„In Rumänien gibt es Tötungsstationen, wo Hunde einfach abgegeben werden, oder wo streunende Hunde hinkommen, die eingefangen werden“, erklärt Marit Simmang. Die Frau aus Gosda-Wiesengrund arbeitet in Forst und hat vor wenigen Tagen einen Stammtisch des „Einfach Tierschutz e.V.“ gegründet, der sich um das Schicksal von heimatlosen Hunden in Rumänien kümmert.

Tiere werden wie Müll entsorgt

„Das Tier wird in Rumänien zu oft als Gegenstand gesehen, der wie Müll entsorgt wird“, sagt Marit Simmang und berichtet von Hunden, die in Säcken am Straßengraben gefunden wurden, von Kettenhunden, denen die Kette am Hals eingewachsen war, oder von Tieren, die einfach zurückgelassen und dem Hungertod ausgesetzt werden, wenn der Besitzer umzieht. „Wenn die Polizei solche Hunde aufgreift, kommen sie auch in die Tötungsstation“, so Margit Simmang

Auf den Verein Einfach Tierschutz e.V. ist sie im vergangenen Jahr zunächst bei facebook gestoßen und begann, dessen Arbeit zu verfolgen. Der erst 2016 gegründete Verein betreibt seit 2017 ein eigenes Tierheim in der rumänischen Stadt Braila. In diesem Tierheim oder „Shelter“ werden zwischen 300 bis 400 Hunde versorgt – die entweder aus der Tötungsstation übernommen oder von der Polizei sichergestellt wurden.

Ein Tierheim speziell für Welpen

Aktuell wird eine eigenes „Shelter“ für Welpen und junge Hunde aufgebaut und es gibt inzwischen auch ein Katzenabteilung. Viele der aufgepäppelten Hunde werden nach Deutschland vermittelt. Der Verein beschäftigt neun fest angestellte rumänische Mitarbeiter und wirbt bei der Bevölkerung vor Ort um mehr Verständnis für den Tierschutz.

Seine etwa 3000 Mitglieder sind deutschlandweit in mehr als 30 regionalen „Stammtischen“ organisiert. „Als ich mich vor einem halben Jahr entschloss, dem Verein beizutreten, habe ich gemerkt, dass es in unserer Region keinen Stammtisch gibt. Also habe ich einen gegründet“, so Marit Simmang.

Weitere Mitstreiter sind gern willkommen

Noch sind sie zu dritt, aber sie hoffen auf weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter, um mehr Schlagkraft zu gewinnen. „Wir wollen auf die verwahrlosten Tiere in Rumänien aufmerksam machen und langfristig auch über eigene Aktionen die Arbeit im Shelter besser unterstützen“, sagt Marit Simmang. „Ich bin auf dem Land groß geworden und habe immer etwas für Tiere übrig gehabt.“