Ein gelber Fahrradhelm wandert durch Deutschland – zumindest virtuell. Der Helm ist das Symbol einer Kampagne, die die Polizeibehörden der Länder derzeit auf Sozialen Medien wie Facebook und Instagram fahren. „#Kopfentscheidung“ heißt die Aktion, die auf das Tragen von Fahrradhelmen aufmerksam machen soll. Jede Woche ist eine andere Polizeibehörde an der Reihe, mit einem eigenen Video auf die Notwendigkeit hinzuweisen, einen Helm aufzusetzen und so für die eigene Sicherheit im Straßenverkehr zu sorgen.
„Wir Sachsen wir sind helle, das weiß die ganze Welt. Und sind wir mal nicht helle, dann haben wir uns verstellt“, sagt beispielsweise Schauspieler Wolfgang Stumph im Video der Polizei Sachsen. „Wir Sachsen sind eben nicht auf den Kopf gefallen und schützen ihn deshalb mit einem Helm“, so Stumph im Video. Auch Sportler wie Jens Weißflog, Florian Hambüchen oder Trainer Felix Magath kommen in den Kurzvideos der verschiedenen Länder vor.

Darum geht es bei #Kopfentscheidung

Begonnen hat die Aktion im vergangenen Jahr in Bayern, wie Brandenburgs Polizeisprecher Mario Heinemann erläutert. In diesem Jahr haben sich zahlreiche weitere Polizeibehörden angeschlossen. Mit jedem Video wird eine andere Behörde nominiert und der gelbe Fahrradhelm symbolisch ins nächste Video geworfen. Seit 17. Juli geht das so. Nun hat Rostock den Helm nach Brandenburg geworfen.
Veröffentlicht wird das etwa einminütige Brandenburger Video am 8. August auf Twitter, Facebook und Instagram. Mario Heinemann, Leiter der Pressestelle beim Polizeipräsidium in Potsdam, verrät vorab schon einige Details. So wurde unter anderem in Guben und Gubin gedreht, wo das deutsch-polnische Polizeiteam arbeitet – bei Bedarf auch auf dem Fahrrad.
Christian Mewes (37) aus Cottbus: Ich fahre ohne Fahrradhelm, weil ich noch nie einen Grund gesehen habe, einen zu tragen. Auf dem Fahrrad fühle ich mich auch ohne Helm sicher. Mir ist noch nie etwas passiert. Bei meinen beiden Kindern, sie sind zwei und fünf Jahre alt, achte ich aber konsequent darauf, dass sie ihre Fahrradhelme tragen. Am Ende sollte das jeder für sich selbst entscheiden, ob er mit oder ohne Helm Fahrrad fährt. Wenn es allerdings eine Helmpflicht gäbe, würde ich natürlich auch einen aufsetzen.
Christian Mewes (37) aus Cottbus: Ich fahre ohne Fahrradhelm, weil ich noch nie einen Grund gesehen habe, einen zu tragen. Auf dem Fahrrad fühle ich mich auch ohne Helm sicher. Mir ist noch nie etwas passiert. Bei meinen beiden Kindern, sie sind zwei und fünf Jahre alt, achte ich aber konsequent darauf, dass sie ihre Fahrradhelme tragen. Am Ende sollte das jeder für sich selbst entscheiden, ob er mit oder ohne Helm Fahrrad fährt. Wenn es allerdings eine Helmpflicht gäbe, würde ich natürlich auch einen aufsetzen.
© Foto: Michael Helbig
Marita Ungermann (57) aus Cottbus: Ich fahre immer mit Fahrradhelm. Auch wenn meine Sportfreunde deshalb anfangs über mich gelächelt haben. Vor etwa 13 Jahren hatte ich mal in der Friedrich-Ebert-Straße einen schweren Unfall. Da bin ich bei regennasser Strasse mit dem Hinterrad in den Straßenbahnschienen weggerutscht. Ich hatte einen Jochbeinbruch, der operiert werden musste, und nach einem Vierteljahr noch eine OP, bei der die vier Schrauben wieder entfernt wurden. Dann hat es noch ein paar Jahre gedauert, bis ich mich entschlossen hatte, ständig einen Helm zu tragen, auch wenn die Frisur vielleicht darunter leidet. Aber es ist doch ganz schön gefährlich auf den Radwegen. Da sind auch viele Falschfahrer unterwegs.
Marita Ungermann (57) aus Cottbus: Ich fahre immer mit Fahrradhelm. Auch wenn meine Sportfreunde deshalb anfangs über mich gelächelt haben. Vor etwa 13 Jahren hatte ich mal in der Friedrich-Ebert-Straße einen schweren Unfall. Da bin ich bei regennasser Strasse mit dem Hinterrad in den Straßenbahnschienen weggerutscht. Ich hatte einen Jochbeinbruch, der operiert werden musste, und nach einem Vierteljahr noch eine OP, bei der die vier Schrauben wieder entfernt wurden. Dann hat es noch ein paar Jahre gedauert, bis ich mich entschlossen hatte, ständig einen Helm zu tragen, auch wenn die Frisur vielleicht darunter leidet. Aber es ist doch ganz schön gefährlich auf den Radwegen. Da sind auch viele Falschfahrer unterwegs.
© Foto: Michael Helbig
Hartmut Möller (64) aus Peine ist im Spreewald zu Gast und auf dem Gurkenradweg in der Spur: Ich fahre nicht mit Helm. Der stört mich einfach, gerade bei diesem hochsommerlichen Wetter. Ich habe es schon mal versucht. Aber für mein Empfinden war das unangenehm. Zwar hatte ich auch schon mal einen schweren Unfall. Da war die Schulter zertrümmert, aber zum Glück war dem Kopf nichts passiert. Insofern kann ich schon nachvollziehen, dass ein Fahrradhelm ganz hilfreich sein kann.
Hartmut Möller (64) aus Peine ist im Spreewald zu Gast und auf dem Gurkenradweg in der Spur: Ich fahre nicht mit Helm. Der stört mich einfach, gerade bei diesem hochsommerlichen Wetter. Ich habe es schon mal versucht. Aber für mein Empfinden war das unangenehm. Zwar hatte ich auch schon mal einen schweren Unfall. Da war die Schulter zertrümmert, aber zum Glück war dem Kopf nichts passiert. Insofern kann ich schon nachvollziehen, dass ein Fahrradhelm ganz hilfreich sein kann.
© Foto: Michael Helbig
Lothar Brussa (74) aus Salzgitter ist als Urlauber auf dem Gurkenradweg im Spreewald unterwegs: Also ich fahre nicht mit Fahrradhelm. Einen Helm zu tragen, sieht doch nicht gut aus. Ich bin auch nicht grundsätzlich gegen einen Fahrradhelm, aber gegen eine Helmpflicht auf dem Fahrrad. Das sollte jeder für sich entscheiden.
Lothar Brussa (74) aus Salzgitter ist als Urlauber auf dem Gurkenradweg im Spreewald unterwegs: Also ich fahre nicht mit Fahrradhelm. Einen Helm zu tragen, sieht doch nicht gut aus. Ich bin auch nicht grundsätzlich gegen einen Fahrradhelm, aber gegen eine Helmpflicht auf dem Fahrrad. Das sollte jeder für sich entscheiden.
© Foto: Michael Helbig
Polizeikommissarin Julia Balcerzak und ihr polnischer Kollege Mariusz Podhorecki haben sich für das Video zur Verfügung gestellt. Sie nehmen den gelben Helm auf, informieren über die Lage in Brandenburg und geben dann weiter an Prominente, die ihren Kopf für die #Kopfentscheidung zur Verfügung stellen.

