Gute und schlechte Nachrichten gleichermaßen machen in einer solch kleinen Stadt wie Döbern schnell die Runde. Viele Einwohner nehmen Anteil am Schicksal der 37-jährigen Cindy Auls, die jetzt zum zweiten Mal lebensgefährlich erkrankt ist.

Acht Chemotherapien besiegen den Krebs

Im Jahre 2006 erhielt sie die Diagnose Brustkrebs. Eine Nachricht, die manch andere in Verzweiflung und Lethargie gestürzt hätte. Doch die damals erst 22-jährige nahm den Kampf auf. Damals war ihr Sohn Niklas gerade einmal drei Monate alt. Die Sorge, ihn nicht aufwachsen zu sehen, verlieh der jungen Mutter Riesenkräfte, ließ sie neben der Brustamputation auch acht Chemotherapien und 32 Strahlentherapien überstehen. Fast ein Jahr lang wurde Niklas von seinen Großeltern behütet.

Transplantat löst neue Krebserkrankung aus

Nach der Behandlung ließ die junge Frau die Brust neu aufbauen. „Einen großen Fehler“ nennen dies etliche Bekannte, denn 13 Jahre später zeigten sich geschwollene Lymphknoten und eine zunehmende Mattigkeit. Kurze Zeit später bekam sie die Nachricht, dass gerade dieses Transplantat ein Lymphom – eine erneute Krebserkrankung – ausgelöst hat. Eine schlimme Diagnose auch für ihre Eltern Manuela und Uwe. Als „absoluten Familienmenschen“ beschreiben sich beide, die glücklich waren, als ihre jüngere Tochter Danila (35), die in Köln eine Ausbildung absolviert hatte, vor wenigen Jahren zurück in die Heimatstadt zog.
„Unbeschreiblich froh“ waren damals alle gemeinsam über das neugeschenkte Leben von Cindy. Und über das Glück, die Liebe, die sie an der Seite ihres Lebenspartners René gefunden hat. Seit etlichen Jahren leben beide in einer gut funktionierenden Patchworkfamilie und beschlossen im Frühjahr 2019, sich den Traum von einem eigenen Haus zu erfüllen. „Wir sind viel gereist; hatten das schönste Leben der Welt“, sagen sie nun im Rückblick. Sogar eine Ausbildung zur Immobilienkauffrau schließt die Döbernerin ab.

Stammzellenspende als einzige Chance

Das Familiennest war gerade eingerichtet, da kam die Hiobsbotschaft „Blutkrebs aufgrund des einstigen Brustaufbaus“. „Ich fang jetzt wieder an“, kündigte Cindy dies tapfer im Verwandten- und Freundeskreis an. Doch die harte Chemotherapie im August des vergangenen Jahres drängte den Krebs nicht zurück. Nun könne nur noch eine Stammzellentransplantation helfen, beschieden die Ärzte in Bad Saarow.

Lübben

Trotz der aus der Behandlung resultierenden Erschöpfung lässt sie sich nicht unterkriegen, lässt die Döbernerin Ängste selten nach außen dringen. „Ich will leben. Grundsätzlich geht es mir gut“, sagt sie. So lange es gehe, wolle sie fit bleiben und den Haushalt bewältigen. „Sie ist so stark. Sie hilft uns mit ihrer Stärke“, sagt Mutter Manuela, die selbst stark sein will für die Tochter und den Enkelsohn. Niklas habe große Angst um seine Mutter. Beide lebten jahrelang zu zweit. Das schuf ein besonders inniges Verhältnis. „Er soll und darf mich nicht leiden sehen“, betont Cindy.

Partner gibt der Döbernerin viel Kraft

Kraft gibt ihr besonders René, der sie bei allen Fahrten bis zum Abschluss der Therapie kurz vor Weihnachten fürsorglich nach Bad Saarow begleitet hat und seine starken Gefühle für die geliebte Frau in einem bewegenden Gedicht festhielt. Das Wichtigste sei ihre Familie – die Eltern, aber auch die Schwester, Tanten, Onkel, Cousinen und Cousin Peer, die alle sofort in den sozialen Medien einen Aufruf starteten, der sich innerhalb kurzer Zeit „quer durchs Land“ verbreitete. Aber auch ihre Freunde fangen sie auf. „Ich habe nicht viele, aber richtige Freunde“, sagt sie. Eine große Rolle in ihrem Leben spielen „Denise, die immer für mich da ist“ sowie Ute, die inzwischen in Niedersachsen lebt und die ehemalige Nachbarin Mandy. Freundschaften, die bis in die Schulzeit zurückreichen.
Zuvor zum dritten Mal an Lymphdrüsenkrebs erkrankt Schritt für Schritt zurück ins Leben

Forst

Da große Tests, wie bislang üblich, aufgrund Corona derzeit nicht möglich sind, wendet sich die Familie mit Hilfe der internationalen gemeinnützigen Organisation DKMS (Deutsche Knochenmarkspende) an die Medien, um mit der Kampagne „Rettet Cindy!“ möglichst viele Menschen im Alter zwischen 17 und 55 Jahren zu erreichen. „Jede Registrierung kann helfen“, appelliert Manuela Auls an die Öffentlichkeit. Ein Klick unter www.dkms.de/cindy genügt, um ein Registrierungsset zu bestellen. So einfach ist es, ein Lebensretter zu werden.