Das Stadtarchiv von Forst soll im Jahr 2021 umziehen. Bisher ist es im Alten Rathaus in der Promenade untergebracht. Wie Bürgermeisterin Simone Taubenek zu den Hintergründen erklärte, „bedarf es bei dem Erhaltungszustand unseres Archivgutes dringend Änderungen der Rahmenbedingungen, um eventuelle Schäden am Archivgut als sichtbares, jahrhundertealtes Gedächtnis unserer Stadt fernzuhalten“.
Schon vor einigen Jahren hat der damalige Stadtarchivar Dr. Jan Klußmann auf die beengten Zustände und das schwierige Raumklima im Archiv hingewiesen. Da an den jetzigen drei Standorten der Stadtverwaltung eine zeitnahe bauliche Lösung nicht möglich ist, will die Stadt nun passende Räume anmieten. Interessierte Immobilien-Anbieter sollen bis Mitte Januar entsprechende Angebote bei der Stadt einreichen können. Im Februar 2021 sollen dann die jeweiligen Vertragsabschlüsse mit befristeter Laufzeit vorbereitet werden.

Alle Forster Archivbestände analysiert

Die Mitarbeiter des Stadtarchivs haben in den vergangenen Monaten unter Leitung von Stadtarchivarin Elena Boßmeyer ein komplettes Konzept für die Unterbringung des Stadtarchivs erarbeitet. Dazu mussten die vorhandenen Aktenbestände in Registraturen, im Zwischenarchiv und im Endarchiv analysiert werden. Insgesamt geht es um rund 3,5 Kilometer laufende Akten, die ausgelagert werden sollen.
Wegen des Umzuges ist das Archiv der Stadt Forst ist ab dem 1. Januar bis voraussichtlich 30. September 2021 weitestgehend für die Öffentlichkeit geschlossen. Dabei ruht auch die Bearbeitung von Anfragen. „Ausnahmen sind Anfragen und Benutzungen zur Klärung von Rechtsansprüchen oder zu Veröffentlichungen jedweder Art, sofern die Informationen nicht anderweitig bezogen werden können“, wie die Pressestelle der Stadt mitteilt.
Die im Stadtarchiv verwahrten Unterlagen reichen etwa bis ins Jahr 1600 zurück, wobei viele der frühen Materialien im großen Stadtbrand von 1748 verloren gegangen sind.
Das Stadtarchiv verwahrt außerdem die Unterlagen der Orte, die nach Forst eingemeindet wurden und die meist bis in das 19. Jahrhundert zurückreichen. Dazu kommen Bestände von Betrieben, Vereinen, Privatpersonen oder aus Sammlungen.