(red/dsf) Modernes Bauen zu DDR-Zeiten? Eigentlich hat man sich nach dem Zweiten Weltkrieg im geteilten Deutschland beim Wiederaufbau an dem Städtebau und der Architektur der Sowjetunion orientiert. Gerade Städte wie Berlin, Dresden, Eisenhüttenstadt und Leipzig lassen das noch gut erkennen, Gebäude, die stalinistische Monumentalbauten zum Vorbild hatten, prägen mancherorts das Stadtbild.

Jörn Düwel, ein Architekturhistoriker aus Hamburg, wirft am 27. Oktober in Eisenhüttenstadt einen anderen Blick auf die Architektur in der DDR. „In der Beschreibung von Entscheidungsprozessen, Lebenswegen und Leitprojekten maßgeblicher Architekten der DDR richtet Jörn Düwel den Blick auch auf den politischen Bedeutungswandel der Architektur“, teilt das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt mit. Im Rahmen der Sonderausstellung „Alltag formen! Bauhaus-Moderne in der DDR“ konnte das Zentrum den Historiker für einen Vortrag gewinnen. Der steht unter dem Titel „Moderne und Gegenmoderne in Architektur und Städtebau: Stalinstadt und weitere Beispiele. Das Bauhaus in der Kultur- und Gesellschaftspolitik der SBZ/DDR.“ Der Vortrag beginnt um 14 Uhr.

Zuvor bietet das Dokumentationszentrum um 13 Uhr eine Kuratorenführung durch die Sonderausstellung, bereits um 11 Uhr beginnt die Finissage zur „Wohnmaschine“, einer „erinnerungskulturellen künstlerischen Installation in einer Zweiraum-Plattenbauwohnung“. Architekt und Fotograf Martin Maleschka hat sich für sein Projekt in den Depots des Dokumentationszentrums bedient und Alltagsgegenstände in den Bauhausfarben Gelb, Blau und Rot zu einer „Wohnmaschine“ arrangiert. Das Projekt ist eine Gemeinschaftsarbeit vom Dokumentationszentrum, der Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft, der Gesamtschule drei in Eisenhüttenstadt sowie dem Künstler. Die Finissage endet um 17 Uhr, teilt das Zentrum mit.

Weitere Infos gibt es unter Telefon 03364 417355 und unter www.alltagskultur-ddr.de