Der Briefkasten in dem Haus am Forster Kegeldamm war schon einige Zeit nicht mehr geleert worden. In der Wohnung brannte Licht. Trotzdem reagierte der Mieter nicht auf das Klingeln. Die Feuerwehr rückte aus, um die Wohnungstür zu öffnen.

In der Bahnhofstraße wiederum hatte sich ein Bewohner im Keller eingeschlossen. Die Feuerwehr suchte nach weiteren Zugangsmöglichkeiten, in der Zwischenzeit konnte durch den Rettungsdienst die Kellertür geöffnet werden. Notarzt und Polizei übernahmen.

Am Waldgürtel hatten besorgte Angehörige den Rettungsdienst alarmiert. Fenster und Türen zur Wohnung waren verschlossen, auch hier reagierte der Bewohner nicht auf das Klingeln. Die Feuerwehr öffnete die Tür, eine Person konnte dem Rettungsdienst übergeben worden. Drei Beispiele aus dem Einsatzprotokoll für den Monat Februar der Forster Feuerwehr.

Ein Drittel der Einsätze unbegründet

Während in diesen drei Fällen klar war, dass die Bewohner Hilfe benötigen, werden die Feuerwehrleute häufig aber auch ohne Not gerufen. Ein Drittel der Notöffnungen sei im Jahr 2018 am Ende unbegründet gewesen, hatte Andreas Britze, Forster Stadtwehrführer, im vergangenen Jahr der Lausitzer Rundschau erklärt. „Wenn jemand um Hilfe ruft oder wir Geräusche vernehmen, die darauf hindeuten, dass die Person in Gefahr ist, dann gibt es für uns keine Diskussion – dafür sind wir da“, sagt Britze. Doch die Fehleinsätze belasten die Helfer.

Unterstützung erfährt der Forster Feuerwehrchef von Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger (CDU). Die Feuerwehren im Landkreis mussten im vergangenen Jahr 118 Einsätze zur Türnotöffnung leisten, verriet Altekrüger in der jüngsten Kreistagssitzung. Dabei sei in 20 Fällen keine Person angetroffen worden. 88 mal mussten die Feuerwehren im Kreis außerdem Tragehilfe leisten. Auch Altekrüger will, dass die Kameraden entlastet werden. Dazu, so betonte er, würden derzeit Gespräche geführt.

Zumal die Zahl der operativen Einsatzkräfte im Jahr 2019 rückläufig war. Sie verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 91 auf 2601. Altekrüger: „Um diesem Trend entgegenzuwirken, bedarf es weiterer Werbemaßnahmen.“ Ein Beispiel, das funktioniert: Der Kreisfeuerwehrverband wirbt auf einem durch den Landkreis fahrenden Bus mit dem Slogan „Einfach Einsteigen!“. Das kommt zumindest beim Feuerwehrnachwuchs an. In den 61 örtlichen Gruppen der Jugend- und Kinderfeuerwehr waren laut Verwaltungschef zum Jahresende 938 Mädchen und Jungen organisiert. „Damit verzeichnet unser Feuerwehrnachwuchs in den vergangenen drei Jahren einen Anstieg um fast 150 Mitglieder“, so Altekrüger.