25 Ermittler umfasst die Mordkommission, die sich mit dem vermeintlichen Mafia-Morden von Forst am 13. Mai beschäftigt. Immerhin das bestätigt Oberstaatsanwalt Gernot Bantleon gegenüber der RUNDSCHAU. Die Zahl der Spuren, die man am Tatort, einer geheimen Cannabis-Plantage mitten in Forst, gefunden habe, sei extrem groß. Deshalb seien die Ermittlungen auch nach wie vor sehr aufwändig, so Bantleon.

Um die Ermittlungen, die laut ausländischen Medienberichten zur Balkan-Mafia führen, nicht zu gefährden, hält die Staatsanwaltschaft die Nachrichtensperre zu den beiden Toten und einem bisher offiziell nicht bestätigten Schwerverletzten weiterhin aufrecht. Ein Ende der Ermittlungen sei nicht absehbar, so Bantleon.

Führt die Spur zur Balkan-Mafia?

Auch dafür, dass sich zwei weitere Personen am Tatort befunden haben sollen, als die Polizei am frühen Morgen des 13. Mai dort eintraf, gibt es weiter keine Bestätigung. Die beiden Personen sollen bei Eintreffen der Beamten geflohen sein. Medienberichte aus Montenegro haben in den vergangenen Wochen für Gesprächsstoff in Forst gesorgt. Ihnen zufolge handelt es sich bei den Toten um Mitglieder der so genannten Kotor-Mafia.

Demnach seien die beiden Toten Mitglieder einer von zwei verfeindeten Gruppen innerhalb der Balkan-Mafia. „Die ungezügelte Gewalt und die soziale Gefährlichkeit dieser Clans haben ohne Zweifel die Aufmerksamkeit der Medien in Europa auf sich gezogen und diese Form der Organisierten Kriminalität in die Öffentlichkeit gebracht“, sagt Mafia-Experte Dusan Desnica im RUNDSCHAU-Interview.

Sogar Namen der Toten nennen die montenegrischen Medien. Kommentieren will das die Staatsanwaltschaft nicht, verweist einerseits auf ermittlungstaktische Gründe, andererseits auf den Persönlichkeitsschutz der Angegriffenen.

Noch keine Spur des Fluchtautos

Ohne Erfolg blieb bisher die öffentliche Fahndung, die die Polizei wenige tage nach der Tat gestartet hatte. Gesucht wurde ein helles Auto, das in der Zeit zwischen 3 und 6 Uhr auf der L49 in Richtung Cottbus oder auf der Autobahn 15 Richtung Berlin gesehen wurde. Sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung habe es dazu bisher nicht gegeben, so Bantleon.

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