Es bleibt ein rätselhafter Fall. Am Neujahrstag kommt ein junger Mann in Guben gewaltsam ums Leben. Seine Leiche wird in einer Wohnung in der Friedrich-Schiller-Straße in der Neustadt entdeckt. Ein Mann wird kurz darauf festgenommen.

Nun endlich beginnt der Prozess. Fünf weitere Termine wurden für den August vorgemerkt.

Angeklagter soll Opfer getreten und mit einer Flasche geschlagen haben

Die Anklage lautet auf Totschlag. „Der Angeklagte soll den Geschädigten in den Morgenstunden des Tattages mehrfach massiv mit einem beschuhten Fuß gegen den Kopf und andere Körperteile getreten haben. Außerdem solle er ihn mit einer Faust sowie einer Bierflasche geschlagen haben“, heißt es in der Prozessankündigung. Bei seinen Handlungen soll der Angeklagte den Tod des Geschädigten zumindest billigend in Kauf genommen haben. „Der Geschädigte soll aufgrund der durch die Gewalteinwirkung erlittenen erheblichen Verletzungen gestorben sein“, heißt es weiter.

Ein Bekannter fand die Leiche

Gefunden wurde die Leiche am Neujahrsmorgen von einem Bekannten, der in der Friedrich-Schiller-Straße etwas abholen wollte. Die Rede war damals von einem Fernseher. In der Wohnung machte er den grausamen Fund. Ein menschlicher Körper liegt in der Küche, eingewickelt in ein großes Tuch, eine Decke. Die ist voller Blut.

Die Polizei rückt an. Der Mieter der Wohnung soll den Einsatzkräften gegenüber behauptet haben, den Mann, der da leblos in seiner Küche lag, zwar zu kennen, sich jedoch nicht erklären zu können, wie seine Leiche in die Küche gelangt sei.

Welche Strafe droht dem Angeklagten?

Mit welcher Strafe der 50-jährige mutmaßliche Täter nun rechnen muss, ist schwer zu sagen. Laut Strafgesetzbuch liegt das Strafmaß für Totschlag bei mindestens fünf Jahren, in besonders schweren Fällen können Täter auch zu lebenslanger Haft verurteilt werden (Paragraf 212).

Allerdings sieht das Gesetz auch den „minder schweren Fall des Totschlags“ vor. Der liegt vor, wenn „der Totschläger ohne eigene Schuld durch eine ihm oder einem Angehörigen zugefügte Mißhandlung (sic!) oder schwere Beleidigung von dem getöteten Menschen zum Zorn gereizt und hierdurch auf der Stelle zur Tat hingerissen worden oder liegt sonst ein minder schwerer Fall vor, so ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahre.“