Trotz aller Technik bleibt die Verantwortung weiterhin beim medizinischen Team. Apollo operiert nicht selbst, sondern liefert Informationen und unterstützt die Mediziner bei ihren Entscheidungen. Der Eingriff selbst wird von den behandelnden Ärzten durchgeführt.

Die Hoffnungen, die mit der neuen Technik verbunden sind, sind groß. Viele Patienten könnten dadurch schneller wieder mobil sein und früher in ihren Alltag zurückkehren. Der OP-Roboter simuliere die Belastungen des Knies im Alltag und liefere dem Operateur dadurch wichtige Hinweise für den Eingriff.

Für das Diakoniekrankenhaus Naëmi Wilke ist die Einführung des Systems ein weiterer Schritt hin zu einer modernen und patientenorientierten Endoprothetik. Und so sorgt Apollo heute zwar nicht mehr für Schlagzeilen aus dem Weltraum – dafür aber möglicherweise für mehr Lebensqualität bei Menschen mit schweren Kniegelenkserkrankungen.

Wie sich Patienten zur Knie-OP mit Roboter informieren können

Beim Infotag des EndoprothetikZentrums der Maximalversorgung am 3. Juni 2026 um 17 Uhr im Auditorium des Diakoniekrankenhauses Naëmi Wilke in Guben erhalten Interessierte Informationen rund um künstlichen Gelenkersatz und die neue OP-Robotik.

Neben der Vorstellung des OP-Roboters Apollo geben Fachleute Einblicke in den gesamten Behandlungsablauf.

Individuelle Termine können sowohl in Guben als auch im Ambulanzzentrum Frankfurt (Oder) vereinbart werden. Die Terminvergabe erfolgt zentral unter 03561 403 444 oder per E-Mail an terminmanagement@naemi-wilke-stift.de.