Der Zoll und die Bundespolizei haben in Guben eine illegale Schleusung aufgedeckt. 18 Personen versuchten, in einem Kühllastwagen nach Deutschland zu gelangen.
Am Donnerstagnachmittag (13. Oktober 2022) stoppte eine Streife des Zolls im Gubener Stadtgebiet einen aus Litauen stammenden Kleintransporter. Bei der Kontrolle entdeckten die Einsatzkräfte auf der Ladefläche 18 Personen, darunter zwei Kinder. Sie stammen aus dem Iran, Irak und Afghanistan.
Beim Öffnen der Ladefläche fiel den Beamten die unmenschlichen Zustände, die in dem Kleintransporter herrschten, sofort auf. Die zwölf Iraner, vier Afghanen und zwei Iraker mussten in völliger Dunkelheit, ungesichert und auf der stark verschmutzen Ladefläche ausharren. Außerdem gab es keine Frischluftzufuhr. Die Menschen klagten über Hunger, Durst und nach sanitären Bedürfnissen. Es bestand durchaus Lebensgefahr, sagte ein Sprecher der Bundespolizei.

Untersuchungshaft für mutmaßlichen Schleuser

Keine der geschleusten Personen, die zwischen fünf und 44 Jahren alt sind, konnte ein Dokument vorlegen, welches den Aufenthalt in Deutschland legitimierte. Der mutmaßliche Schleuser (32) konnte einen litauischen Reisepass vorzeigen. Gegen ihn hat die Bundespolizei ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Einschleusens von Ausländer unter einer das Leben gefährdenden Behandlung eingeleitet. Ein Haftrichter ordnete Untersuchungshaft für den litauischen Staatsangehörigen an.
Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen sind die zwei Kinder (fünf und zehn Jahre) und die Männer an die Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt übergeben worden. Die zwei unbegleiteten Jugendlichen (14) kamen in die Obhut des zuständigen Jugendamtes.

Weitere 16 Personen bei Döbern aufgegriffen

Nur wenige Stunden später griffen Einsatzkräfte der Bundespolizei nach mehreren Bürgerhinweisen weitere Personen auf, die zu Fuß zwischen Gosda und Döbern (Spree-Neiße) unterwegs waren. Auch diese 16 Personen konnte keine aufenthaltslegitimierenden Dokumente vorweise. Elf von ihnen stammen aus Afghanistan und fünf aus der Türkei.