Brandenburgs Polizei wagt ein Experiement. Gemeinsam mit polnischen Sicherheitsbehörden wird es in Guben künftig das erste deutsch-polnische Polizeiteam geben. Beamte aus beiden Ländern werden gemeinsam auf Streife gehen, sich ein Büro teilen und auch gemeinsam – auf beiden Seiten der Neiße – Verbrecher jagen. „Das gibt es bisher von der Ostsee bis nach Sachsen noch nirgendwo an der polnischen Grenze“, sagt Sven Bogacz, Leiter der Polizeidirektion Süd und zugleich Projektleiter für das neue Gemeinsame Polzeiteam (GPT).

Gemeinsames Polizeiteam darf auf beiden Seiten festnehmen

Für die Polizei beiderseits der Neiße ist das Neuland. Anders als bei den bisher sporadisch durchgeführten Tandem-Streifen soll das neue Polizeiteam – bestehend aus zwei polnischen und drei deutschen Beamten – sich ein Büro teilen, einen extra dafür eingerichteten Streifenwagen und auch die Befugnisse. Projektkoordinator Torsten Roch beschreibt das am praktischen Beispiel: Wenn bisher ein Gubener überfallen wurde und der Angreifer über die Grenze nach Polen flüchtete, machten die deutschen Polzisten eine Meldung an die Kollegen in Polen, die sich daraufhin auf die Suche nach dem – meist längst verschwundenen Täter – machten.

Guben/Gubin

Das neue Polizeiteam hat nun ganz andere Kompetenzen. „Die Kollegen dürfen den Verdächtigen nach Polen verfolgen und auch dort vorläufig festnehmen“, bestätigt Roch. Guben/Gubin sei als Standort für ein solches Pilotprojekt perfekt geeignet. Aber auch der Rest der Brandenburger Polizei soll davon profitieren.