Mit einem Brief hat sich Döberns Ex-Bürgermeister Eberhard Koch an die Lausitzer Rundschau gewandt. Darin kritisiert Koch den Umgang der Stadt mit dem Jahrestag der Befreiung.
„Nachdem auch die ehemalige Bundesrepublik Mitte der 1980-er Jahre das Ende des Krieges als Befreiung bezeichnete, haben wir gegenwärtig die verschiedensten Würdigungen dieses Ereignisses vernommen“, schreibt Koch. Während der DDR-Zeit sei es sogar ein Feiertag gewesen. Umso unverständlicher müsse man feststellen, dass am sowjetischen Ehrenmal in Döbern – eines der größeren der Region – keine sichtbare Ehrung der gefallenen Soldaten wahrnehmbar sei.

Döberns Ex-Bürgermeister vermisst ein Zeichen der Dankbarkeit

Koch: „Abgesehen von einem möglichen Festakt – der der Coronakrise hätte angemessen ausfallen können – wäre mindestens ein Kranz oder ein Blumengebinde als äußerliches Zeichen der Dankbarkeit nötig gewesen.“ Koch fragt, ob der Bürgermeister etwas versäumt habe oder was die Abgeordneten und Bürger dazu sagen?
Der amtierende Bürgermeister Jörg Rakete (SPD) weist die Kritik seines Vorgängers zurück. Trotz des wichtigen Datums sei es in diesen Tagen nicht möglich, dieses Ereignis in angemessener Form zu würdigen, betont er. Eine praktisch anonyme Veranstaltung mit ein oder zwei Personen halte er für nicht angebracht.

Landkreis Spree-Neiße musste Gedenkveranstaltung auch absagen

Rakete verweist zudem auf den Landkreis, der ebenfalls eine eigentlich in großem Rahmen geplante Gedenkveranstaltung absagen musste. Das Thema Corona, so Rakete, binde derzeit viele Leute in den unterschiedlichen Funktionen. „Es ist ja nicht so, dass sie jetzt alle irgendwo in der Versenkung verschwunden sind“, so Rakete.
Sein Vorgänger, so Rakete in Richtung Koch, sei in einigen Döberner Vereinen aktiv. Ihm hätte es deshalb durchaus frei gestanden, über diesen Weg ein Gedenken zu organisieren.