Wegen eines Falles von Landfriedensbruch ermittelt der kriminalpolizeiliche Staatsschutz seit dem Wochenende in Guben. Wie die Polizei am Montag mitteilte, seien am späten Samstagabend vier im Stadtpark sitzende Bewohner des Asylbewerberheimes von etwa 15 bis 20 männlichen und weiblichen Jugendlichen, die teilweise vermummt gewesen seien, umkreist und verbal attackiert worden.
Zwei der vier Asylbewerber hätten flüchten können, die zwei anderen seien aus der Personengruppe heraus geschlagen, getreten und fremdenfeindlich beschimpft worden. Ein 16-Jähriger aus Guinea und ein 19-jähriger Marokkaner seien verletzt und im Krankenhaus ambulant behandelt worden.

Wer hat in Guben Flüchtlinge attackiert?

Wie Polizeisprecherin Ines Filohn auf Nachfrage ergänzte, sei die Polizei am Samstag gegen 22 Uhr von einem Mitarbeiter der Unterkunft über den Fall informiert worden.
Was genau am Samstagabend passiert ist, lässt sich allerdings auch zwei Tage später nur schwer sagen. Auf dem Gelände des Heimes an der Deulowitzer Straße, das direkt an den Stadtpark angrenzt, geht es am Montagnachmittag absolut ruhig zu.
Diskussion nach Vorfällen in Gubener Asylbewerberheim Brennpunkt Deulowitzer Straße

Guben

Ein Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma unterhält sich im Freien mit einem der Bewohner. Nein, er könne nichts zu dem Vorfall sagen. Und sein Kollege, der am Samstag Dienst hatte, sei nicht da.
Von den Bewohnern sind zu dieser Zeit nur wenige im Heim. Ein junger Mann schaut aus dem Fenster. Nein, er habe nichts mitbekommen.

Streit in Gubener Asylbewerberheim

Anders ein Familienvater, der gerade sein Auto bepackt. Er erinnert sich, am Samstag einen Streit gehört zu haben. Jemand habe, so habe er es wahrgenommen, eine andere Person bedrängt.
„Der andere hat gesagt, er soll damit aufhören. Insgesamt ging der Streit vielleicht fünf oder sechs Minuten“, berichtet der Mann, dessen Tochter ein wenig die Rolle des Dolmetschers übernimmt.
Laut Ines Filohn wurde inzwischen eine Ermittlungsgruppe gebildet, die erste Befragungen durchgeführt habe. Zeugen, die sachdienliche Hinweise zum Geschehen liefern können, könnten sich unter Telefon 0355 49371227 bei der Polizei melden.