Stolpersteine in Forst: Wieder eine Attacke auf Gedenksteine

In Forst (Lausitz) sind erneut zwei Stolpersteine mutwillig zerstört worden. Es ist nicht die Erste Attacke dieser Art in der Stadt.
Stadt Forst (Lausitz)- In Forst wurden in der Nacht zum 20. August 2026 zwei Stolpersteine zerstört.
- Betroffen sind die Gedenksteine für Erna Perlich und ihre Tochter Ilse Pick.
- Der Stein für Ilse Pick wurde vollständig zerstört, die Messingplatte fehlt.
- Der Stein für Erna Perlich ist stark beschädigt, die Stadt stellte Anzeige.
- Es gab bereits im März 2025 einen Angriff – Hinweise an Polizei oder Bürgertelefon.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mutwillige Attacke auf die Erinnerungskultur: In der Mühlenstraße in Forst (Lausitz) sind in der Nacht zum 20. August 2026 wieder Stolpersteine mutwillig beschädigt worden.
Wie die Stadt Forst (Lausitz) am Donnerstagmittag mitteilte, betrifft der Angriff die Gedenksteine für Erna Perlich und deren Tochter Ilse Pick. Besonders schwer getroffen wurde dabei der Stolperstein für Ilse Pick. Er wurde nach Rathausangaben vollständig zerstört und zudem wurde die Messingplatte entwendet.
Der Stolperstein für Erna Perlich sei zwar noch vorhanden, wurde jedoch ebenfalls stark beschädigt. Heißt es weiter. Vor allem die Messingplatte weist erhebliche Schäden auf.
Stadt Forst hat Zerstörung der Stolpersteine zur Anzeige gebracht
Die Stadt Forst hat nach eigenen Angaben Anzeige bei der Polizei erstattet wegen Diebstahls und Sachbeschädigung. Die beschädigte Stelle im Gehweg soll zunächst provisorisch gesichert werden. Wie mit dem stark in Mitleidenschaft gezogenen Stolperstein für Erna Perlich weiter verfahren wird und wie die Gedenkstätte wiederhergestellt werden kann, wird derzeit geprüft.
Brisant ist vor allem die Tatsache, dass es sich bereits um den zweiten Angriff auf diese beiden Stolpersteine handelt. Bereits im März 2025 waren die Gedenksteine den Angaben zufolge gewaltsam aus dem Gehweg herausgebrochen und erheblich beschädigt worden. Schon damals wurde Strafanzeige gestellt.
Bürgermeisterin von Forst zeigt sich betroffen über Angriff
Bürgermeisterin Simone Taubenek erklärte, sie sei über den erneuten Angriff tief betroffen. „Diese Steine erinnern nicht abstrakt an Geschichte, sondern an zwei Menschen aus unserer Stadt, die verfolgt wurden und ihr Leben verloren. Wer diese Zeichen des Gedenkens beschädigt oder entfernt, greift auch unsere gemeinsame Erinnerungskultur an.“ Zudem betont die Stadtchefin mit Nachdruck, dass man sich von der erneuten Attacke keineswegs entmutigen lassen werde.
Die Stolpersteine sind am 9. November 2024 in der Mühlenstraße verlegt worden. Sie erinnern an Erna Perlich, die im Gestapo-Gefängnis Frankfurt (Oder) ums Leben kam, sowie an Ilse Pick, die nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde.
Mit der Verlegung war auch ein besonderes lokales Engagement verbunden. Schüler der Gutenberg-Oberschule Forst (Lausitz) hatten sich im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft intensiv mit der Geschichte von Erna Perlich und Ilse Pick sowie mit der Stolperstein-Initiative beschäftigt und die Verlegung begleitet. Die Varianten einer Wiederherstellung oder Neuverlegung der Stolpersteine werden nach Angaben der Stadt derzeit geprüft.
Rathaus von Forst bittet um Hinweise
Wer in der Nacht zum 20. August 2026 Beobachtungen im Bereich der Mühlenstraße gemacht hat oder andere sachdienliche Hinweise zu der Tat geben kann, wird gebeten, sich an das Polizeirevier Forst unter der Telefonnummer 03562/920 oder an das Bürgertelefon der Stadt Forst (Lausitz) unter 03562/989-289 zu wenden.



