Von Sven Hering

Der Gewerbeverein in der Stadt Döbern macht zum Ende des Jahres Schluss. „Wir lösen uns auf“, erklärte Vereinschef Arno Asmus jetzt gegenüber der RUNDSCHAU. Der Grund: Das Interesse an einer Mitarbeit im Verein sei in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. „Es gibt bei uns keine Nachrücker mehr, die mitmachen wollen, uns fehlen die jungen Unternehmer, die sich ansiedeln“, berichtet Asmus. Deshalb sei jetzt diese Entscheidung getroffen worden.

Und noch eine Hiobsbotschaft

Das ist allerdings nicht die einzige Hiobsbotschaft, die der Döberner Friseurmeister verkündet. So wird es auch den Adventsmarkt nicht mehr geben. Dieser war in den vergangenen Jahren durch den Verein organisiert worden. „Doch die Auflagen nehmen immer mehr zu und belasten unser Budget, das war ganz einfach nicht mehr zu stemmen“, erklärt Asmus. Für einen Verein, der ehrenamtlich organisiert sei, sei dieser Aufwand nicht mehr machbar. „Ich bin natürlich ein Stück weit traurig darüber und wenn es jemanden gibt, der die Organisation übernehmen möchte, dann stellen wir als Verein gern unsere Erfahrung zu Verfügung“, so der Döberner Unternehmer. „Aber ich kann keinem 70-Jährigen sagen, nun baue mal die Zelte auf, auch hier fehlen uns die Leute, die mitmachen wollen“, sagt Asmus. Erst vor drei Jahren hatte der Gewerbeverein den Markt wiederbelebt, nachdem es zuvor 15 Jahre lang keine derartige Veranstaltung in der Adventszeit gegeben hatte.

Kleine Händler „sterben“ aus

Die Entwicklung in Döbern beobachtet Asmus mit einiger Sorge. Die Konzentration von großen Anbietern wie einige Discounter lasse die kleineren Händler sterben. „Wir erleben eine Marktbereinigung und damit stirbt auch ein Stück unseres kleinstädtischen Lebens“, so der Unternehmer. Asmus selbst versucht durch Aktionen wie jetzt zum Oktoberfest, bei dem alle Angestellten in Tracht die Kunden empfangen, für ein Alleinstellungsmerkmal zu sorgen.

Döberns Bürgermeister Jörg Rakete bedauert das Aus des Gewerbevereins. Damit verliere die Stadt einen wichtigen Akteur, so der SPD-Politiker.