Wer macht mit bei #Kopfentscheidung?

Puppenspieler und Sänger Christian Bahrmann ist dabei, ebenso Moderator Uwe Madel („Täter-Opfer-Polizei“), Sängerin Nadja Benaissa und der Cottbuser Rad-Weltmeister Maximilian Levy.
„Danke für meinen Helm“, sagt Levy im Video. „Als dreifacher Familienvater trage ich immer einen Helm beim Radfahren, zum einen für meinen eigenen Schutz – zum anderen auch, um als Vorbild zu wirken.“
In Brandenburg sind im vergangenen Jahr 2851 Fahrradfahrer verletzt worden, 18 wurden getötet. Das sind zwar weniger als im Jahr zuvor, dennoch immer noch zu viele.
„Ein Helm schützt euch vor Stürzen und rettet euch das Leben, bitte nutzt ihn“, sagt Polizeikommissarin Julia Balcerzak. Aus ihrer Arbeit in Guben weiß sie, wovon sie spricht. Sieben Schwerverletzte hat es dort im vergangenen Jahr gegeben, keiner von ihnen trug einen Helm.

In Polen gibt es eine Helmpflicht, in Deutschland nicht

Auf der anderen Seite der Neiße, in Polen, ist das Tragen eines Fahrradhelms übrigens längst Pflicht, ebenso das Tragen einer Warnweste. „Die Weste muss außerhalb geschlossener Ortschaften bei Dunkelheit getragen werden“, erklärt Julia Balcerzak. Wer dagegen verstößt, muss Strafe zahlen.
In Deutschland gibt es die Helmpflicht noch nicht, auch das ein Grund für die Kampagne. Kopfentscheidung sei es, selbst zu entscheiden, den Helm zu tragen, auch wenn man dazu nicht verpflichtet ist, sagt Sachsens Landespolizeipräsident Jörg Kubiessa im Video seiner Polizei.

Mehrheit für Helmpflicht

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland spricht sich für eine Helmpflicht für Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer aus. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag der Prüforganisation Dekra. 59 Prozent aller Befragten befürworten, dass Personen, die mit dem Fahrrad fahren – egal mit welcher Art von Fahrrad – verpflichtet sein sollten, einen Helm zu tragen.
Dass Kinder unter 14 Jahren generell verpflichtend beim Radfahren einen Helm tragen sollten, befürwortet neun von zehn der Befragten (90 Prozent).
Laut den Umfrageergebnissen trägt allerdings weniger als die Hälfte der Fahrradfahrer regelmäßig beim Radeln einen Helm. Rund 40 Prozent geben an, „fast immer“ einen Helm zu tragen. 20 Prozent tragen nach eigenen Angaben „meistens“ oder „ab und zu“ einen Helm, zehn Prozent „selten“. Immerhin mehr als ein Viertel (28 Prozent) ist Helmmuffel und gibt an, beim Radeln nie einen Helm zu tragen.