Von Ute Richter

Neun stahlharte Jungs haben am Wochenende begonnen, das Katzengehege im Gubener Tierheim auf Vordermann zu bringen. Rund 800 Kilometer Anfahrtsweg hatten einige von ihnen. Sie alle sind Mitglieder bei den „Helden für Tiere“ rund um Kampfsportler und Schauspieler Ralf Seeger. Sie haben sich zusammengetan, um Tiere vor psychischen und physischen Schäden zu bewahren. Und genau da kommt die weiche Seite der knallharten Männer ins Spiel, die alle Ex-Boxer oder -Ringer sind. Mit Kampfsport haben sie über Jahre ihre Körper gestählt, obwohl sie den „Kampf“ mittlerweile auf ihren Baustellen austragen. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb haben sie ein großes Herz für Tiere und quatschen nicht nur, sondern machen. Und zwar richtig.

Zahlreiche Gubener beteiligen sich

Wahrscheinlich war es genau dieses Zusammenspiel aus uneigennützigem Engagement und stahlharten Jungs, was Vox zu einer Fernsehsendung inspirierte. Sie begleiten die Einsätze der „Helden für Tiere“ und senden es via Bildschirm an alle Fernsehzuschauer. „Weicheier haben bei uns nichts zu suchen. Hier wird angepackt“, sagt Ralf Seeger. Zahlreiche Gubener Unternehmen, aber auch Einzelpersonen unterstützen die Aktion mit Materialspenden oder Arbeitseinsatz. „Es ist für uns wichtig, dass auch kommunale Firmen, aber auch die Menschen in der jeweiligen Stadt mithelfen. Denn wir machen das ja nicht für uns und schon gar nicht fürs Fernsehen. Wir machen das für die Tiere und dafür, dass die Menschen aufmerksam werden auf die Not mancher Tiere. Manchmal, wie hier in Guben eben auch, um für die Tiere bessere Bedingungen zu schaffen“, so Ralf Seeger.

Heinz Zimmermann vom Tierschutzverein Terra Mater, dessen Verein schon viele Jahre Partner des Gubener Tierheim ist, findet kaum Worte für den Einsatz der Männer. „Man muss wirklich den Hut ziehen, was die hier leisten in so kurzer Zeit“, sagte er. Und genau weil er diese großen Fortschritte sieht, hat er sich spontan dazu entschlossen, gleich noch eine große Spende für die Aktion beizusteuern.

Durchweg Vegetarier und Veganer

Währenddessen arbeiteten die „Harte Hunde“ an der Unterkonstruktion für die Dächer des Katzenhauses und des –geheges. Da wurden Balken gesägt und von den harten Jungs an Ort und Stelle gebracht. Doch wer denkt, da stecken sicher zwei drei richtige Steaks jeden Abend dahinter, der irrt. Denn wie Ralf Seeger verrät, sind durchweg alle Vegetarier, manche auch Veganer. Und immer, wenn die „Helden für Tiere“ in der Region rund um Eisenhüttenstadt im Einsatz sind, dann bekocht Hannelore Herrmann (66) die Jungs. Beide Söhne machen bei den „Harten Hunden“ mit. Sohn Jörg Herrmann war Mitinitiator der Gubener Aktion. Die Eisenhüttenstädterin macht aus Hausmannskost vegetarische Kost und bis jetzt haben sich die stahlharten Männer noch nie beschwert. Im Gegenteil.

Doch bevor sie sich die Pausen gönnen, geben die Männer alles. „Um etwas zu bewegen, braucht man Power. Wir sind Tierretter und das mit großer Leidenschaft“, so Seeger. „Man braucht nicht nur eintausend Prozent in den Oberarmen, sondern auch eintausend Prozent im Kopf. Wir machen hier großes Kino, doch eigentlich geht es um das Selbstverständlichste überhaupt – um das Tierwohl“, ergänzt er.

In zwei Wochen gehen die Arbeiten weiter

Und so schuften die harten Jungs bis heute weiter und werden ihre Arbeiten in zwei Wochen fortsetzen. Dann werden sie nicht nur die Restarbeiten im Tierheim erledigen, sondern auch beim Benefiz-Volleyballturnier am Sportzentrum Kaltenborner Straße dabei sein. Und auch bei der großen Spendengala im Volkshaus sind sie zu Gast. Beide Veranstaltungserlöse kommen den nächsten Projekten der „Helden für Tiere zu Gute. Einige Restkarten für die Spendengala, in dessen Preis von 250 Euro für zwei Personen  Essen, Getränke, Unterhaltung sowie Treffen mit prominenten Gästen enthalten sind, können noch bei Organisatorin und Initiatorin Jenny Böhme unter Telefon 0151 11934924 erworben werden. Auch Mannschaften für das Volleyballturnier können sich noch anmelden. Start- und gleichzeizig Spendengebühr beträgt 50 Euro.