(utr) 65 gemeinsame Ehejahre zeugen bei dem sympathischen, lebensbejahenden Paar von Vertrauen, Respekt und Liebe.

Kennengelernt haben sich Ingeburg (88)  und Heinz Staffetius (89) vor 71 Jahren.

Nach Flucht und Vertreibung aus seinem Heimatdorf in der Nähe von Breslau landete der Ehemann damals als Jugendlicher in Freiberg. Dort machte er eine Lehre zum Maschinenschlosser. Und dort begegnete er auch seiner späteren Frau, die dort Friseurin lernte. Im Zug haben sie sich oft gesehen und am Reformationstag beim Tanzabend wiedergetroffen. Das war 1948 und von da an kamen sie sich näher.

1952 begann er ein Studium an der Textilfachschule in Forst. Danach arbeitete Heinz Staffetius in Plauen und das Paar bekam eine Wohnung. 1957 kam Tochter Ramona zur Welt. Ingeburg Staffetius sattelte um und wurde Heimerzieherin. 1958 ging das Paar nach Karl-Marx-Stadt, bekam eine schlichte, aber schicke Zweiraum-Neubauwohnung mit Ofenheizung. Der Ehemann arbeitete als technischer Leiter in der Textilbranche, sie als Erzieherin an einer Schule. Nach dem Renteneintritt kamen sie 1997 nach Guben.

Viele Reisen haben beide in all den Jahren unternommen. Vier Monate im Jahr waren sie in der Welt unterwegs. Türkei im Winter, Wellnessurlaub in Ungarn im Frühjahr und wandern im Sommer. Noch heute zehren sie von diesen Unternehmungen, denn so lange Reisen sind der Gesundheit wegen heute nicht mehr möglich. Doch mit dem Auto fahren sie heute noch nach Cottbus, Berlin oder in die nähere Umgebung.

Überhaupt ist das sympathische Paar trotz körperlicher Einschränkungen sehr mobil. Gejammert werde nicht. Man müsse selbst etwas tun und auch selbst für sein Wohlbefinden sorgen, sind sich die beiden einig. Auch im Haushalt machen sie noch alles selbst. „Wir haben uns stets die Hausarbeit geteilt. Mein Mann hat mich schon immer verwöhnt. Er hat von Anfang an mit angepackt, jeder hatte und hat immer noch seine Aufgaben. Wir sind ein eingespieltes Haushaltsteam“, erzählt Ingeburg Staffetius. Und das, obwohl ihr Mann aufgrund von Krankheiten auf Rollstuhl oder Krücken angewiesen ist. „Es gibt keine unüberwindbaren Aufgaben, es gibt nur Lösungen“, sagt er verschmitzt. Das sei schon immer ihre Maxime gewesen. Vielleicht auch deshalb arbeitet er seit vielen Jahren ehrenamtlich im Bundesvorstand der Deutschen Selbsthilfevereinigung für Stomaträger und Menschen mit Darmkrebs sowie deren Angehörige mit, hat lange Zeit die Selbsthilfegruppen in ganz Sachsen geleitet.

Das rüstige Jubiläumspaar ist mit der Zeit gegangen, hat eine schicke Dreiraumwohnung im Herzen von Guben. Vor zweieinhalb Jahren sind sie wegen eines Fahrstuhls dorthin gezogen. Und auch technisch ist Familie Staffetius auf dem neuesten Stand. Computer und Smartphone gehören zu ihrem Alltag.

Die große Feier zu ihrer Eisernen Hochzeit findet am Wochenende in Berlin statt. Dann kommt neben vielen Angehörigen und Freunden auch ihr Enkel aus England. Darauf freuen sich beide sehr. Für die Zukunft wünschen sie sich, noch so lange wie möglich zu zweit zu sein und möglichst alles selber machen zu können.